St. Bonifatius

Katholisches Leben in der Mitte Berlins

Beleuchteter Weihnachtsstern am Kirchengewölbe

Sternsinger sind Glücksbringer

18.01.2018 / Redaktion

Das ist in diesem Jahr für mich so etwas wie ein Ohrwurm. Oder vielleicht in meinem Fall ein Augenwurm. Das Lied mit diesem Titel ist nämlich nicht nur schön zum Singen, sondern auch zu gebärden. Ich hatte es mir auch in diesem Jahr zur Aufgabe gemacht, die Kinder mit meinen Gebärden zu begleiten, weil ich nämlich garnicht singen kann, ich aber Musik mag und weil ich im Rahmen der Sternsinger-Aktion 2018 eine Familie mit zwei gehörlosen Mitgliedern besucht habe. Und was liegt da näher, es auch bei den Proben einfach mal zu versuchen? Ein Dank an die Sternsinger, die sich davon nicht haben irritieren lassen.
Die aufregende Phase der Vorbereitung wurde auch bei der Sternsinger-Aktion 2018 Jahr mit dem Aussendungsgottesdienst eingeläutet, dem ich erstmalig beigewohnte. Es war ein besonderes Erlebnis. Die Sankt Hedwigskathedrale war voller fröhlicher Sternsinger und Pfarrer Ullrich Kotzur (Einige werden ihn vielleicht als Pfarrer unserer Pfarrei noch kennen…) nahm die Kinder mit seiner raumeinnnehmenden Gestalt förmlich mit auf diese besondere Reise, den Segen für die Kinder dieser Welt in diese Welt hinauszutragen… oder zu singen. Der Bischof nahm sich beim Ein- und Auszug viel Zeit um fast jedem Sternsinger persönlich die Hand zu geben. Ein Glücksmoment durch die Glücksbringer, äh ne Sternsinger 2018.
Die intensivste Phase der Vorbereitung in Bonifatius begann dann mit dem Hochamt am 6.Januar, bei dem sich Sternsinger voller Überzeugung mit wirklich schönen Stimmen erneut präsentiert haben. Anschließend ging es für die Mehrzahl der Sternsinger dann wieder in den Pfarrsaal zum Üben. Außerdem wurden die Sternsinger noch mit einem Film und indischem Essen auf ihre Reise eingestimmt. Die Spenden der Sternsinger-Aktion 2018 gehen in diesem Jahr an Hilfsprojekte für Kinder in aller Welt, das Beispielland war Indien. Am Nachmittag machten wir uns dann auf dem Weg zu einem meiner Hightlights 2018: Wir wurden in der Nuntiatur sehr freundlich, fast schon würdevoll empfangen. An dieser Stelle gilt allen Sternsingern mein absoluter Respekt, die sich von dem mächtigen Gebäude neben der Johannes-Basilika mit seinen Mitarbeiten mit zum Teil hohen Ämtern nicht haben einschüchtern lassen, sondern einfach voller Freude die frohe Botschaft in die Nuntiatur gesungen haben und die „Heiligen Hallen“ zum Schwingen gebracht haben.
Auf dem Heimweg wurden die Sternsinger nicht müde, weiter ihre fröhlichen Lieder zu singen. Hiermit ernteten sie freundliche Aufmerksamkeit und die eine oder andere spontane Spende von Passanten fand den Weg in die Sternsinger-Spendenbox. Und so wurde auch der Bahnhof „a capella“ beschallt und die U-Bahn quasi vorsorglich gesegnet…. schaden kann es ja nicht. Auf Fragen von neugierig interessierten Passenten hatten die Sternsinger stets eine Antwort. Für mich war dieser Tag ein unglaubliches .. oder besser unfaßbar schönes Erlebnis. So wird für mich der Glaube sichtbar und vor allen Dingen lebendig. Wieder einer meiner Glücksmomente 2018. Genau eine Woche später machten sich die Sternsinger erneut auf den Weg, dieses Mal zu den bestellten Hausbesuchen. Auch hier gingen sie wirklich souverän und mit viel Engagement ans Werk und ließen sich nicht von Kommentaren einiger Passanten, die meinten, die Sternsinger seien zu spät, nicht irritieren. Denn so ein weiter Weg aus dem Morgenland will ja auch erst einmal gemeistert werden, ne?! Des Weiteren wurde der Segen stets komplett übergeben, mit allem „drum und dran“, so wurde erneut nicht an frommen Liedern gespart. Kurios fand ich, wie aufmerksam auch die kleinsten Hausbewohner den Besuch der Sternsinger zum Teil verfolgten. Einer dieser Erdenbürger lies es sich dann auch nicht nehmen, uns (Sternsingergruppe, die ich begleitet habe.), eine süße Belohnung zu überreichen. Sehr zur Freude der Eltern. Überraschend fand ich, wie bei einem der Hausbesuche, bei denen die Sternsinger singender Weise durch das Treppenhaus stifelten, plötzlich an einer anderen Wohnung die Tür aufging und eine Packung Biowaffeln hinausgereicht wurde. Wieder so ein Glücksmoment 2018.

Jetzt wissen Sie warum die Sternsinger für mich „Glücksbringer“ sind und das Lied „Sternsinger sind Glücksbringer“ so mag.

Steffi Scheinemann

P.S.: Da jede Spende zählt und die Sternsinger in diesem Jahr wieder wirklich fleißig waren ist die Summe von 3.531,07€ zusammen gekommen.