St. Bonifatius

Katholisches Leben in der Mitte Berlins

Dreikönige

10.12.2013 / Redaktion

Neujahrsgebet des Pfarrers von St. Lamberti zu Muenster aus dem Jahre 1883

Herr, setze dem Überfluss Grenzen
und lasse die Grenzen überflüssig werden
Lasse die Leute kein falsches Geld machen
und auch das Geld keine falschen Leute
Nimm den Ehefrauen das letzte Wort
und erinnere die Männer an ihr erstes.
Schenke unseren Freunden mehr Wahrheit
und der Wahrheit mehr Freunde.
Bessere solche Beamte, Geschäfts- und Arbeitsleute,
die wohl tätig, aber nicht wohltätig sind.
Gib den Regierenden gute Deutsche
und den Deutschen eine gute Regierung.
Herr, sorge dafür, dass wir alle
in den Himmel kommen
- aber nicht sofort.

Epiphanie oder die Hl. Könige

Der Tag wird in Deutschland besonders gefeiert, weil 1164 die Gebeine der drei Weisen aus dem Morgenland von Mailand nach Köln gebracht wurden. Friedrich Barbarossa hatte nach seinem Sieg über die Stadt diese als Tribut verlangt und dem Kölner Erzbischof Rainald v. Dassel geschenkt.
Das zentrale Motiv, den Stern von Bethlehem, haben die Sternsinger aufgegriffen. Der Brauch, dass Kinder die Häuser besuchen, entstand im Mittelalter und belebte sich in den letzten Jahren, auch in Mitteldeutschland nach der Wiedervereinigung. Je nach lokaler Gewohnheit ziehen die Sternsinger schon vor dem Dreikönigstag, um die Häuser zu segnen.
Über der Tür werden die Jahreszahl und die Namen der Könige mit Kreide aufgezeichnet: 20+C+M+B+14.
Die Buchstaben bedeuten: "Christus Mansionem Benedicat" - "Christus segne das Haus".

Lange hielt man den Stern für eine symbolische Deutung, dass die Heiden auf den neugeborenen Messias aufmerksam gemacht wurden und nach Jerusalem gekommen sind, um den einen, wahren Gott anzubeten. Das war die Vision der Propheten. Inzwischen hat man die Sternbücher der Chinesen und der Babylonier durchgesehen. Der Stern von Bethlehem könnte eine Konjunktion von Saturn und Jupiter gewesen sein, ein Phänomen, das auch heute am Himmel einen besonderen Lichtschein hervorbringt. Da damals der Saturn für Palästina stand und Jupiter auf einen König hindeutete, sowie die Konjunktion öfters in einem Jahr zu beobachten war, einmal am Morgenhimmel und dann später im Jahr am Abendhimmel, trifft der Satz aus dem Matthäusevangelium auf diese Sternkonstellation zu: "Den Stern, den sie hatten aufgehen sehen (bezieht sich auf das Frühjahr), zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er stehen." (Kap. 2,9)

Die Drei Könige, zu denen die drei Sterndeuter im Mittealter wurden, standen am Beginn nicht im Mittelpunkt des Festes. Der 6. Januar wurde wahrscheinlich zuerst in Alexandrien als Fest der Taufe Jesu gefeiert. Am 6. Januar wird auch des Weinwunders bei der Hochzeit zu Kana gedacht, weil nach heidnischen Vorstellungen in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar aus manchen Quellen Wein fließt. Der 6. Januar stellt in seinem Ursprung die Taufe Jesu in den Mittelpunkt und folgt damit dem Markusevangelium, das mit der Taufe Jesu beginnt und keine Kindheitsgeschichte überliefert. Obwohl die westliche Tradition mit der Wintersonnenwende verbunden ist, war in Gallien wie auch in Spanien der 6. Januar das Weihnachtsfest. Ein Grund dafür sind Beziehungen zwischen Gallien und dem Osten. Dadurch, dass der Osten wie der Westen gegenseitig das Weihnachtsfest des anderen übernahmen, erhielten beide Feste eine unterschiedliche Akzentsetzung. Am 6. Januar wird das Aufscheinen der Gottheit gefeiert, am 25. Dezember die Menschwerdung des Sohnes Gottes. Die Liturgiereform des Jahres 1969 hat traditionelle Inhalte des Epiphaniefestes auf die folgenden Sonntage gelegt. Am Sonntag nach Erscheinung wird das Fest der Taufe Jesu gefeiert, das Evangelium der Hochzeit zu Kana wird am 2. Sonntag nach Erscheinung gelesen. Seit dem 6. Jahrhundert werden die drei Sterndeuter Könige genannt. Die Dreizahl leitet sich wohl von den drei Gaben Gold, Weihrauch und Myrrhe her, die im Evangelium erwähnt werden. Die Namen Caspar, Melchior und Balthasar werden den Weisen seit dem 9. Jahrhundert gegeben. Sie gelten als Vertreter der drei Rassen, der drei Erdteile und der drei Lebensalter. Seit dem 12. Jahrhundert gibt es den Mohrenkönig. Die Drei Könige sind auch Patrone der Reisenden. Die Gasthausnamen Mohr, Stern, Krone erinnern daran. Am 6. Januar werden auch Wasser und Salz gesegnet, zum Gedächtnis an die Taufe Jesu, sowie die Kreide, mit der die Sternsinger die Türbalken bezeichnen.

Quelle: www.kath.de

Wir feiern das Hochfest der Erscheinung des Herrn am Montag, 6.1.2014 um 9.30 Uhr in St. Bonifatius und um 19.30 Uhr in der Johannesbasilika.