St. Bonifatius

Katholisches Leben in der Mitte Berlins

Gebete

  • Ave Maria

    Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade,
    der Herr ist mit dir.
    Du bist gebenedeit unter den Frauen,
    und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus.

    Heilige Maria, Mutter Gottes,
    bitte für uns Sünder
    jetzt und in der Stunde unseres Todes.

    Amen.

  • Ehre sei dem Vater

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
    wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.

    Amen.

  • Glaubensbekenntnis

    Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde,
    und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
    empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria,
    gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben,
    hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten,
    aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters;
    von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.
    Ich glaube an den Heiligen Geist,
    die heilige katholische Kirche, Gemeinschaft der Heiligen,
    Vergebung der Sünden,
    Auferstehung der Toten
    und das ewige Leben.
    Amen.

  • Gloria

    Ehre sei Gott in der Höhe
    und Frieden auf Erden den Menschen seiner Gnade
    Wir loben dich,
    wir preisen dich,
    wir beten dich an,
    wir rühmen dich und danken dir,
    denn groß ist deine Herrlichkeit:
    Herr und Gott, König des Himmels,
    Gott und Vater, Herrscher über das All,
    Herr, eingeborener Sohn, Jesus Christus,
    Herr und Gott, Lamm Gottes, Sohn des Vaters,
    du nimmst hinweg die Sünde der Welt.

  • Großes Glaubensbekenntnis

    Ich glaube an den einen Gott, den Vater, den Allmächtigen, der alles geschaffen hat, Himmel und Erde, die sichtbare und die unsichtbare Welt.
    Und an den einen Herrn Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, aus dem Vater geboren vor aller Zeit: Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott, gezeugt, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater; durch ihn ist alles geschaffen. Für uns Menschen und zu unserem Heil ist er vom Himmel gekommen, hat Fleisch angenommen durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und ist Mensch geworden.
    Er wurde für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus, hat gelitten und ist begraben worden.
    ist am dritten Tage auferstanden nach der Schrift
    und aufgefahren in den Himmel. Er sitzt zur Rechten des Vaters
    und wird wiederkommen in Herrlichkeit, zu richten die Lebenden und die Toten; seiner Herrschaft wird kein Ende sein.
    Ich glaube an den Heiligen Geist, der Herr ist und lebendig macht, der aus dem Vater und dem Sohn hervorgeht, der mit dem Vater und dem Sohn angebetet und verherrlicht wird, der gesprochen hat durch die Propheten, und die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche.
    Ich bekenne die eine Taufe zur Vergebung der Sünden.
    Ich erwarte die Auferstehung der Toten
    und das Leben der kommenden Welt.
    Amen.

  • Psalm 118

    Psalm 118

    Eine Dankliturgie

    Danket dem Herrn, denn er ist gütig, /
    denn seine Huld währt ewig.

    So soll Israel sagen: /
    Denn seine Huld währt ewig.

    So soll das Haus Aaron sagen: /
    Denn seine Huld währt ewig.

    So sollen alle sagen, die den Herrn fürchten und ehren: /
    Denn seine Huld währt ewig.

    In der Bedrängnis rief ich zum Herrn; /
    der Herr hat mich erhört und mich frei gemacht.

    Der Herr ist bei mir, ich fürchte mich nicht. /
    Was können Menschen mir antun?

    Der Herr ist bei mir, er ist mein Helfer; /
    ich aber schaue auf meine Hasser herab.

    Besser, sich zu bergen beim Herrn, /
    als auf Menschen zu bauen.

    Besser, sich zu bergen beim Herrn, /
    als auf Fürsten zu bauen.

    Alle Völker umringen mich; /
    ich wehre sie ab im Namen des Herrn.

    Sie umringen, ja, sie umringen mich; /
    ich wehre sie ab im Namen des Herrn.

    Sie umschwirren mich wie Bienen, /
    wie ein Strohfeuer verlöschen sie; / ich wehre sie ab im Namen des Herrn.

    Sie stießen mich hart, sie wollten mich stürzen; /
    der Herr aber hat mir geholfen.

