St. Bonifatius

Katholisches Leben in der Mitte Berlins

Auf dem Weg zur Firmung

27.11.2013 / Redaktion

Ein Jahr lang, jede Woche, Firmunterricht. So stellt man sich doch eine normale Firmvorbereitung vor.
Dieses Jahr haben sich die Mitglieder der St. Bonifatius und der St. Marien Liebfrauen Gemeinden eine etwas andere Art der Firmvorbereitung ausgedacht. Das Ziel unserer Firmfahrt war weiter entfernt als üblich : es ging nämlich nach Spanien, besser gesagt nach Santiago de Compostela.

Doch zwischen uns und dem Grab des Apostels Jakobus lag noch ein langer Weg. Nach einer Messe in der St. Johannes Basilika ging es am 29. September vorerst los nach Madrid. Nach der Ankunft ging es los in die Innenstadt, wo auch unsere Herberge lag. Dort hatten wir nun reichlich Freizeit und hatten die Gelegenheit uns vom Flug zu erholen, obwohl unsere eigentliche Reise noch gar nicht begonnen hatte.
Am nächsten Morgen hatten wir eine 7,5 stündige Busfahrt zu unserem Startort vor uns. Nach dieser anstrengenden Busfahrt erreichten wir Sarria, von wo aus wir unseren Pilgerweg starteten. Nach unserer ersten Nacht in den Bergen Spaniens brachen wir in strömendem Regen auf. An diesem Tag hatten wir unsere längste Etappe von 22km vor uns. Da alle ihr eigenes Tempo hatten teilte sich unsere große Gruppe allmählich in mehrere kleine Grüppchen auf. Da wir immer früh aufbrechen mussten, blieb uns morgens nicht viel Zeit zum Frühstcken. Deshalb nahmen wir Brot, Wurst und anderes mit auf den Weg und frühstückten unterwegs.
Mit unseren Wanderrucksäcken, die mit Gepäck für die gesamte Reise beladen waren, zogen wir nun von Herberge zu Herberge. Jeden Tag kamen wir erschöpft und erleichtert in einer neuen Herberge an. Wir bekamen etwas Zeit um uns zu erholen und versammelten uns dann in einem Stuhlkreis um die Ereignisse des Tages zu reflektieren. Da wir jeden Tag Impulse mit auf den Weg bekamen, die uns zum Nachdenken über Glauben bewegten, hatten wir in dieser Runde die Gelegenheit uns über unsere Erfahrungen auf dem Weg auszutauschen. Wir beendeten unsere Runden immer mit gemeinsamem Singen, was auch bei den übrigen Herbergenbewohnern Anklang fand. Jede Etappe unseres Weges wurde von einem Impuls begleitet.
Zum Beispiel sollten wir einen Teil des Weges im Schweigen gehen, was Vielen nicht immer leicht viel oder wir sollten einmal die Lasten des Anderen tragen, indem wir die Rucksäcke tauschten. An anderen Tagen lernte Mancher wie man das Rosenkranzgebet betet. Manchmal bekamen wir Textstellen aus der Bibel und sollten uns alleine auf den Weg machen, damit wir uns Gedanken über die Aussage des Satzes machen konnten. So lernten wir jeden Tag etwas Neues und fanden so immer mehr zu uns und unserem Glauben. Eine der bedeutensten Ereignisse auf unserer Reise war das Beichten auf dem Pilgerweg. Für viele von uns war dies eine sehr emotionale Erfahrung. Nach 8 Tagen auf dem Pilgerweg erreichten wir voller Vorfreude unser Ziel : Die Kathedrale von Santiago de Compostela und wohnten dort einer speziellen Pilgermesse bei.
Das Ziel in Form von Santiago de Compostela war jedoch nicht das einzige Ziel, das wir durch diese Reise erreichen wollten. Das gemeinsame Kochen und Singen brachten uns als Gemeinschaft näher zusammen und durch das Austauschen gegenseitiger Erfahrungen wurde diese Gemeinschaft inniger und stärker. Der Aufenthalt im Freien zeigte uns die wahre Schönheit der Natur und half uns Gott näher zu kommen und eine stärkere Verbindung zu ihm aufzubauen. Einigen von uns half es auch, zu ihrem Glauben zurück zufinden. Alles in allem war diese Reise eine außergewöhnliche und schöne Erfahrung für uns. Auch die anfängliche Skepsis verhinderte es nicht, dass jedem von uns der Abschied schwer fiel. So hat sich unserer Meinung nach das Sprichwort "Der Weg ist das Ziel" auf dieser Reise bewährt!

Nivetha Angelo, Karthika Anand
Firmlinge des Vorbereitungskurses 2013