St. Bonifatius

Katholisches Leben in der Mitte Berlins

Ministranten an der Kommunionbank

Segen für unseren Kiez

18.06.2017 / Redaktion

Die Prozession mit dem Leib Christi, ein­ge­fasst durch die sonnenförmige Monstranz, ist zu einem typisch katholischen Fest geworden. Entstanden ist Fronleichnam in Lüttich und wurde dort 1246 zum ersten Mal gefeiert. Keine zwanzig Jahre später hat der aus Lüttich stammende Papst Urban IV. das Fest 1264 für die ganze Kirche eingeführt. Das Fest folgt auf den Sonntag nach Pfingsten und wird an einem Donnerstag begangen, weil am Gründonnerstag Jesus das eucharistische Mahl zum ersten Mal mit seinen Jüngern gefeiert hat. (Vgl. www.kath.de, Segen für Felder und Stadtviertel.) Bei uns ist der Fronleichnamstag kein arbeitsfreier Tag, so dass die Hauptprozession am Abend um 18.00 Uhr auf dem Gendarmenmarkt gefeiert wird.

Während wir am Gründonnerstag die Einsetzung der Eucharistie im letzten Abendmahl Jesu feiern, hebt Fronleichnam das Mysterium der Wandlung besonders hervor. Für uns katholische Christen ist die Feier der Eucharistie kein Symbol, sondern die Realpräsenz Christi in den Gestalten von Brot und Wein. Fronleichnam feiern wir die Gegenwart des auferstandenen Jesus im eucharistischen Brot und lassen diese Gegenwart zum Segen für die Wohnquartiere werden. Wie ist diese Gegenwart zu verstehen? Offensichtlich bleibt das Brot Brot und der Wein wird nicht in Blut verwandelt. Die aristotelische Philosophie, die im Mittelalter über arabische Gelehrte in Spanien den Weg ins Abendland fand, unterscheidet Substanz, den Wesenskern, und die äußere Erscheinung, die Akzidentien. Man spricht deshalb von Transsubstantiation, um die Wandlung des Brotes und Weines zu erklären. Verwandelt wird die Substanz, die äußeren Akzidentien bleiben (ebd.)
Liebe Gemeinde, in den letzten Jahren haben wir dieses Fest immer zusammen mit der polnischen Mission in der St.-Johannes-Basilika gefeiert. Es war in der letzten Zeit zu beobachten, dass bei immer mehr Gläubigen aus St. Bonifatius diese Feier in den Hintergrund gerückt ist. Um diesem wichtigen Fest wieder eine besondere Aufmerksamkeit zu geben, werden wir Fronleichnam in St. Bonifatius feiern und in einer Prozession über die Yorckstraße zur evangelischen Jesus-Christus-Kirche gehen. Dort werden wir gemeinsam beten und um Gottes Segen bitten. Anschließend gehen wir wieder zurück zu unserer Kirche. Warum auf die Straße gehen? Die Prozession macht deutlich, dass unser Glaube und unser Bekenntnis nicht an der Kirchentür endet, sondern im Alltag gelebt werden will. Außerdem tragen wir unser innerstes, unser heiligstes in die Welt, um deutlich zu machen, dass Christus in dieser Welt ist und für die Welt da ist. Wir bitten Gott für alle Menschen in unserem Kiez um seinen Segen. Eine wahrhaft apostolische Aufgabe. Ich bitte jeden einzelnen, an diesem Tag mit uns zusammen, für seinen Glauben einzustehen und sich mit auf den Weg zu machen. Das ist ein Beitrag unserer Gemeinde für unseren Kiez.

Fronleichnam in St. Bonifatius am Sonntag, den 18. Juni um 10.30 Uhr.
Grüße, Ihr Pfarrer Cornelius