    Meine Stärke und mein Lied ist der Herr; /
    er ist für mich zum Retter geworden.

    Frohlocken und Jubel erschallt in den Zelten der Gerechten: /
    «Die Rechte des Herrn wirkt mit Macht!

    Die Rechte des Herrn ist erhoben, /
    die Rechte des Herrn wirkt mit Macht!»

    Ich werde nicht sterben, sondern leben, /
    um die Taten des Herrn zu verkünden.

    Der Herr hat mich hart gezüchtigt, /
    doch er hat mich nicht dem Tod übergeben.

    Öffnet mir die Tore zur Gerechtigkeit, /
    damit ich eintrete, um dem Herrn zu danken.

    Das ist das Tor zum Herrn, /
    nur Gerechte treten hier ein.

    Ich danke dir, dass du mich erhört hast; /
    du bist für mich zum Retter geworden.

    Der Stein, den die Bauleute verwarfen, /
    er ist zum Eckstein geworden.

    Das hat der Herr vollbracht, /
    vor unseren Augen geschah dieses Wunder.

    Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat; /
    wir wollen jubeln und uns an ihm freuen.

    Ach, Herr, bring doch Hilfe! /
    Ach, Herr, gib doch Gelingen!

    Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn. /
    Wir segnen euch vom Haus des Herrn her. /

    Gott, der Herr, erleuchte uns. Mit Zweigen in den Händen /
    schließt euch zusammen zum Reigen / bis zu den Hörnern des Altars!

    Du bist mein Gott, dir will ich danken; /
    mein Gott, dich will ich rühmen.

    Dankt dem Herrn, denn er ist gütig, /
    denn seine Huld währt ewig.

  • Psalm 119

    Psalm 119, Vers 41-48

    Ein Lobgesang auf Gottes Wort

    Herr, deine Huld komme auf mich herab /
    und deine Hilfe, wie du es verheißen hast.

    Dann kann ich dem, der mich schmäht, erwidern; /
    denn ich vertraue auf dein Wort.

    Entziehe meinem Mund nicht das Wort der Wahrheit! /
    Ich hoffe so sehr auf deine Entscheide.

    Ich will deiner Weisung beständig folgen, /
    auf immer und ewig.

    Dann schreite ich aus auf freier Bahn; /
    denn ich frage nach deinen Befehlen.

    Deine Gebote will ich vor Königen bezeugen /
    und mich nicht vor ihnen schämen.

    An deinen Geboten habe ich meine Freude, /
    ich liebe sie von Herzen.

    Ich erhebe meine Hände zu deinen Geboten; /
    nachsinnen will ich über deine Gesetze.

  • Psalm 129

    Psalm 129

    Hoffnung in der Bedrängnis

    [Ein Wallfahrtslied.] Sie haben mich oft bedrängt von Jugend auf /
    so soll Israel sagen -,

    sie haben mich oft bedrängt von Jugend auf, /
    doch sie konnten mich nicht bezwingen.

    Die Pflüger haben auf meinem Rücken gepflügt, /
    ihre langen Furchen gezogen.

    Doch der Herr ist gerecht, /
    er hat die Stricke der Frevler zerhauen.

    Beschämt sollen alle weichen, /
    alle, die Zion hassen.

    Sie sollen wie das Gras auf den Dächern sein, /
    das verdorrt, noch bevor man es ausreißt.

    Kein Schnitter kann seine Hand damit füllen, /
    kein Garbenbinder den Arm.

    Keiner, der vorübergeht, wird sagen: /
    «Der Segen des Herrn sei mit euch.» - / Wir aber segnen euch im Namen des Herrn.

  • Psalm 130

    Psalm 130

    Bitte in tiefer Not

    [Ein Wallfahrtslied.] Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir: /

    Herr, höre meine Stimme! Wende dein Ohr mir zu, /
    achte auf mein lautes Flehen!

    Würdest du, Herr, unsere Sünden beachten, /
    Herr, wer könnte bestehen?

    Doch bei dir ist Vergebung, /
    damit man in Ehrfurcht dir dient.

