St. Bonifatius

Katholisches Leben in der Mitte Berlins

Der Mai als Marienmonat

Marienfigur

02.05.2014 / Redaktion

Die Feier von Maiandachten im Marienmonat Mai und der besondere Blumenschmuck eines Marienbildes in der Kirche (Maialtar) sind typische Ausdrucksformen katholischer Marienfrömmigkeit. Die Wurzeln dieses Brauchtums, das seinen Höhepunkt im Zeitraum zwischen 1850 und 1950 hatte, reichen teilweise weit zurück und sind sehr vielschichtig. Vorchristliches Frühlingsbrauchtum wurde durch verschiedene christliche Feiern aufgegriffen. Ursprünglich war das „Maigebet“ eine Bitte um eine gute Ernte, ähnlich wie heute noch die Flurprozessionen („Bitt-Tage“) den Segen für die Felder und Früchte in dieser Jahreszeit erbitten. Ausgehend von Italien, Frankreich, Schweiz und Österreich verbreitete sich die marianisch geprägte Maiandacht in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts auch in Deutschland. Sie wurden verbunden mit „Maipredigten“, die den Stellenwert dieser Andachten hervorhoben. Die Maiandachten und die Maipredigten förderten darüber hinaus die marianische Volksfrömmigkeit, durch die in den Menschen eine emotionale Schicht erreicht wurde. Die Blumen und Blüten symbolisieren Maria in ihrer Gnadenfülle; sie wird als „die schönste Blume“ besungen. Der Bezug von Marienmonat und Frühling wird in Ländern der südlichen Halbkugel der Erde dadurch zum Ausdruck gebracht, dass der besondere Marienmonat nicht im Mai, sondern im dortigen Frühling, also im November gefeiert wird und oft mit dem hohen Marienfest am 8. Dezember endet.

Geistliche Prägung eines Monats:

Bereits im Mittelalter gab es den Brauch, bestimmte religiöse Inhalte einen Monat lang in den Vordergrund zu stellen und so diese Frömmigkeit einzuüben. So gab es z. B. den „Frauen-Dreißiger“ vom 15. August bis zum 14. September. Der Monat Juni ist besonders der Verehrung des Herzens Jesu, der September ist der Schutzengelmonat, der Mai und der Oktober haben einen besonderen marianischen Charakter, der November ist der Totenmonat. Das marianische Brauchtum im Mai hat sich im Volk Gottes entwickelt; es wurde teilweise durch Ordensgemeinschaften (z.B. die Jesuiten) sehr gefördert. Frühling und Blüten wurden als Hinweis auf Maria geistlich gedeutet. Während die großen Marienfeste mehr punktuelle Anlässe sind, wird durch den Marienmonat Mai die marianische Frömmigkeit kontinuierlich eingeübt und vertieft. Elemente der Maiandacht waren und sind u. a. volkstümliche Marienlieder, Musik und Chorgesang, Rosenkranz, gesungene Litaneien, Lesung aus der Heiligen Schrift, Marienlob, Predigt oder geistliche Lesung, Fürbitten, Lichterprozession, Aussetzung des Allerheiligsten. Mit besonderer Feierlichkeit wurden und werden die Maieröffnung und der Maischluss begangen. Die Kirchenmusik kennt unzählige Werke zu Ehren der Gottesmutter Maria, die im Mai zur Aufführung kommen können.
(Quelle. Erzbistum Freiburg, Dr. Rainer Birkenmaier)

Wir feiern unsere Maiandachten:

  • In St. Bonifatius immer dienstags um 16.30 Uhr und donnerstags um 20.15 Uhr.
  • In der St.-Johannes-Basilika immer freitags um 19.00 Uhr.

Bereichern wir unser Glaubensleben mit dem Besuch der Maiandachten und lassen uns von Maria wieder mitnehmen in die Nachfolge Jesu. Es wird auch eine Maiandacht für Jugendliche am Freitag, den 23.5. um 18.00 Uhr im Garten der St.-Johannes-Basilika angeboten.
Für Familien mit Kindern feiern wir eine Maiandacht am Sonntag, 18.5. um 17.00 Uhr in St. Bonifatius. Bei schönem Wetter im Hof.

Grüße Ihr Pfr. Cornelius