St. Bonifatius

Katholisches Leben in der Mitte Berlins

St. Agnes Altarstein für Gedenkort gespendet

Gemeindemitglieder zur Eröffnung des Gedenkortes für die Erinnerung an die verstorbenen Kinder von Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern in Berlin-Buch 1940-1945 © Bernd Schmitz

30.09.2014 / Redaktion

Am 21. September 2014 wurde der Gedenkort für die Erinnerung an die verstorbenen Kinder von Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern in Berlin-Buch 1940-1945 der Öffentlichkeit übergeben. Die Bildhauerin Silvia Fohrer und der Bildhauer Rudolf Kaltenbach haben mit Schülern diesen Gedenkort gestaltet. Der von den Künstlern gestaltete Gedenkstein für diesen Ort wurde aus dem Altarstein unserer Kirche St. Agnes geschaffen. Durch die am Gedenkstein aufgebrachten Schilder wurden die bis jetzt nachweislich 123 Kinder, die durch Mangelversorgung und Infektionskrankheiten Opfer des NS-Regimes wurden, der Anonymität entrissen und ihnen Namen gegeben.

Die Veranstaltung fand - auch auf Grund des christlichen Hintergrundes von Herrn Kaltenbach - in einem sehr würdigen Rahmen statt und fand großes Interesse. Die Sängerin Frau Tazberik trug Kinderlieder aus den Ländern Polen, Russland und der Slowakei in der Muttersprache der Gebiete vor, aus denen die meisten Zwangsarbeiter/-innen in Buch her kamen.

Kinder der an diesem Projekt beteiligten Schulen haben die Namen der 123 verstorbenen Kinder vorgelesen.

Stefan Liebich (MDB) erinnerte das Schicksal der Kinder seinerzeit und wies daraufhin hin, dass sich alle, insbesondere Unternehmen (namentlich die Familie Quandt) und staatliche Institutionen damals schuldig gemacht haben. Herr Dr. Kuehne (Bezirksstadtrat für Kultur) betonte die menschenverachtende Vorgehensweise in den Jahren des Hitler Regimes und stellte die Aussöhnung der Völker / Generationen nach dem Krieg heraus. Die evangelische Pfarrerin stellte besonders heraus, dass damit die Namen der verstorbenen Kinder bekannt wurden und bleiben und somit das Schicksal der Kinder nicht mehr anonym ist.

Der Kirchenvorstand und die Gemeinde St. Bonifatius war mit 7 Mitgliedern würdig vertreten. Bedauerlicherweise war kein Pfarrer mit dabei. Die Spende der Kirchengemeinde St. Bonifatius in Form der Altarsteine wurde positiv heraus gehoben und die Gemeinde St. Bonifatius auf der Sponsorentafel erwähnt. Viele Nachfragen des " wie kommt Ihr dazu" konnten von den Mitgliedern des KV und von Gemeindemitgliedern erläutert werden.

Ich glaube, wir haben St. Agnes und St. Bonifatius ein bleibendes Erbe hinterlassen, auch wenn es die Kirchen dereinst nicht mehr geben sollte.

Mit dem offenen Umgang unserer schlimmen Vergangenheit, der Anerkenntnis von Schuld und Unrecht haben wir eine große Chance, auch im nächsten Jahrhundert noch attraktiv zu sein für die Existenz-/ Lebensfragen der Menschen.

Edmund Brumbauer und Dr. Bernd Schmitz