    Ich hoffe auf den Herrn, es hofft meine Seele, /
    ich warte voll Vertrauen auf sein Wort.

    Meine Seele wartet auf den Herrn /
    mehr als die Wächter auf den Morgen. Mehr als die Wächter auf den Morgen /

    soll Israel harren auf den Herrn. Denn beim Herrn ist die Huld, /
    bei ihm ist Erlösung in Fülle.

    Ja, er wird Israel erlösen /
    von all seinen Sünden.

  • Psalm 131

    Psalm 131

    Der Frieden in Gott

    [Ein Wallfahrtslied.] Herr, mein Herz ist nicht stolz, /
    nicht hochmütig blicken meine Augen. Ich gehe nicht um mit Dingen, /
    die mir zu wunderbar und zu hoch sind.

    Ich ließ meine Seele ruhig werden und still; /
    wie ein kleines Kind bei der Mutter ist meine Seele still in mir.

    Israel, harre auf den Herrn /
    von nun an bis in Ewigkeit!

  • Psalm 22

    Gottverlassenheit und Heilsgewissheit

    Psalm 22
    [Für den Chormeister. Nach der Weise «Hinde der Morgenröte». Ein Psalm Davids.]

    Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen, /
    bist fern meinem Schreien, den Worten meiner Klage?

    Mein Gott, ich rufe bei Tag, doch du gibst keine Antwort; /
    ich rufe bei Nacht und finde doch keine Ruhe.

    Aber du bist heilig, /
    du thronst über dem Lobpreis Israels.

    Dir haben unsre Väter vertraut, /
    sie haben vertraut und du hast sie gerettet.

    Zu dir riefen sie und wurden befreit, /
    dir vertrauten sie und wurden nicht zuschanden.

    Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, /
    der Leute Spott, vom Volk verachtet.

    Alle, die mich sehen, verlachen mich, /
    verziehen die Lippen, schütteln den Kopf:

    «Er wälze die Last auf den Herrn, /
    der soll ihn befreien! Der reiße ihn heraus, / wenn er an ihm Gefallen hat.»

    Du bist es, der mich aus dem Schoß meiner Mutter zog, /
    mich barg an der Brust der Mutter.

    Von Geburt an bin ich geworfen auf dich, /
    vom Mutterleib an bist du mein Gott.

    Sei mir nicht fern, denn die Not ist nahe /
    und niemand ist da, der hilft.

    Viele Stiere umgeben mich, /
    Büffel von Baschan umringen mich.

    Sie sperren gegen mich ihren Rachen auf, /
    reißende, brüllende Löwen.

    Ich bin hingeschüttet wie Wasser, /
    gelöst haben sich all meine Glieder. / Mein Herz ist in meinem Leib wie Wachs zerflossen.

    Meine Kehle ist trocken wie eine Scherbe, /
    die Zunge klebt mir am Gaumen, / du legst mich in den Staub des Todes.

    Viele Hunde umlagern mich, /
    eine Rotte von Bösen umkreist mich. / Sie durchbohren mir Hände und Füße.

    Man kann all meine Knochen zählen; /
    sie gaffen und weiden sich an mir.

    Sie verteilen unter sich meine Kleider /
    und werfen das Los um mein Gewand.

    Du aber, Herr, halte dich nicht fern! /
    Du, meine Stärke, eil mir zu Hilfe!

    Entreiße mein Leben dem Schwert, /
    mein einziges Gut aus der Gewalt der Hunde!

    Rette mich vor dem Rachen des Löwen, /
    vor den Hörnern der Büffel rette mich Armen!

    Ich will deinen Namen meinen Brüdern verkünden, /
    inmitten der Gemeinde dich preisen.

    Die ihr den Herrn fürchtet, preist ihn, /
    ihr alle vom Stamm Jakobs, rühmt ihn; / erschauert alle vor ihm, ihr Nachkommen Israels!

    Denn er hat nicht verachtet, /
    nicht verabscheut das Elend des Armen. Er verbirgt sein Gesicht nicht vor ihm; / er hat auf sein Schreien gehört.

