St. Bonifatius

Katholisches Leben in der Mitte Berlins

Führung durch die „König Galerie“ – die ehemalige Kirche St. Agnes

©Gerhard Schmidt-Grillmeier

12.10.2017 / Redaktion

Auf die Veranstaltung des Bürgervereins Luisenstadt e. V. war ja in den Pfarrnachrichten hingewiesen worden. Es trafen sich am 7.10. um 11 Uhr ein Dutzend Interessierte – zumeist vom Bürgerverein Luisenstadt e. V.

Herr Josef Eisl führte uns durch das - im Inneren den Bedürfnissen einer großen und renommierten Galerie angepasste - Gebäude. Frau Monika Müller vom Bürgerverein ergänzte durch Berichte von der früheren Kirchengemeinde – auch anhand von Bildmaterial.

Im Eingangsbereich befinden sich der Empfang und die Bibliothek. Dem schließt sich – im ehemaligen Kirchenschiff - der sogenannte Showroom an, in dem mehr kleinformatige Kunst ausgestellt wird. Der frühere Altarraum dient als Büro. Die freundlichen Mitarbeiterinnen zeigten sich sehr interessiert, als ihnen ein früheres Gemeindeglied von der ehemaligen Funktion ihres Arbeitsplatzes berichtete. Irgendwie angemessen – es hingen dort zwei Kunstwerke, die das Kreuz zitierten.

Teilweise sind auch Wände mit originalen Ziegelsteinen – die ja aus dem Trümmerschutt des zerbombten Gebiets für den Aufbau der Kirche benützt wurden – zu sehen.

Das Treppenhaus im originalen Brutalismus (d. h. der unverputzte Rohbeton dominiert) führt denn zu dem neu gewonnenen Geschoss. Das ehemalige Kirchenschiff wurde – ausgehend von der Orgelempore – durch eine Betondecke geteilt. Damit war eine zusätzliche sehr großzügige Ausstellungsfläche gewonnen. Durch das immense Platzangebot gewinnen die ausgestellten Kunstwerke ungemein – sie stammen von bekannten Künstlern der Gegenwart. Man hat Raum sie zu betrachten! Die großen Dimensionen erlauben auch die Präsentation von sperrigen (auch im Sinne von großen) Werken.

In einem Nebengebäude ist das Café St. Agnes untergebracht – zurzeit aber im Umbau begriffen.

Einhellige Begeisterung rief der Agnes-Garten hervor. Früher befand sich dort wohl lediglich eine leere Fläche, genau konnte sich niemand daran erinnern. Jetzt ist er mit viel Grün bepflanzt und wird als Skulpturenpark benützt. Sogar etwas Wasser sprudelt aus einem der Kunstwerke.

Ich fand es schön, dass ein Gebäude, das früher dem Gottesdienst geweiht war, jetzt weiter kulturell genützt wird und Menschen zusammenführt.

Besuchen Sie die Galerie – es lohnt sich!

Gerhard Schmidt-Grillmeier