St. Bonifatius

Katholisches Leben in der Mitte Berlins

Dem Leben dienen...

30.06.2017 / Redaktion

Kennen Sie das, dass einem manchmal Dinge plötzlich aufgehen, dass einem etwas wie Schuppen von den Augen fällt? So ging es mir letzthin, als ich plötzlich wahrnahm, welche Dimension das Wort „dienen“ für unser Leben hat.

Eigentlich wird es heute ja kaum noch verwendet …. vielleicht manchmal, wenn es heißt, dies oder das dient einer Sache oder „Wie hoch ist denn dein Verdienst?“ – immer sehr profitorientiert. Auf Englisch kommt es in unserem Alltagsleben auch manchmal vor: beim Copy-Service oder Pizza-Service. All das beschreibt aber vom wirklichen Wesen des Dienens wenig.

Mir ging auf, dass das Dienen der praktische, also „tätige“ Teil der Liebe ist. Es ist wie zwei Seiten ein und derselben Medaille. Manche werden mir sagen: Das ist doch nichts Neues! Stimmt: gelesen oder in einer Predigt davon gehört haben wir sicher schon häufig. Aber es tatsächlich ins Leben übersetzt?

Jesus gibt uns als „goldene Lebensregel“ mit: Du sollst Gott lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deiner Kraft und du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. (Mt 22,37 u. 38) Die konkrete Anwendung dieses Gebots würde also nun heißen: Diene Gott mit ganzem Herzen . . . und diene deinem Nächsten wie dir selbst.

Wenn wir nun immer dienend unterwegs wären, d.h. nach meiner Interpretation allem Leben gegenüber wohlwollend zugewandt und zutiefst förderlich, – dem eigenen Leben, dem des Mitmenschen und auch dem Dasein Gottes gegenüber –, dann hätte das auf das Ganze gesehen eine im besten Sinne umwerfende Wirkung!

Wenn für unser Reden, Denken und Tun immer das Dienen der Maßstab wäre, dann könnte tatsächlich Frieden und Gerechtigkeit im kleineren Umfeld, sowie auf der ganzen Welt um sich greifen. Mit dem Anspruch als Dienende oder Dienender unterwegs zu sein, bekommt das Leben eine neue Herausforderung, aber auch eine besondere, eine „goldene“ Qualität – wird Liebesdienst.

Nun beginnt die Ferienzeit – hoffentlich eine „goldene“ für jeden von uns! Und wir dürfen uns wohl ein bisschen mehr als sonst um uns selber kümmern,– aber letztlich auch das mit „liebender Aufmerksamkeit“ für unsere Umgebung.

Wir wünschen allen eine gesegnete Sommerzeit.

Paula von Loe, GR

Etwas zum Hineinlegen...

„Wie man sich bettet, so liegt man“, sagt ein Sprichwort.
Ich bette mich. Der Sommer liegt mir zu Füßen.
Mit satten Farben, Sonnenuntergängen,
mit warmem Wind und erfrischendem Regen,
mit dem Zwitschern der Vögel
und dem Zirpen der Grillen.
Ich nehme davon, so viel ich brauche.
Und bette mich.
Ich schaffe mir Oasen im Alltag.
Plätze, an denen ich auftanken kann.
Und bin gewiss:
Wo ich schwarz sehe und mir kalt wird,
da bettet er mich und nimmt mich
an seine warme Hand.

Quelle: Ulrike Berg aus: Andere Zeiten – Magazin zum Kirchenjahr 2/2016 S.13