St. Bonifatius

Katholisches Leben in der Mitte Berlins

Gedanken zu Allerheiligen und Allerseelen

29.10.2013 / Redaktion

Am 1. November feiern wir das Sammelfest für alle Heiligen. Die Kirche gedenkt mit diesem Hochfest nicht nur der vom Papst heilig gesprochenen Frauen und Männer, sondern auch der vielen Menschen, die unspektakulär und still ihren Glauben gelebt und ihr Christentum konsequent verwirklicht haben.
Mit diesem Fest eng verbunden gedenken wir am 2. November in einem Sammelfest aller Verstorbenen. Das 998 von Abt Odilo von Cluny in allen ihm unterstellten Klöstern an diesem Tag eingesetzte Gedächtnis wurde bald in der ganzen abendländischen Kirche übernommen und ist tief im Volksglauben verankert.

Bereits am Tag vor Allerseelen, an Allerheiligen, werden die Gräber der Verstorbenen mit Blumen, grünen Zweigen und Lichtern geschmückt. Die Lichter symbolisieren die Seelen der Verstorbenen, das Grün gilt als Zeichen der Hoffnung. In Verbindung dieses Gedankens ist auch die so genannte Messintention zu erwähnen. Mit dem Stiften einer Messintention stehen wir in einer sehr langen Tradition.
Schon seit dem 2. Jahrhundert war es üblich, in der heiligen Messe Opferspenden zu geben, oder für den Unterhalt der Priester und für die Armen Lebensmittel zu spenden. Auch heute stiften viele Menschen eine heilige Messe. Das Messstipendium bzw. die Messgabe ist eine Geldgabe für die Feier einer heiligen Messe in einem bestimmten Anliegen. Die Anliegen können sowohl für die Verstorbenen als auch für die Lebenden gefeiert werden.

„Was kostet die Heilige Messe?“ So oder so ähnlich wird man als Priester manchmal von den Gläubigen gefragt, wenn eine Messintentionen bestellt wird.
Nun, die Heilige Messe ist ja die unblutige Erneuerung, die Gegenwärtigsetzung des Kreuzesopfers Jesu Christi, unseres göttlichen Erlösers. Sie ist das höchste Lob- und Dank-, Bitt- und Sühnopfer. Christus selbst ist der eigentliche Opferpriester, in Dessen Person der menschliche Priester lediglich handelt. Sowohl der Priester als auch die Opfergaben von Brot und Wein repräsentieren Christus gewissermaßen in der Liturgie auf je eigene Weise. Deshalb besitzt das Messopfer einen unendlichen Wert und übertrifft auch jeden anderen Akt der Gottesverehrung! Da die Erlösung eine Gnade Gottes ist und daher letztlich allein Ihm zu verdanken ist, ist sie auch unbezahlbar.
Keine Kostbarkeiten dieser Welt können es mit Gottes unendlicher Barmherzigkeit aufnehmen, kein Geld ist imstande, jemals eine einzige Heilige Messe an Wert aufzuwiegen, geschweige denn zu übertreffen. Darum ist das Messstipendium, der Geldbetrag, der dem Priester für die Zelebration der Messe üblicherweise übergeben wird, keinesfalls als eine Art Bezahlung für die Heilige Messe anzusehen, sondern lediglich als ein Beitrag zur Verwendung der caritativen Aufgaben der Gemeinde. Auch wenn jede (im Namen und im Auftrag der Kirche) gefeierte Heilige Messe allen ihren Gliedern zugute kommt, besitzt der Priester die Möglichkeit, diese auch in einer besonderen Intention, entweder in einem ganz bestimmten Anliegen oder für eine ganz bestimmte Person zu feiern.

Pfarrer Cornelius