St. Bonifatius

Katholisches Leben in der Mitte Berlins

Bibel-Teilen

25.11.2016 / Redaktion

„Um das Wort Gottes mit dem täglichen Leben zu verknüpfen entstand Bibel-Teilen im Lumko-Pastoralinstitut in Südafrika. Es wurde für kleinere Gruppen entwickelt.
Bibel-Teilen ist weit mehr als eine Methode, um in der Bibel zu lesen.
Es ist vielmehr ein Teilnehmen und Teilhaben am Evangelium. Bibel-Teilen bringt uns in Verbindung mit Jesus selbst, der immer bereit ist, sein Leben mit uns zu teilen. Bibel-Teilen bedeutet Jesus in die Mitte zu stellen.
Es entwickelte sich in kleinen christlichen Gemeinschaften in Afrika und Asien. Indem jeder seine Gaben einbringt, wird Kirche lebendig. Die Menschen treffen sich, um den Glauben an Jesus Christus zu teilen, über das Wort Gottes in der Heiligen Schrift zu meditieren, sich von Gott ansprechen zu lassen und aus dem Wort Gottes heraus den Alltag zu gestalten.“ So beschreibt ein Flyer von „Missio“ das Bibel-Teilen.
Seit dem Jahr der Bibel 2003, das die evangelische und katholische Kirche ausgerufen hatte, trifft sich eine Gruppe in St. Bonifatius. Wir setzen uns alle 14 Tage am Montag um 19.00 im Clubraum zusammen. Einer von uns bereitet den Abend vor, sucht den Text aus, meist vom darauffolgenden Sonntag, und dazu passende Gebete, Lieder, Musik, je nachdem.
Wir machen immer wieder die Erfahrung, dass wir etwas neu Bereicherndes mitnehmen. Selbst Evangelien, die wir schon so oft gehört haben, schenken neue „Aha“-Erlebnisse, durch das wiederholende Lesen, die Stille, das Hören auf die Gedanken und Erfahrungen der anderen und das gemeinsame Beten.
Es ist schön, dass diese Methode keine Vorkenntnisse über die Bibel voraussetzt.
Jeder setzt sich auf seine Weise mit dem Wort des Evangeliums auseinander und teilt den anderen von seinen Gedanken mit, was er möchte. Jeder weiß, das alles was er sagt, von den anderen angenommen wird und in diesem Kreis bleibt. Dieses gegenseitige Hören, Schweigen und Beten ergibt immer wieder neue gute Einsichten. Es ist wie eine geistige Nahrung und wir gehen beschenkt auseinander.
Wenn jemand das Lesen der Bibel auf diese Weise einmal ausprobieren möchte, werden wir ihn in unserer kleinen Gruppe gern Willkommen heißen, für ein paar Mal oder auch für öfter, je nach dem, was er für sich als gut empfindet.

Christine Schönfeld