St. Bonifatius

Katholisches Leben in der Mitte Berlins

Anbetung in der St.-Johannes-Basilika

27.03.2018 / Redaktion

Seit 35 Jahren wiederholt sich in unserer schönen Kirche an den Freitagabenden ungefähr dasselbe Ritual:
Nach der Abendmesse um 19.30 Uhr bewegen sich etliche Menschen im Altarraum und bereiten die Anbetung vor: die Projektionsleinwand wird aufgestellt, seit einigen Jahren wird das Medienwägelchen mit dem Beamer herangeschoben, mit einigem technischen Aufwand in Gang gesetzt und das Bild an die Leinwand angepasst. Meditationsschemel, kleine Teppiche, Decken und Felle werden in einer großen Kiste herbeigeschleppt und aufgestellt. Gitarren ausgepackt und gestimmt, Kerzen angezündet und dann – Licht aus, Stille – die Anbetung kann beginnen - im Namen Gottes. Wenn wir Glück haben, leitet ein Geistlicher die Anbetung ein, indem er das Allerheiligste in einer Monstranz ausstellt, sich im Anschluss daran zu Beichtgesprächen zur Verfügung stellt und am Schluss der Anbetungszeit einen eucharistischen Segen spendet, um das Allerheiligste dann wieder in den Tabernakel zu verschließen.

Manchmal läuft alles sehr bescheiden ab und wir beten vor dem geschlossenen Tabernakel, aber meistens ist eine Gottesdienstbeauftragte anwesend, die uns den Tabernakel öffnen kann, so dass wir Jesus in der Hostie auf einem feinen, kleinen Ostentatorium anbeten können.

Das ist das Zentrum des Geschehens.

Auf der anderen Seite findet sich das jeweilige Lobpreis­team ein. Drei Teams übernehmen die musikalische Leitung und wechseln sich in regelmäßiger Reihenfolge ab. Das sind dann meist 2–5 Gitarrespieler/-innen, die in drei Phasen singen und spielen, was auf der Leinwand zum Mitsingen aufgezeigt ist. Zwischen diesen Phasen gibt es je runde 20 Minuten Schweigezeit. Zu den Musiker/-innen gesellen sich nach und nach mehr oder weniger viele Anbetende, die sich entweder ebenfalls auf Meditationsschemeln einrichten oder in den seitlichen Bankreihen oder umliegendem Gestühl Platz nehmen. Oft sitzen auch einzelne Personen weitab vom Geschehen irgendwo im Kirchenraum und finden dort ihre Ruhe.
Nach der zweiten Schweigezeit stellen sich meist einige Personen vor den Altar und bieten ihre Fürbittgebete an, d.h. einzelne Personen, manchmal auch kleine Gruppen, z.B. Mutter und Kind, können diesen Fürbittern ihre Anliegen erklären und anschließend für sich beten lassen. Dazu gibt es dann manchmal einen Rat oder ein tröstendes Wort, sicher aber einen Segen.

Nach dieser Fürbittphase gibt es einen Abschlusssegen und zum guten Schluss vor dem wieder verschlossenen Tabernakel ein Schlusslied, meist der Mutter Gottes gewidmet.
Und dann wird – husch husch – alles wieder zurückgeräumt.
So oder so ähnlich läuft das nun schon seit 35 Jahren ununterbrochen.
Zugegeben – es sind manchmal sehr wenige Anbeter inzwischen, aber die Menschen, die da sind, lieben diese Anbetung sehr und kommen oft von weit her, um diese ganz besondere Atmosphäre bei Gott zu genießen.
Vielleicht schauen Sie ja auch mal bei uns vorbei, wenn Sie mal Ruhe brauchen und Gott nahe sein wollen, schönen Lobpreis genießen und/oder einen Segen brauchen. Wir sind auf alle Fälle da und freuen uns über jeden, der mitmacht, aktiv, passiv oder vielleicht sogar beim Vorbereiten und Abbauen hilft.
Alles zur höheren Ehre Gottes versteht sich!

Elfie Anneser