St. Bonifatius

Katholisches Leben in der Mitte Berlins

Heilige Messe nach dem Syro-Malabarischen Ritus in St. Clemens

02.12.2018 / Redaktion

Unser Pfarrer hatte auf die Feier der Eucharistie in der von indischen Vinzentiner-Ordensgeistlichen angemieteten Kirche St. Clemens am 29.09.2018 hingewiesen. Da ich deren Gottesdienst noch nicht besucht hatte, bot sich hier eine Gelegenheit dazu. Die Syro-Malabarische Kirche hat etwa 4,5 Millionen Mitglieder – bei ca. 30 Millionen Christen anderer Kirchen Indiens (Einwohner ca. 1,3 Milliarden). Es gibt drei Formen der Eucharistiefeier – mit unterschiedlicher Länge. Man hatte zur Feier des Festes des heiligen Vinzenz von Paul die mittlere Form gewählt – sie dauerte etwa zwei Stunden. Diese waren sehr feierlich und abwechslungsreich. Das zum Erwerb angebotene Heft gab einen sehr guten Einblick in die Liturgie, die auf Deutsch gefeiert wurde. Sie ähnelt der katholischen Messe, hat aber viele zusätzliche Gebete.

In einer Prozession zogen fünf Priester ein (einer davon unser Kaplan Santiago). Begleitet wurde der Gottesdienst von einem sechsstimmigen Chor, darunter drei Frauen in prächtigen Saris. Die Musik schien südeuropäische Einflüsse aufzuzeigen – hatte dann aber auch indische Melodik. Ich habe später den Chorleiter gefragt und er bestätigte mir, dass diese Musik mit der in Indien während des Gottesdienstes benützten identisch sei. Gesungen wurde in der im südindischen Bundesstaat Kerala (früher Malabar genannt) vorherrschenden Sprache Malayalam. Die Besucher der voll besetzten Kirche stellten einen Querschnitt unserer Weltkirche dar. Es schienen alle Kontinente vertreten zu sein. Die beachtenswerte Predigt wurde von Kaplan Santiago gehalten – sie hob das Miteinander der Menschen hervor.

Dieses freundliche Miteinander setzte sich dann nach der Messe bei einem gemeinsamen Fest auf dem Hof von St. Clemens fort. Auch hier zeigte sich wieder die Internationalität – es gab Gerichte aus Peru, Kroatien, Afrika, ein Kuchenbüffet aus Deutschland etc. Alles war gespendet worden, und mich beeindruckte das unkomplizierte und liebenswerte Verhalten der Feiernden aus all diesen verschiedenen Kulturen. Ich darf noch hinzufügen, dass der indische Orden, der die Kirche St. Clemens gemietet hat, den Plan verfolgt, die Kirche zu kaufen. Bisher wird alles durch Spenden finanziert und man bat um Patenschaften in Form von regelmäßigen Überweisungen.

Gerhard Schmidt-Grillmeier