St. Bonifatius

Katholisches Leben in der Mitte Berlins

Aus der Christlichen Welt - Im August 2012

02.08.2012 / Redaktion

Das krisengeschüttelte katholische Irland war Gastgeber des 50. Eucharistischen Weltkongresses in Dublin. Der Besucherandrang war sehr groß – es kamen täglich bis zu 20.000 Teilnehmer zu den verschiedenen Veranstaltungen. Das Jubiläumstreffen hatte als Motto: „Die Eucharistie: Gemeinschaft mit Christus und untereinander“. Ökumene und die erstrebte Einheit der christlichen Kirchen spielten eine große Rolle bei dem Treffen. Papst Benedikt XVI. sprach in seiner Videobotschaft von der Hoffnung, dass vom Kongress eine innere Erneuerung ausgehe. 2013 ist in Köln ein nationaler Eucharistischer Kongress geplant.

Die UNESCO hat auf Antrag der Palästinensischen Autonomiebehörde die Geburtskirche Jesu in Bethlehem in ihre Weltkultur-Liste aufgenommen. Israel hat dagegen protestiert – nicht wegen des bedeutsamen Ortes – aber dagegen, dass hier mit religiösen Stätten Politik betrieben werde. Es wies auch darauf hin, dass die Stätte in der Vergangenheit von Palästinensern besetzt und entweiht worden sei. Von Seiten der Christen war im Vorfeld und nach dem Entscheid die Reaktion verhalten. Man wies darauf hin, dass die christlichen Stätten autonom seien und keiner staatlichen Behörde gehören. Es ist auch ein Faktum, dass in den von Palästinensern verwalteten Gebieten die Zahl der Christen weiter abnimmt.

Die Dompredigerin Petra Zimmermann vom Berliner Dom und Martin Germer, der Pfarrer der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche haben Steine ihrer Kirchen für das geplante Friedenszentrum im ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz übergeben. Der neu gewählte ägyptische Präsident Mursi empfing eine Delegation koptischer Bischöfe und versprach, für ihre Anliegen immer ein offenes Ohr zu haben. Er betonte auch, dass er Präsident aller Ägypter sei, der Muslime und der Christen.

Missio berichtete, dass in Syrien fundamentalistisch-moslemische Gruppierungen Christen - denen vorgeworfen wird, auf Seiten des Assad-Clans zu sein - unter Druck setzen. Besonders die vor einigen Jahren aus dem Irak nach dem vermeintlich sicheren Syrien geflüchteten Christen befürchten nun, erneut fliehen zu müssen.

Das 700 Jahre alte syrisch-orthodoxe (aramäische) Kloster Mor Gabriel im Südosten der Türkei bei Midyat will jetzt internationale Unterstützung anstreben. Das oberste Gericht in Ankara hat entschieden, dass es auf „unrechtmäßigem Boden“ stehe und enteignet werden solle. Es ist eines der ältesten – wenn nicht das älteste – christliche Kloster überhaupt!

Erzbischof Gerhard Ludwig Müller von Regensburg wurde vom Papst zum Präfekten der Glaubenskongregation in Rom ernannt (der jetzige Papst war ebenfalls Leiter dieses Amtes). Erzbischof Müller meinte, dass er sich nicht als konservativ verstehe, sondern als katholisch.

Der Evangelische Arbeitskreis Berlin-Brandenburg in der CDU hatte am 17.7. Abgeordnete aus drei Bundesstaats-Parlamenten Nigerias zum Thema der blutigen Übergriffe gegen Christen in Nigeria eingeladen. Der Bundestagsabgeordnete Herr von der Marwitz wies darauf hin, dass in etwa 100 Staaten der Erde ca. 100 Millionen Christen Verfolgungen der unterchiedlichsten Art ausgesetzt seien, sogar in demokratischen Ländern wie Indien sei das auf lokaler Ebene der Fall! In der Diskussion zu Nigeria wurde festgestellt, dass es sich bei den Terrorübergriffen nicht nur um rein religiös bedingte Taten handelt, vielmehr seien ethnische und soziale Ursachen mitverantwortlich. Diese machten sich fundamentalistiche Kreise zu Eigen um Terror auszuüben, bei dem im Übrigen mehrheitlich moslemische Opfer zu beklagen sind. Es gäbe etliche Gesprächskreise zwischen christlichen und moslemischen Führern, doch die Hintermänner des Terrors (in erster Linie Anhänger von Boko Haram) seien nicht zu fassen.

Gerhard Schmidt-Grillmeier