St. Bonifatius

Katholisches Leben in der Mitte Berlins

Niemand kann zwei Herren dienen

30.09.2012 / Redaktion

Und was hat sich Truffaldino als „Der Diener zweier Herren“ dabei gedacht, als er sich zunächst Frederico/Beatrice und dann noch Florindo verdingte ? Einen sehr vergnüglichen Abend bereitete uns die junge Theatertruppe aus St. Laurentius / St. Ansgar mit der Aufführung von Goldonis Komödie am 8. September im Pfarrsaal. Mit Schwung und Begeisterung gingen sie ans Werk, und der Funke sprang über. Insbesondere der jungen Carmen Göttker schien ihre Rolle als manchmal etwas tölpelhafter, aber immer wieder seinen Hals aus der Schlinge ziehender Truffaldino zu gefallen, und sie gefiel uns darin sehr. Glücklicherweise muss sich Truffaldino nicht, wie in der Bibel beschrieben, zwischen Gott und dem Mammon entscheiden, dem einen anhangen und den anderen hassen.
Aber was wollte er?
„Wenn ich beiden aufwarte, werde ich doppelt bezahlt und bekomme doppelt zu essen“.

Jedoch wenn man auch nur eines im Sinn hat (den Mammon), auch dann sind zwei Herren sehr problematisch. Und er muss am Ende feststellen „Ich habe für beide Herren vollauf zu tun gehabt, ich bin von beiden geprügelt worden und bin bei beiden Herren so hungrig geworden wie ein Wolf“ – trotz abgezweigten Krammetsvogels und erbeuteten „Puddelings“.

Nicht nur Truffaldino wegen seiner „Unfälle“, verdient hat die ganze Truppe unseren Beifall.

H. Vogler