St. Bonifatius

Katholisches Leben in der Mitte Berlins

„Sichtbar Zeugnis ablegen für Anwesenheit und Nähe Gottes“

29.02.2016 / Redaktion

In seiner ersten Generalaudienz nach der Eröffnung des Heiligen Jahres hat Papst Franziskus Kirche und Welt zu mehr Barmherzigkeit aufgerufen. „Besonders heute, da die Verzeihung ein seltener Gast in der Welt der Menschen ist, ist die Barmherzigkeit dringend, und das überall: in der Gesellschaft, in den Institutionen, am Arbeitsplatz und in der Familie“, sagte er am Mittwoch auf dem Petersplatz. Aus menschlicher Sicht sei es zwar naiv zu glauben, dass das die Welt verändern könne, so der Papst. Doch aus Sicht des Glaubens sei das Törichte an Gott weiser als die Menschen und das Schwache an Gott stärker als die Menschen, zitierte er den Apostel Paulus. Franziskus betonte zugleich, dass Barmherzigkeit auch Richtschnur aller kirchlichen Strukturreformen sein müsse. „Wenn wir für einen Augenblick die Barmherzigkeit vergessen, dann wird jede unserer Anstrengungen nichtig, denn dann werden wir Sklaven unserer Institutionen und unserer Strukturen, wie reformiert sie auch sein mögen“, so der Papst. Die nötige Erneuerung der Institutionen und Strukturen müsse stets dazu dienen, die „lebendige und belebende Erfahrung der Barmherzigkeit Gottes zu machen“. Weiter sagte Franziskus, die Kirche brauche ein Heiliges Jahr der Barmherzigkeit, weil sie in einer Epoche des tiefgreifenden Wandels in besonderer Weise aufgerufen sei, „sichtbar Zeugnis abzulegen für Anwesenheit und Nähe Gottes“. Wer den Blick auf den barmherzigen Gott und auf die bedürftigen Brüder und Schwestern richte, nehme „den wesentlichen Inhalt des Evangeliums“ in den Blick: „Jesus Christus, die fleischgewordene Barmherzigkeit“. Barmherzig zu sein, bedeute, nicht darüber nachzudenken, ob es etwas Wichtigeres oder Besseres gäbe, sondern zu handeln. Als größtes Hindernis für die Barmherzigkeit nannte der Papst die Selbstliebe. Sie sei so verbreitet, dass sie oft gar nicht mehr als Beschränkung oder Sünde erkannt werde. Nur wer sich selbst als Sünder erkenne, könne die göttliche Barmherzigkeit in ihrer Tragweite ermessen. (Vatikanstadt – 9.12.2015, KNA, katholisch.de )

Liebe Gemeinde, liebe Gäste, auch wir wollen die Barmherzigkeit Gottes in den Blick nehmen und nicht nur darüber nachdenken, sondern auch handeln. An dieser Stelle danke ich ausdrücklich den vielen Helferinnen und Helfern unserer Gemeinde, die sich um die Flüchtlinge kümmern, die in unserer Nähe eine Unterkunft gefunden haben. Viele Ehrenamtliche engagieren sich und schenken nicht nur Zeit, sondern auch Nähe. Eine Nähe, die besonders den unbegleiteten Jugendlichen Flüchtlingen sehr wichtig ist. Auf der anderen Seite möchte ich auch dazu einladen, diese Nähe auch für uns in Anspruch zu nehmen. Die Nähe Gottes, die uns besonders in den Sakramenten der Kirche begegnet. Christus ist gekommen zu heilen die krank sind, und zu befreien die Gefangenen. Ein besonderes Augenmerk möchte ich daher auf das Sakrament der Versöhnung legen. Viele haben seit Jahren nicht mehr gebeichtet oder haben Angst davor. Angst vor Nähe? Angst vor der eigenen Realität? Genau in dieser Angst begegnet uns Jesus und fängt uns auf. Deshalb ermutige ich diesen Schritt hin zu einer neuen Nähe Gottes zu tun – er lädt uns ein! Am Samstag, 12. März möchte ich zu einem Tag der Barmherzigkeit in unserer Gemeinde einladen. Um 17.00 Uhr starten wir in unserer Kirche St. Bonifatius mit einer Zeit der Besinnung, der Anbetung und der Nähe Gottes. Das Allerheiligste Altarssakrament wird angebetet und Priester stehen zum persönlichen Gespräch oder zur Beichte zur Verfügung. Um 18.00 Uhr feiern wir die Hl. Messe und im Anschluss haben Sie die Möglichkeit zur persönlichen Einzelsegnung! Bitte sagen Sie diese Einladung weiter und nehmen Sie sich auch selbst diese Auszeit vor Ostern! Dann werden wir ein anderes Ostern – ein anderes Auferstehungsfest erleben – eines, das sich in unserem persönlichen Leben widerspiegelt.

Ein gesegnetes Osterfest
Ihr Pfarrer O. Cornelius