St. Bonifatius

Katholisches Leben in der Mitte Berlins

Wort-Gottes-Feier

28.08.2013 / Redaktion

In der Ferienzeit, als beide Priester unserer Gemeinde – aus unterschiedlichen Gründen – abwesend waren, feierten wir an einigen Werktagen Wortgottesdienste ohne Kommunionausteilung. Dies war für die Mitfeiernden eine neue Situation und führte zu Nachfragen.

Das Konzil hat eigene Wortgottesdienste empfohlen. Einen solchen eigenständigen Wortgottesdienst nennt man in Abgrenzung vom Wortgottesdienst der Messe und anderer sakramentlichen Feiern im deutschen Sprachgebiet mittlerweile Wort-Gottes-Feier. Stärker als innerhalb der Messfeier kann bei solchen Wort-Gottes-Feiern den Schriftlesungen und ihrer Auslegung Raum gegeben werden.
Vor allem, wenn keine Messfeier möglich ist, können sie an Werktagen und in den vom zuständigen Diözesanbischof näher zu bestimmenden Notfällen auch an Sonntagen gefeiert werden.

Die deutschen Bischöfe haben schon vor längerer Zeit diese Thematik beraten und verbindliche Vorgaben ausgeführt:
Die Wort-Gottes-Feier ist eine eigenständige und vollwertige Liturgie, die nicht der zusätzlichen Kommunionspendung bedarf. Denn wie in allen liturgischen Feiern ist auch in der Wort-Gottes-Feier Jesus Christus gegenwärtig und der eigentlich Handelnde, da er selbst spricht, wenn die heiligen Schriften in der Kirche gelesen werden.
Die Kommunionspendung außerhalb der Eucharistiefeier ist nur in Ausnahmefällen sinnvoll (z. B. Krankenkommunion, Wegzehrung). Von ihrem Wesen her ist die Kommunion originärer Teil des eucharistischen Geschehens und an dessen Vollzug gebunden. Deshalb sollte die Wort-Gottes-Feier ohne Kommunionspendung die Regel sein (Deutsche Bischofskonferenz).

Liebe Gemeinde. nehmen Sie bitte diese Merksätze mit in Ihren vom Glauben getragenen Alltag:

  • die Wort-Gottes-Feiern haben eigenen Wert und sind nicht Gottesdienste zweiter Klasse
  • die Wort-Gottes-Feier stellt das Wort Gottes in die Mitte und macht darin deutlich, dass auch im Wort die Gegenwart Gottes erkennbar und vernehmbar ist
  • was Jesus gesagt und machtvoll getan hat und alles, was die Kirche in seinem Auftrag und in der Kraft des Heiligen Geistes tut, ist Gottes Dienst am Menschen
  • Gott richtet sein Wort an den Menschen und der Mensch gibt darauf seine Antwort. So ist Gottesdienst immer ein dialogisches Geschehen zwischen Gott und Menschen im Tun und in Worten, im Sprechen, Hören und Antworten

Uns allen wünsche ich gesegnete Gottesdienste in unseren beiden Kirchen. In der der Feier der Eucharistie, ebenso wie in den Wort-Gottes-Feiern unterschiedlichster Art.

Ihr Diakon Klaus-Peter Schaal