St. Bonifatius

Katholisches Leben in der Mitte Berlins

Was bedeutet Maria uns Christen?

29.04.2016 / Redaktion

Die Mutter Jesu nimmt in der Bibel eine besondere Stellung ein. Unbestritten ist Maria eine zentrale Figur der Heilsgeschichte. Viel erfährt der Leser der Heiligen Schrift nicht von ihr, ebenso wie von ihrem Mann Josef. Darum ist das, was in den Evangelien von Jesu Mutter geschrieben steht, auch nicht wirklich biografisch zu verstehen, sondern immer in Bezug auf Jesus Christus.

Maria tritt nur an wenigen Stellen und eher am Rande auf, in den meisten neutestamentlichen Schriften wird sie überhaupt nicht erwähnt. In den ersten beiden Kapiteln des Lukasevangeliums und des Matthäusevangeliums finden sich beispielsweise Angaben über Marias Mitwirken an der Heilsgeschichte des Volkes Israel. Dort wird sie als jung verlobte Frau geschildert. Sie wird bei Lukas vom Erzengel Gabriel besucht (Lk 1,28). Dieser kündigt ihr an, dass sie, ohne zuvor mit ihrem Verlobten Josef zusammenzukommen, den von Israel erwarteten Messias und Gottessohn zur Welt bringen wird. Im Matthäusevangelium liegt der Schwerpunkt der Darstellung auf der Sicht ihres Verlobten Josef. Informationen über Marias Herkunft bietet das Proto-Evangelium des Jakobus, eine frühchristliche Schrift, die aber nicht in den Kanon der Bibel aufgenommen wurde.

Als einziges Evangelium stellt das von Johannes Maria als Zeugin der Kreuzigung dar: „Siehe, dein Sohn – siehe, deine Mutter“ (Joh 19,25), sagt Jesus zu Maria und Johannes. Schließlich wird Maria in der Apostelgeschichte als eine der Frauen erwähnt, die mit den Jüngern betend auf die Sendung des Heiligen Geistes wartet (Apg 1,14). In den Briefen des Neuen Testaments kommt sie überhaupt nicht vor.

Ungeachtet der textlichen Vernachlässigung spielt Maria in der katholischen Kirche bis heute eine große und wichtige Rolle. „Maria ist wichtig für den Glauben, weil sich ohne sie die Menschwerdung Gottes nicht hätte ereignen können“, sagt der Münsteraner Weihbischof Christoph Hegge. „Maria verkörpert in ihrem Leben auf einzigartige Weise die Grundhaltung des Glaubens. Sie zeigt uns als Erste der neuen Schöpfung, wie Gott wirkt, wenn wir uns ihm ganz öffnen.“

Die Kirche hat im Laufe der Zeit in vier Mariendogmen, also unverrückbaren Lehrsätzen, über die Mutter Gottes festgesetzt. Bereits im Jahr 431 wurde auf dem Konzil von Ephesus zum Dogma erklärt, dass Maria eben nicht nur die Mutter des Menschen Jesus, sondern die des göttlichen Wesens ist. Weiter wurde auf dem zweiten Konzil von Konstantinopel im Jahr 553 in einem Dogma festgehalten, dass Maria vor, während und nach der Geburt Jesu immer jungfräulich blieb.

Ergänzt wurde dieses mehr als 1.000 Jahre später durch ein Dogma im Jahr 1854. Es besagt, dass Maria vor und nach ihrer Geburt frei von der Erbsünde ist. Abschließend stellte Papst Pius XII. 1950 das Dogma auf, dass Maria zeitlebens sündenfrei mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen wurde.

Damit aber nicht genug. Neben den Dogmen wird Marias Stellung in der Kirche zudem darin deutlich, dass es über das Jahr verteilt zwölf Marienfeste gibt. Zu den bekanntesten zählen Mariä Lichtmess (2. Februar), wenn an die Weihe des Jesuskindes im Tempel gedacht wird, oder Mariä Himmelfahrt (15. August), das auf das Dogma von 1950 zurückgeht.

Abseits des Offiziellen erfreut sich Maria auch im Volksglauben einer großen Beliebtheit. Diese drückt sich beispielsweise durch Wallfahrten an Orte aus, an denen die Gottesmutter erschienen sein soll – man denke nur an die südfranzösische Kleinstadt Lourdes.
Den Höhepunkt erreicht die Marienverehrung im Wonnemonat Mai. „Im Mai bricht die Schöpfung in aller Schönheit und Kraft auf“, sagt Weihbischof Hegge. „Der Mai ist Marienmonat, weil das, was in der Natur geschieht, ein Sinnbild für Maria ist.“ In ihr kündige sich der Frühling des Heils für alle Menschen an. Die Natur stehe als Symbol für die neue Schöpfung in Jesus Christus, die durch Maria aufbreche, weil sie Ja sage zum Willen Gottes.

Maiandachten zu Ehren der heiligen Gottesmutter Maria wurden zum ersten Mal im Jahr 1784 in Italien gefeiert. Im 19. Jahrhundert verbreitete sich diese Andachtsform und setzte sich weltweit in der katholischen Kirche durch.

(Quelle: katholische.de, Maria, Blüte des Christentums, Bonn 28.2.2015)

Liebe Gemeinde, liebe Gäste,
ganz herzlich lade ich Sie zu unseren Maiandachten ein:

  • dienstags um 16.30 Uhr in St.-Bonifatius-Kirche oder bei schönem Wetter hinter der Kirche im Hof;
  • donnerstags um 20.15 Uhr in St.-Bonifatius-Kirche Maiandacht mit Rosenkranzgebet
  • freitags um 19.00 Uhr in der St.-Johannes-Basilika

Ihr Pfr. Cornelius