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Beiträge aus: Gottesdienste und Aktivitäten für Familien

Durch St. Martinsumzug um einige Erfahrungen reicher / 14.11.2009

Bildergalerie des St. Martinsumzuges

Pfarrgemeinderat (PGR)- Sitzung im September 2009. Es stellte sich uns die Frage: Wer übernimmt die Vorbereitung und Organisation für den Martinsumzug?

Ich ließ mich leicht überreden, es einmal zu versuchen. Etwas Neues, etwas Großes zu organisieren lag nun vor mir. Ein paar Telefonate, ein paar persönliche Gespräche, ein paar e-Mails und ein wenig delegieren, so wurde es mir dargestellt. Dies kann doch nicht so schwer sein, dachte ich.

Es lief gut an. Frau Ollnow hatte sich bereits um die Straßensperrung und das Pferd gekümmert. Die Martinsgänse hatte ich persönlich beim Bäcker in Auftrag gegeben, als ich von der Arbeit nach Hause kam. Auch die Absprachen bzw. der Dialog mit Herrn Pfarrer Straka aus der Christusgemeinde lief gut. Es gab jemanden, der sich um das Martinsanspiel kümmern und sogar einen eigenen Text schreiben wollte. Auch freiwillige Helfer zum Austeilen des Punsches waren schnell gefunden. Ein Verantwortlicher für das Martinsfeuer hatte zugesagt, und bei den Ministranten wurde angefragt, ob sie als Ordner für Zusammenhalt und Ordnung beim Umzug helfen würden.

Alles lief nach Plan – bis eine Woche vor dem Termin, dem 11. November 2009.

Die Ministranten sagten aus Zeitgründen ab. Schule, Beruf und der Laternenumzug ließen sich leider nicht unter einen Hut bringen. Andere Anfragen blieben ergebnislos, selbst in der Nachbargemeinde. Gut, es ließ sich nicht ändern. Dann musste es eben ohne Ordner gehen. Ca. 33 Stunden vor der ersten Probe erfuhr ich zufällig von der Absage des Verantwortlichen für das Martinsspiel. Was nun? Es war nichts vorbereitet, und so schnell jemanden zu finden, der als Ersatz einspringt, dafür waren die Aussichten gleich Null. Um keine Zeit zu verlieren, sprang ich, im wahrsten Sinne des Wortes, ins kalte Wasser und übernahm selbst diese Aufgabe. Jetzt hieß es einen Text finden. Meine Zeit war knapp, denn ich musste ja auch noch hauptberuflich arbeiten gehen, und diverse, private Termine standen an. So saß ich bis spät in der Nacht da, um Vorbereitungen zu treffen. Samstag früh, während die letzten Arbeiten für den Familiengeburtstag liefen, rief ich nebenbei die Kinder an, deren Telefonnummern ich hatte oder besorgen konnte. Ich bat sie, mir zu helfen und beim Martinsspiel mitzumachen. Gott sei Dank, alle haben zugesagt. Ich war froh, die erste Hürde genommen zu haben.

Der Text fand bei allen Kindern Zustimmung, und die Rollen waren schnell verteilt. Eineinhalb Stunden besprachen und probten wir alles unter den gegebenen Bedingungen. Die Generalprobe sollte am 11.11.09 um 16:00 Uhr stattfinden. Doch es dauerte länger als erwartet, alle Kinder zu verkabeln. Es sollte ja auch jeder etwas hören können. Wir waren gerade bei der ersten Szene, als wir die Fanfare vernahmen. Gut, dachte ich mir, dann muss es halt ohne Generalprobe laufen. Jeder hatte seinen Text vorher geübt, letzte Anweisungen wurden vergeben. Markus Kluge überwachte die ganze Technik. Da kam Marius, als Martin mit dem Pferd, durchs Tor geritten. Auch er wurde noch schnell verkabelt. Dann ging es schon los. Unser Herr Pfarrer fand die richtigen, einleitenden Worte und stimmte die ersten vier Strophen des Martinsliedes an. Danach folgte unser Anspiel. Alles lief super. Die Kinder gaben ihr Bestes und spielten aus vollen Herzen jeder seine Rolle. Marius, Morgain, Martina, Emilia, Jeremie, Vivien, Klara, Simone und Antonia; Ihr wart alle toll, habt super gespielt! Danke an Euch alle! Dann war es geschafft. Die ganze Anspannung der letzten Woche, fiel von mir ab. Die netten Worte danach, mir kamen vor Rührung die Tränen. Es hat uns allen Spaß gemacht.

Ich möchte nicht vergessen, den fleißigen Helfern zu danken, die sich um unser Wohl gekümmert haben. Einen großen Dank spreche ich den vielen Stolpersteinen, welche auf diesem Weg lagen, aus, denn ohne sie hätte ich nicht diese Erfahrungen, die ich gemacht habe, sammeln können.

Es hat alles seine Bestimmung, und deshalb wird jedes Jahr an Sankt Martin erinnert, und dies nicht ohne Grund. Ich bitte alle, nehmt Euch Gottes Wort zu Herzen: „Seid allen gut, denn was ihr dem geringsten tut, das habt Ihr mir, dem Herrn geschenkt!" – Wohl dem, der wie Sankt Martin denkt.

Jeannette Stehr

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