St. Bonifatius

Katholisches Leben in der Mitte Berlins

Die Weihnachtspyramide

05.12.2013 / Redaktion

Wer kennt sie nicht – die Weihnachtspyramide!

Nun drehen sich Maria und Josef, die Hirten und die Engel um die Mitte, um das Kind in der Krippe. Aber, was höre ich da? Die Hirten klagen: „Gleich geht’s wieder los!“ schimpft einer. Und ein andere sagt: „jeden Tag dieses eintönige Karussell, ein Leben lang!“ Kaum ist man aufgestanden, beginnt der Alltag mit der Erfüllung endloser Pflichten. Am Abend ist man dann kaputt, und der Schlaf dient nur dazu, am nächsten Morgen wieder für die gleiche Mühle fit zu sein. Wer von uns kennt nicht solche Empfindungen? Manch einer lebt nur von Urlaub zu Urlaub und sagt: „Das geht jetzt so vierzig Jahre lang – wenn man Glück hat. Und dann trägt man die Hälfte seines Verdienstes zum Arzt, weil der Körper ruiniert ist!“

Was soll das ganze eigentlich?

Wenn wir auf das Weihnachtsgeheimnis in unserer Pyramide genau hinhören, dann bemerken wir, dass der eine König dem Hirten etwas antwortet:

„Ich sehe das anders, lieber Hirte. Ich habe meine Mitte gefunden, den Dreh- und Angelpunkt meines Lebens. In Jesus habe ich die Menschenfreundlichkeit Gottes gefunden. Gott schenkt sich mir – er steht mir zur Seite. Ich weiß jetzt, woher ich komme und wohin ich gehe. Darum ist mein ganzes Leben kein sinnloses rotieren mehr. Ich drehe mich um eine Mitte, bis ich in diese Mitte einmal eintauchen darf. Ich bin Wanderer zu einem Wirklichen Zuhause!“

Diese Einstellung macht deutlich, dass es nicht auf die tausend äußeren Dinge ankommt, sondern auf das eine in der Mitte. Dieses Kind zu Weihnachten will uns in Schwung bringen, wieder neu um die innere Mitte – um Jesus zu kreisen und mit ihm zu leben. Begeisterte sollen wir sein. Begeistert von unserem Dreh- und Angelpunkt des Lebens, den menschgewordenen Gott. Ein Blick auf ihn genügt.

Liebe Gemeinde, ich wünsche allen diese Mitte, die unsere Gemeinde und Kirche vereint. Ich wünsche uns für das neue Jahr, eine Vertiefung unseres gemeinsamen Glaubens, der nicht an der Kirchentür halt macht, sondern hinausgeht und auch andere begeistern kann. Das wir nicht nur unsere schöne Pfarrkirche renovieren, sondern vor allem unsere Herzen, so werden wir selbst zur strahlenden und hellen Kirche.

Ich wünsche allen ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein gutes neues Jahr 2014!
Ihr Pfarrer O. Cornelius