St. Bonifatius

Katholisches Leben in der Mitte Berlins

Bridging the gap...

03.06.2016 / Redaktion

...d.h. die Kluft überbrücken – zwischen Alltag und Glaube, so haben wir es als pastoralen Impuls aus den Philippinen mitgebracht! Am Pfingstsonntag Nachmittag ist uns das aus meiner Sicht tatsächlich ein bisschen gelungen: Auf der Yorckstraße zog der Karneval der Kulturen und mit ihm unzählige Menschen, die an diesem Sonntag wohl nicht als erstes an das Pfingstfest dachten. Ihnen allen hatten wir – der Arbeitskreis ‚Kunst zeigen‘ (EBO) und die Gemeinde St. Bonifatius – den roten Teppich ausgerollt und auf diese Weise in unsere Kirche eingeladen. Beim Eintreten eröffnete sich ihnen der Blick in unseren schönen Kirchenraum durch leicht schwebende Seifenblasen hindurch, entlang einer mit wallenden Tüchern gestalteten Windinstallation bis hin in das vordere Kirchenschiff, in dem sich Luftballons in den Farben des Feuers mit angebundenen Gebetszetteln gen Himmel bewegten. Manch ein Gottesdienstbesucher hatte noch am Montag seine Freude an den tänzelnden Ballons vor dem von Fred Thieler gemalten „Himmelsfenster“ – Bild im Altarraum. Es waren richtig viele, die unserer Einladung gefolgt sind: + Menschen in lustvoller Partylaune, aber auch solche, die gerade etwas Abstand dazu gewinnen wollten, + Menschen mit fröhlich gefärbtem Haar oder mit vielfarbiger Blumenkette um den Hals, die plötzlich andächtig in den Kniebänken in einer Bibel blätterten oder einfach den Orgelklängen lauschten, + Familien, die die Kirche in allen Details zu entdecken suchten oder einzelne, die aufhorchten, als die Pfingstereignisses aus der Apostelgeschichte als Modulation in (mindestens) fünf verschiedenen Sprachen übertragen wurde. Alles in allem war es sehr bunt, aber gleichzeitig sehr besinnlich, beinahe still. Manche beschrieben diesen Ort als Oase – so wohltuend. Einige bedankten (!) sich, dass Kirche sich derart für sie öffnet und zeigt. Auch für mich war es eine große Erfahrung, einfach da zu sein für den, der die ein oder andere Erklärung suchte oder die ein oder andere, die auf ein tröstendes Wort hoffte, einfach da zu sein und unendlich viele Luftballons zu füllen und Groß und Klein zu animieren, darüber nachzudenken, wohin sie ihre Sehnsucht führt. Gegen Ende kam ich auch in den hinteren Teil der Kirche, dorthin, wo sich das eine Geschehen mit dem anderen verband. Auf dem Weg nach draußen bekam jeder und jede noch einen Windbeutel – Geburtstagskuchen –, solange der Vorrat reichte. Da war ich leider zu spät... Aber welch‘ Freude, mit so vielen den Geburtstag der Kirche gefeiert zu haben. Gemeindereferentin Paula von Loë