    Deine Treue preise ich in großer Gemeinde; /
    ich erfülle meine Gelübde vor denen, die Gott fürchten.

    Die Armen sollen essen und sich sättigen; /
    den Herrn sollen preisen, die ihn suchen. / Aufleben soll euer Herz für immer.

    Alle Enden der Erde sollen daran denken /
    und werden umkehren zum Herrn: / Vor ihm werfen sich alle Stämme der Völker nieder.

    Denn der Herr regiert als König; /
    er herrscht über die Völker.

    Vor ihm allein sollen niederfallen die Mächtigen der Erde, /
    vor ihm sich alle niederwerfen, die in der Erde ruhen. [Meine Seele, sie lebt für ihn; /
    mein Stamm wird ihm dienen.] Vom Herrn wird man dem künftigen Geschlecht erzählen, /
    seine Heilstat verkündet man dem kommenden Volk; /
    denn er hat das Werk getan.

  • Psalm 23

    Psalm 23

    Der gute Hirt

    [Ein Psalm Davids.]

    Der Herr ist mein Hirte, /
    nichts wird mir fehlen. Er lässt mich lagern auf grünen Auen /
    und führt mich zum Ruheplatz am Wasser. Er stillt mein Verlangen; /
    er leitet mich auf rechten Pfaden, treu seinem Namen. Muss ich auch wandern in finsterer Schlucht, /
    ich fürchte kein Unheil; denn du bist bei mir, /
    dein Stock und dein Stab geben mir Zuversicht. Du deckst mir den Tisch /
    vor den Augen meiner Feinde. Du salbst mein Haupt mit Öl, /
    du füllst mir reichlich den Becher. Lauter Güte und Huld werden mir folgen mein Leben lang /
    und im Haus des Herrn darf ich wohnen für lange Zeit.

  • Psalm 27

    Psalm 27

    Die Gemeinschaft mit Gott

    [Von David.]

    Der Herr ist mein Licht und mein Heil: /
    Vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist die Kraft meines Lebens: / Vor wem sollte mir bangen?

    Dringen Frevler auf mich ein, /
    um mich zu verschlingen, meine Bedränger und Feinde, / sie müssen straucheln und fallen.

    Mag ein Heer mich belagern: /
    Mein Herz wird nicht verzagen. Mag Krieg gegen mich toben: / Ich bleibe dennoch voll Zuversicht.

    Nur eines erbitte ich vom Herrn, /
    danach verlangt mich: Im Haus des Herrn zu wohnen / alle Tage meines Lebens, die Freundlichkeit des Herrn zu schauen / und nachzusinnen in seinem Tempel.

    Denn er birgt mich in seinem Haus /
    am Tag des Unheils; er beschirmt mich im Schutz seines Zeltes, / er hebt mich auf einen Felsen empor.

    Nun kann ich mein Haupt erheben /
    über die Feinde, die mich umringen. Ich will Opfer darbringen in seinem Zelt, Opfer mit Jubel; / dem Herrn will ich singen und spielen.

    Vernimm, o Herr, mein lautes Rufen; /
    sei mir gnädig und erhöre mich!

    Mein Herz denkt an dein Wort: «Sucht mein Angesicht!» /
    Dein Angesicht, Herr, will ich suchen.

    Verbirg nicht dein Gesicht vor mir; /
    weise deinen Knecht im Zorn nicht ab! / Du wurdest meine Hilfe. Verstoß mich nicht, verlass mich nicht, / du Gott meines Heiles!

    Wenn mich auch Vater und Mutter verlassen, /
    der Herr nimmt mich auf.

    Zeige mir, Herr, deinen Weg, /
    leite mich auf ebener Bahn trotz meiner Feinde!

    Gib mich nicht meinen gierigen Gegnern preis; /
    denn falsche Zeugen stehen gegen mich auf und wüten.

    Ich aber bin gewiss, zu schauen /
    die Güte des Herrn im Land der Lebenden.

    Hoffe auf den Herrn und sei stark! /
    Hab festen Mut und hoffe auf den Herrn!

