St. Bonifatius

Katholisches Leben in der Mitte Berlins

Chronik zur Kirchenrenovierung

Renovierungsarbeiten

14.07.2015 / Redaktion

Die Idee zur Renovierung unserer Kirche liegt einige Jahre zurück. Es wurden auch schon einige Gedankenspiele durchgeführt und sogar schon ein Konzept erstellt. Dieses Konzept lag als eine Idee zur Renovierung und Umgestaltung dem Kirchenvorstand vor. Zur Umsetzung kam es dann nicht.

Erneut angestoßen wurde dann die Idee durch den Einbau der Stockmann- Orgel aus der entwidmeten Kirche St. Agnes. Die neue Orgel ist schmaler als ihre Vorgängerin, sodass bauliche Schönheitsreparaturen nötig wurden. Die Wand hinter der Orgel musste dringend saniert werden und die Frage nach den Fenstern hinter der Orgel, die durch die Breite der alten Orgel verschlossen waren und mit Holzplatten notdürftig abgedichtet wurden, traten nun sichtbar hervor. Die Gemeinde wusste seit längerer Zeit, dass auch der Kircheninnraum eine Renovierung nötig hatte. Ruß und Dreck hatte sich über die Jahre auf Wände und Gewölbe gelegt.

So wurde Anfang 2013 im Kirchenvorstand eine nötige Renovierung der Orgelempore diskutiert und der Entschluss gefasst, wenn wir die Empore renovieren, dann auch gleich den gesamten Innenraum, einschließlich Vorraum. So begann recht zügig die Ideensammlung zur anstehenden Renovierung. Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand trafen sich zu einer ersten Klausursitzung, um die Ideen der einzelnen zu sammeln und zu ordnen. Recht bald kam es zu einer Grundrichtung, die besagte, dass in jedem Fall die Heizung, die Elektronik und die Beleuchtung erneuert werden müsste. In Zuge dieser Überlegung wurde dann auch klar, dass eine Wandfarbe notwendig war. Die Kirche sollte einen freundlichen und helleren Eindruck bekommen. So wurde das Erzbischöfliche Ordinariat (EBO) informiert und zur Beratung hinzugezogen. Der Kirchenvorstand hat sich, auf die Empfehlung des EBO, für den Architekten Herrn Christian Bernrieder entschieden. Zukünftig wurde das entwickelte Grundkonzept immer konkreter und die Planungphase nahm Fahrt auf. Weitere Fragen kamen auf die Tagesordnung.

Die Idee, das Taufbecken an den Eingang der Kirche zu stellen und eine Art „Taufkapelle“ zu konzipieren, fand sehr schnell Zustimmung. Die Frage nach dem Altar und das einheitliche Konzept des Künstlers Paul Brandenburg wurde diskutiert. Nach längerer Überlegung und theologischem Austausch wurde entschieden, den Altar nicht um 3 Stufen herabzusetzen und auch die Kommunionbank zu erhalten. Es sollte das Gesamtkonzept der Altargestaltung, die aus der Zeit kurz nach dem Konzil stammt, als Zeitzeugnis bewahrt bleiben. Ein großes Interesse löste die Diskussion über die Wandgestaltung der Altarrückwand aus. Der Künstler Fred Thieler hatte diese Gestaltung in den 70-iger Jahren vorgenommen. Sein Kunstwerk erfreute fortan nicht jeden in der Gemeinde. Es gab unterschiedliche Meinungen, von Ablehnung und den Wunsch, dieses „Bild“ zu entfernen, bis hin zur Begeisterung. Auch hier wurde intensiv diskutiert und entschieden, wenn wir das Kunstwerk in der Kirche belassen, dann soll es richtig in Szene gesetzt werden. So entstand die Idee, die Seitenflächen der Apsis farblich zu gestalten, um so das „Bild“ zu integrieren. Es sollte nicht mehr als ein Fremdkörper in der ansonsten harmonischen Architektur empfunden werden. Auf Grundlage alter Fotos, die auch eine farbliche Gestaltung dieser Wandflächen zeigen, wurde entschieden, die Seitenwände in einem Nachtblau zu streichen. Eine sehr gewagte Entscheidung, denn keiner wusste, wie das im Gesamtkonzept wirken und den Raum verändern würde. Als Gegenstück sollte dann auch die Rückwand der Orgel, bzw. die ganze Orgelkapelle in der gleichen Farbe gestrichen. Tatsächlich entstand eine „Orgelkapelle“. Eine weitere Frage wurde dann diskutiert, die der Seitenaltäre. Auch hier wurden praktische und liturgisch- theologische Argumente erwogen. Entschieden wurde, dass es keine Seitenaltäre im eigentlichen Sinne mehr geben sollte, sondern eine Lösung, die in das Gesamtkonzept des Künstlers Paul Brandenburg integriert wird. So bekommen die Heiligenfiguren ihren besonderen Platz auf Steinstelen. Sie rücken dadurch in den Fokus und wirken im Gesamteindruck des Raumes frei. Ein ähnlicher Stein wurde gefunden und in Auftrag gegeben.

Durch die Bodenarbeiten der neuen Heizungsanlage wurde dann auch klar, dass ein neuer Fußboden nötig wurde. Auch hier wurde auf Grund des Gesamtkonzeptes – einen freundlichen und hellen Innenraum zu bekommen – entschieden, einen Naturstein zu verlegen. Eine letzte Überlegung ist die Außenbeleuchtung der Kirche. Beachtenswert ist, dass die Kirchenfassade nicht von außen angestrahlt wird, sondern indirekt, von innen durch die Fenster nach außen strahlt. Theologisch gesehen, strahlt die Kirche das Licht Christi nach außen in die Welt.
Möge die Renovierung unserer Kirche uns im Glauben neu begeistern und uns ermutigen, als Christen ebenso hell und strahlend in unserer Stadt und Bezirk zu leben.

Ihr Pfarrer Cornelius