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Der Diakon: Für jeden tun, was nötig ist
„Den Fremden aufnehmen und Heimat geben,
den Kranken besuchen und sich um ihn kümmern,
dem Unwissenden
ein Wort der Freude von Gott schenken,
und immer wieder Krüge füllen:
Krüge mit Glauben,
Krüge mit Hoffnung,
Krüge mit Liebe.
Und wenn dann der eigene Krug mal leer ist,
dann geh zu dem, der in Fülle empfangen hat,
und dann den Fremden Diakon sein lassen,
und den Kranken Diakon sein lassen,
und den Unwissenden Diakon sein lassen,
um aus ihren Krügen zu schöpfen.
Kreislauf dienender Liebe,
der nie zusammenbricht;
Kreislauf der Hoffnung,
der immer in Bewegung ist;
Kreislauf des Glaubens,
der alles trägt.
Und der Dienende wird bedient.“Peter Boekholt
Liebe Gemeinde,
durch das in Kraft setzen des Pastoralplanes 2009 sind in unserem Erzbistum u.a. die Personalstellen der Geistlichen neu geordnet worden. In den vergangenen 17 Jahren war ich neun Jahre in der Pfarrgemeinde Herz Jesu (Zehlendorf), fünf Jahre in St. Michael (Wannsee) und drei Jahre in St. Markus (Spandau) tätig, immer in Verbindung mit dem Dienst in vielen Krankenhäusern und Heimen. Der Stellenplan sieht den Dienst eines Diakons in Spandau nicht mehr vor und so ist es zu erklären, das mich der Erzbischof in die grössere Gemeinde St. Bonifatius gesandt hat. Hier beträgt mein Arbeitsumfang 50% für den Dienst in Liturgie, Verkündigung und Krankenseelsorge. In Absprache mit Herrn Pfarrer Kotzur werde ich vornehmlich im Klinikum am Urban mithelfen, den schon bestehenden Krankenbesuchsdienst zu begleiten und in einem neuen Projekt mithelfen, diesen Ehrenamtlichen Dienst weiter auszubauen. Für weitere 50% bin ich als Krankenhausseelsorger im Klinikum Neukölln tätig. Ich bin 55 Jahre alt, seit 34 Jahren verheiratet, drei erwachsene Kinder, und ein Enkelkind gehören zu unserer Familie. Seit vielen Jahren wohnen wir in Lankwitz.
Ständiger Diakon?
Den Dienst oder besser gesagt die Lebensform eines Ständigen Diakons haben sie als Gemeinde St. Bonifatius schon kennen gelernt, denn zwei Diakonfamilien haben ihren Wohnsitz auf dem Pfarrgrundstück und ich grüsse sie an dieser Stelle besonders herzlich. Der Ständige Diakonat ist durch das 2. Vatikanische Konzil erneuert worden. 1968 wurden in Köln die ersten Ständigen Diakone geweiht. Inzwischen gibt es weltweit ca. 20.000. Neben der gemeindlichen Arbeit üben die Diakone ihren Dienst in Krankenhäusern, Heimen, Gefängnissen und überall dort aus, wo Menschen Hilfe brauchen. Wenn der Diakon dem Bischof und Priester assistiert, bringt er sinnbildlich all jene mit zum Altar, die hilfebedürftig sind und aus welchen Gründen auch immer, nicht selbst zur Kirche kommen können. Überwiegend sind Ständige Diakone verheiratet und arbeiten zusätzlich in einem zivilen Beruf.
Das katholische Berlin ist klein, unseren Pfarrer kenne ich schon seit seiner Jugendzeit in Maria Frieden. Bei seiner Priesterweihe und Primiz durfte ich assistieren. Vieles wird für mich in St. Bonifatius neu sein und zugleich treffe ich auf vertraute Menschen. Meinen Dienst begleitet das Pauluswort: Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden. (Röm 12,15) Auf das Neue und die Zusammenarbeit mit allen in der Gemeinde freue ich mich und gehe gerne mit ihnen einen Teil des Weges durch die Zeit unserer nunmehr 100 Jahre alten Gemeinde St. Bonifatius.
Ihr Diakon
Klaus-Peter Schaal
Tage der Gnade, Tage des Heils

Liebe Gemeinde,
die zweite Präfation für die Fastenzeit (MB Seite 374) beginnt mit den Worten: „Wir danken dir, Vater im Himmel und rühmen deinen heiligen Namen. Denn jetzt ist die Zeit der Gnade, jetzt sind die Tage des Heiles“. Die Liturgie der Kirche greift hier einen Gedanken von Paulus auf. Der Apostel spricht von seinem Auftrag: „Wir bitten an Christi Statt: Lasst euch mit Gott versöhnen!“ (2 Kor 5,20). Diesen Auftrag haben der Apostel und seine Mitarbeiter unbedingt zu erfüllen; nichts darf und kann sie davon abhalten. Denn die Zeit, in der Gott sein Heil wirkt, ist das „Jetzt und Heute“. Deshalb sagt Paulus: „Jetzt ist sie da, die Zeit der Gnade; jetzt ist er da, der Tag der Rettung“ (2 Kor 6,2). Dieses „Jetzt“ Gottes ist auch uns als Christen in unserer Pfarrgemeinde St. Bonifatius gesagt.Wie verwirklicht sich dieses „Jetzt“, das für uns „Zeit der Gnade“ sein will?
Einmal erfüllt sich dieses Wort in den Liturgien, die wir in unseren beiden Kirchen täglich feiern. Dort sind die Zeit und der Ort der Gegenwart Gottes. Aber auch in allen anderen gottesdienstlichen Feiern stehen wir als Christen vor dem geheimnisvoll anwesenden Gott. Darum gehören zur österlichen Vorbereitungszeit gemeinsame Gottesdienste, persönliche Gebete und der Empfang des Bußsakramentes. Wer so lebt, erhält göttliche Kraft, um dem Nächsten in Liebe zu dienen.
Gott ist ebenfalls gegenwärtig in der Heiligen Schrift
Der heilige Benedikt ließ jeden Morgen zu Beginn des Psalmgebetes Psalm 95 singen, in dem es heißt: „Heute, wenn ihr seine Stimme hört, verhärtet euer Herz nicht“ Wer sich dem Wort Gottes in der Bibel öffnet, bei dem ist Gott anwesend. Eine regelmäßige persönliche Bibellesezeit, gerade in der Fastenzeit, kann wahre Wunder wirken.
Umkehr ist täglich neu erfahrbar
Wie auch immer Sie ganz persönlich diese 40 Tage gestalten und leben: Verdrängen Sie Gedanken von Last und Schwere. Freuen Sie sich auf die Zeit der Gnade und Tage des Heiles. Die Gegenwart Gottes und die Möglichkeit der Umkehr sind täglich neu erfahrbar. Tauchen Sie ein in die Liturgien der Fastenzeit in unseren beiden Kirchen. Lassen Sie nicht nach im persönlichen Gebet, im Betrachten des Wortes Gottes, im Empfang der Sakramente und im Dienst am Nächsten. Freuen Sie sich im Monat Februar auf die Begegnung mit allen Menschen guten Willens, hier in unserer Pfarrgemeinde und darüber hinaus!
Einen gesegneten Beginn der Österlichen Bußzeit wünscht Ihnen
Ihr Diakon Klaus-Peter Schaal
