St. Bonifatius

Katholisches Leben in der Mitte Berlins

Die meinen es ernst!

14.07.2015 / Redaktion

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. So beginnen wir in der Regel jeden Gottesdienst. Aber wissen wir, was wir da eigentlich beten? Paulus sagt uns im Brief an die Korinther: „Und keiner kann sagen: Jesus ist der Herr!, wenn er nicht aus dem Heiligen Geist redet“ (1 Kor 12,3). Dieses Bekenntnis zum Dreieinen Gott können wir nur aus einer Glaubensgewissheit heraus sagen, die uns durch Gott selbst geschenkt wird. Deshalb ist es immer wieder wichtig, dass jeder einzelne Christ, wie auch eine Gemeinde, sich immer wieder dieser Glaubensgewissheit vergewissert. Suchen wir die Nähe zu Gott? Suchen wir die Nähe zu Gott in unserem Alltag, in Schule und Beruf und in der Familie?

Es braucht also immer wieder eine innere Renovierung, eine Erneuerung der Gottesbeziehung durch den Heiligen Geist. Bei vielen Menschen ist das Christsein eher eine Formalität geworden. Ich denke, dass die Zukunft unserer Kirche in einem verbindlichen Christsein liegt. Ich weiß, für was ich mich entschieden habe und versuche auch so zu leben. Zu meiner eigenen Verbindlichkeit brauchen wir auch ein verbindlicheres Miteinander, zum Beispiel in Hauskreisen und Gebetsgruppen und natürlich im gemeinsamen Feiern am Sonntag. Durch das persönliche und gemeinschaftliche Gebet entwickelt sich eine persönliche Beziehung zum dreifaltigen Gott. So sollten wir als Gemeinde unser Augenmerk auf die Förderung solcher Gebetsinitiativen legen. Exerzitien im Alltag oder Angebote zum gemeinsamen Tagesausklang in der Kirche. Auch in den Gremien sollte dieses Anliegen Vorrang haben. Begonnen hat unser PGR mit einer Klausurtagung zum Thema: Mein persönlicher Glaube! Wir sind einen Tag lang miteinander über unseren Glauben ins Gespräch gekommen und haben gemeinsam in der Bibel gelesen. Gemeinsam beteten wir vor dem Allerheiligsten. Da gewinnt dann der Glaube Raum! Nicht nur einmalig am Klausurtag. Jeder PGR beginnt zukünftig mit einer solchen Gebetszeit.

Ein anderer Gedanke zielt auf den gemeinsamen Austausch. Es ist für den persönlichen Glauben sehr wichtig, wenn wir über Glaubensfragen miteinander sprechen. Wir unterhalten uns über so viele Dinge, aber über den Glauben schweigen wir oft. Einer hat einmal gesagt, dass er auf seinen Glauben angesprochen wurde und etwas erklären sollte. Er wusste dann gar nicht, was er sagen sollte! Wir brauchen eine neue Vertiefung über die Inhalte unseres Glaubens. Fides et rato – Glaube und Vernunft bedingen einander und zehren auch voneinander. Wenn ich weiß, was ich glaube, wenn ich weiß, was katholisch ist, dann hilft mir das auch in meinem persönlichen Leben und in der Verteidigung meiner Überzeugung.

Es ist also kein Zufall, dass Papst Franziskus in den ersten Kapiteln von „Evangelii gaudium“ zur Erneuerung der Kirche aufruft. Immer wieder spricht er davon, dass man den Glauben nicht wie eine Ideologie bekennen muss, sondern ihn leben muss, im Sinne von Veränderung. Eine solche Veränderung braucht es auch bei uns! Eine sichtbare Veränderung feiern wir in der Wiedereröffnung unserer Pfarrkirche St. Bonifatius am 5. Juli 2015. Aus dem Bestand wurde nicht viel erneuert, Altar und Kirchenraum sind noch gleich geblieben. Aber durch Reinigung und einen neuen Anstrich, durch eine neue Lichtkonzeption wirkt der gleiche liebgewonnene Raum frisch und neu. Man fühlt sich irgendwie mit hineingenommen in die Veränderung und freut sich auf die gemeinsame Feier der Eucharistie.

Liebe Gemeinde, liebe Gäste! Erfreuen Sie sich mit uns an unserer Kirche, aber vor allem an unserem Glauben, die diesen Raum erst mit Leben erfüllt. So lade ich wieder alle gutwilligen Christen ein, mit mir zu überlegen, wie wir in Zukunft Gemeinde gestalten, damit wir eine Erneuerung von innen heraus erhalten und so ein Ort der Hoffnung werden für die Menschen in unserem Bezirk.

Grüße Ihr Pfr. Cornelius