St. Bonifatius

Katholisches Leben in der Mitte Berlins

Allerheilgen - Allerseelen

Allerheiligen - Hauptfriedhof Mainz

05.05.2017 / Redaktion

Am 1. und 2. November begeht die Kirche Allerheiligen und Allerseelen, die quasi zu einem Doppelfest verschmolzen sind.

Wer um den 1. und 2. November die letzten Ruhestätten seiner Angehörigen besucht, dem bietet sich - vor allem in katholischen Gegenden - ein beeindruckendes Bild. Denn an Allerseelen werden die Friedhöfe von Hunderten von sogenannten "Seelenlichtern" beleuchtet.

Manfred Becker-Huberti und Ulrich Lota sprechen in ihrem Handlexikon "Katholisch A-Z" unter dem Stichwort "Allerheiligen" von einem "Sammelfest für alle Heiligen" am 1. November. Papst Gregor IV. setzte das Fest bereits um das Jahr 835 ein. Mit diesem Hochfest gedenkt die Kirche bis heute nicht nur der vom Papst heiliggesprochenen Frauen und Männer, sondern auch jener Menschen, die ihren Glauben eher unspektakulär und still gelebt und ihr Christentum konsequent verwirklicht haben. Doch was heißt das genau?

Um zu verstehen, wen und was die katholische Kirche am 1. November feiert, muss man erst einmal den Heiligenbegriff etwas genauer betrachten. Der Theologe Ulrich Lüke bezeichnet Heilige als Menschen, "die dem Vorbild Christi besonders gefolgt sind und durch das Vergießen ihres Blutes (Märtyrer) oder durch heroische Tugendübung (Bekenner) ein hervorragendes Zeugnis für das Himmelreich abgelegt haben". Lüke betrachtet Heilige als "eine Art überzeitliche und transnationale Eingreiftruppe Gottes". Nach der heiligen Mutter Teresa wiederum bedeutet heilig sein, Gott zu erlauben, "sein Leben in uns zu leben".

Die aus dem Apostolischen Glaubensbekenntnis bekannte "Gemeinschaft der Heiligen" bezog sich ursprünglich auf diejenigen, die am Heiligen - also an der Eucharistie - teilhaben, folglich auf die Kirche als Ganze. Später kam die Deutung "Heilige im Himmel" hinzu und damit die "Gemeinschaft der irdischen Kirche mit der himmlischen Kirche".

Seit dem 16. Jahrhundert werden Heiligenlisten geführt, die Ausgabe des "Martyrium Romanum" von 2004 enthalte insgesamt 6.650 Selige und Heilige. Dennoch wird an Allerheiligen auch jener Menschen gedacht, um deren Heiligkeit niemand weiß als Gott. Der Jugendkatechismus Youcat erklärt das so: "Zur Gemeinschaft der Heiligen gehören alle Menschen, die ihre Hoffnung auf Christus gesetzt haben und durch die Taufe zu ihm gehören, ob sie bereits gestorben sind oder noch leben.
Eher unfreiwillig stehen die Feste Allerheiligen und Allerseelen in Kontakt mit einem alten heidnischen Brauchtum zum Winterbeginn. Auch der Vorabend von Allerheiligen, der als Halloween begangene "all-hallows-evening", hat kaum mehr mit der Vorabends-Feier des Festes zu tun, sondern eher mit Grusel-Verkleidungen und Süßigkeiten.

Rund um das Hochfest Allerheiligen mit feierlichen Gottesdiensten und dem Allerseelentag als Gedächtnis aller Verstorbenen gibt es regional verschiedenes Brauchtum. Während es quasi überall Gräberbesuche gibt, können an Allerseelen auch Armenspeisungen, Spenden, Lichterbräuche und Andachten dazu gehören. Der gemeinsame Nenner ist, dass Katholiken für die Seelen der Verstorbenen beten und für sie gute Taten vollbringen. Ab mittags an Allerheiligen bis zum 8. November können Gläubige täglich einen vollkommenen Ablass für die Verstorbenen gewinnen.

Quelle: (Sascha Stienen und Agathe Lukassek; katholisch.de; Unser Kirchenjahr; Lichter für die Toten)

Auch zu Allerseelen gibt es die eine oder andere Geschenkidee:
So können Familienoberhäupter, die den Zusammenhalt ihrer Familie über den Tod hinaus fördern möchten ein wenig Geld mit der ausdrücklichen Weisung hinterlassen, dass die Nachkommen zu bestimmtem Anlässen zusammenkommen sollen (bspw. 100. Geburtstag des Verstorbenen usw.). Außerdem bietet es sich an Allerseelen an, älteren Menschen einen Besuch zum weit entfernten Friedhof zu ermöglichen, den diese aufgrund ihrer Gebrechlichkeit nicht mehr so gut erreichen können.

Es grüßt Sie herzlich
Ihr Pfarrer Cornelius

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23.07.2017 / Redaktion

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