St. Bonifatius

Katholisches Leben in der Mitte Berlins

Gott sucht Heimat unter den Menschen

01.12.2017 / Redaktion

...kann das einer glauben? Gott macht sich auf den Weg aus dem nicht greifbaren Raum hinein in unser ganz konkretes Dasein. Er wählt eine Frau aus, die zur Brücke zwischen dem einen und dem anderen Ort wird, die es möglich macht, dass ER so ganz da sein kann unter uns. Im Kind zeigt ER sich, es wächst unter ihrem Herzen. Und dann wird ER geboren an einem Platz, den wir im Traum nicht wählen würden für die Geburt unserer Kinder: eine Höhle, ein Stall für die Tiere, ganz und gar ungastlich. Aber es ist kein anderer Platz da; die Not entscheidet...
Vom ersten Tag an solidarisiert sich Gott offensichtlich mit den Ärmsten in dieser Welt. ER ist mit ihnen. ER liebt sie, die Schlichten, die Mittellosen, die sich auf der Flucht Befindlichen, die, die ohne Recht und Habe und ohne Bleibe sind. ER liebt sie wie alle anderen auch, aber vielleicht diese noch ein wenig mehr, weil sie durch seine Liebe ihre Würde zurück erhalten. Wo ein Mensch geliebt ist, da kann er sich aufrichten und kann den Blick hoffend nach oben heben – denn er ist ausgewählt und mit Heil beschenkt.
Gott sucht auch bei mir Heimat, in meiner Armseligkeit, in meinem heillosen Chaos, in meiner Unsicherheit und Angst vor der Zukunft. Weil ER mich liebt. Es ist eine alte Geschichte – 2000 Jahre ist sie her: Gott kam in Jesus in unsere Welt, sein Name bedeutet „Retter“. Das Wunderbare: ER lässt sich auch heute in unsere Zeit hinein immer wieder neu gebären; wenn ich die Türe öffne, besucht er auch mich in meiner unaufgeräumten Kammer...
Im Namen unseres Pfarrteams Ihnen und
Ihren Familien ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest.
Ihre Paula von Loë