St. Bonifatius

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ICH BIN DA

Drei Orte im Altarraum. ICH - Tabernakel / BIN - Altar / DA - Ambo

27.03.2020 / Redaktion

Wenn Sie in der Fastenzeit die Kirche betreten, wird Ihnen diese Überzeugung vom Altar her entgegengerufen! Gott selbst ruft sie uns in seiner dreifaltigen Weise zu – wie wir es in der Exodusgeschichte (Ex 3,14) des AT nachlesen können.
Für den Christen verbirgt sich hinter dieser Aussage etwas Wunderbares: Gott macht ein eindeutiges Angebot! Er lädt zur Begegnung ein: ICH BIN DA!

Dieser Einladung wollen wir nun in den 40 Tagen der Fastenzeit folgen, wollen ihn suchen und finden. Jeder und jede ist willkommen geheißen, mit uns zu suchen, mit uns die Frage zu stellen nach dem Wo und nach dem Wie und ggf. auch nach dem Ob überhaupt! Die Kirche möchte gerne eine Antwort anbieten, möchte gerne Brücken der Beziehung bauen helfen. Letztlich ist jede/r einzelne aufgerufen, seinen und ihren Weg hinein in die Beziehung zu finden.

Ort „ICH“ - Relief am Tabernakel: Brennender Dornbusch

Dornbusch am Tabernakel der St.-Bonifatius-Kirche

In der Exodusgeschichte ist nachzulesen, an welchen verrückten Stellen Gott sich finden lässt: in der Wüste, nein sogar „über die Steppe hinaus“ – in einem Dornbusch! Er ist nicht nur anzutreffen an den glanzvollen Höhepunkten unseres Lebens, sondern wahrhaft auch mitten im Schmerz, an den Stellen, an denen das Leben zusticht! Können wir das glauben? Können wir das annehmen angesichts unermesslichen Leids?

Am 2. Fastensonntag im Rahmen der Hl. Messe besuchen wir mithilfe von Andreas Toelke vom Verein „Be an angle e.V.“ einen leidvollen Ort in Europa, der uns verstummen lässt – das Flüchtlingscamp Moria. Die Begegnung mit diesem Fleck Erde ist eine Herausforderung. Ist Gott auch dort? Vermutlich ja – insbesondere verkörpert in den Menschen, die dem Leid – wie Mose – ins Auge sehen und alle Kreativität walten lassen, es zu wandeln.

Die vergessenen Kinder aus Olive Grove (Zeit-Online)

Ort „BIN“ – der Altar selbst

Christus schenkt sich uns im Brot des Lebens

Der 3. Fastensonntag lässt uns noch einen weiteren Begegnungsort im Altarbereich unserer Kirche finden: den Altar selber, von wo aus uns die Eucharistie geschenkt ist.
„BIN“ kommt vom Verbstamm „sein“.
Mit seinem ganzen Wesen gibt sich Jesus in unsere Hände als Brot des Lebens, als Kraftquelle, als Seelenspeise. Im Evangelium des Tages von der Samariterin am Jakobsbrunnen spricht Jesus von sich als lebendigem Wasser, das allen Durst stillt. Dieses Wasser des ewigen Lebens bietet er der Samariterin an.
Das Brot des Lebens bietet er uns bei jeder Hl. Messe neu an. Darin kann sich Begegnung und Beziehung ereignen.

Ort „DA“ - das Evangelium

Das Evangelium – die Frohe Botschaft

Noch ein letztes Mal an diesem 5. Fastensonntag trägt unser Altarraum dieses „Kleid“. Im Gottesnamen „ICH BIN DA“ bietet Gott selbst uns immer wieder neu und in allen Lebenslagen Begegnung an. Das Evangelium – die Frohe Botschaft – erzählt uns an diesem Wochenende sogar, wie tief er mit in unsere Lebenssituationen hinein geht, wie sehr er DA ist für uns – bis hinein in unsere persönlichen Gräber. Er ist es, der uns aus unserer Enge, dem Eingeschlossen-sein, unserer persönlichen Not wieder heraus zum Leben führen will.