  • Psalm 31

    Psalm 31

    Gott, die sichere Zuflucht

    [Für den Chormeister. Ein Psalm Davids.]

    Herr, ich suche Zuflucht bei dir. /
    Lass mich doch niemals scheitern; / rette mich in deiner Gerechtigkeit!

    Wende dein Ohr mir zu, /
    erlöse mich bald! Sei mir ein schützender Fels, / eine feste Burg, die mich rettet.

    Denn du bist mein Fels und meine Burg; /
    um deines Namens willen wirst du mich führen und leiten.

    Du wirst mich befreien aus dem Netz, das sie mir heimlich legten; /
    denn du bist meine Zuflucht.

    In deine Hände lege ich voll Vertrauen meinen Geist; /
    du hast mich erlöst, Herr, du treuer Gott.

    Dir sind alle verhasst, die nichtige Götzen verehren, /
    ich aber verlasse mich auf den Herrn.

    Ich will jubeln und über deine Huld mich freuen; /
    denn du hast mein Elend angesehn, / du bist mit meiner Not vertraut.

    Du hast mich nicht preisgegeben der Gewalt meines Feindes, /
    hast meinen Füßen freien Raum geschenkt.

    Herr, sei mir gnädig, denn mir ist angst; /
    vor Gram zerfallen mir Auge, Seele und Leib.

    In Kummer schwindet mein Leben dahin, /
    meine Jahre verrinnen im Seufzen. Meine Kraft ist ermattet im Elend, / meine Glieder sind zerfallen.

    Zum Spott geworden bin ich all meinen Feinden, /
    ein Hohn den Nachbarn, ein Schrecken den Freunden; / wer mich auf der Straße sieht, der flieht vor mir.

    Ich bin dem Gedächtnis entschwunden wie ein Toter, /
    bin geworden wie ein zerbrochenes Gefäß.

    Ich höre das Zischeln der Menge - Grauen ringsum. /
    Sie tun sich gegen mich zusammen; / sie sinnen darauf, mir das Leben zu rauben.

    Ich aber, Herr, ich vertraue dir, /
    ich sage: «Du bist mein Gott.»

    In deiner Hand liegt mein Geschick; /
    entreiß mich der Hand meiner Feinde und Verfolger!

    Lass dein Angesicht leuchten über deinem Knecht, /
    hilf mir in deiner Güte!

    Herr, lass mich nicht scheitern, /
    denn ich rufe zu dir. Scheitern sollen die Frevler, / verstummen und hinabfahren ins Reich der Toten.

    Jeder Mund, der lügt, soll sich schließen, /
    der Mund, der frech gegen den Gerechten redet, / hochmütig und verächtlich.

    Wie groß ist deine Güte, Herr, /
    die du bereithältst für alle, die dich fürchten und ehren; du erweist sie allen, / die sich vor den Menschen zu dir flüchten.

    Du beschirmst sie im Schutz deines Angesichts /
    vor dem Toben der Menschen. Wie unter einem Dach bewahrst du sie / vor dem Gezänk der Zungen.

    Gepriesen sei der Herr, der wunderbar an mir gehandelt /
    und mir seine Güte erwiesen hat zur Zeit der Bedrängnis.

    Ich aber dachte in meiner Angst: /
    Ich bin aus deiner Nähe verstoßen. Doch du hast mein lautes Flehen gehört, / als ich zu dir um Hilfe rief.

    Liebt den Herrn, all seine Frommen! /
    Seine Getreuen behütet der Herr, / doch den Hochmütigen vergilt er ihr Tun mit vollem Maß.

    Euer Herz sei stark und unverzagt, /
    ihr alle, die ihr wartet auf den Herrn.

  • Psalm 52

    Psalm 52

    Die Überheblichkeit des Bösen - das Vertrauen des Frommen

    [Für den Chormeister. Ein Weisheitslied Davids, als der Edomiter Doëg zu Saul kam und ihm meldete: David ist in das Haus des Ahimelech gegangen.]

    Was rühmst du dich deiner Bosheit, du Mann der Gewalt, /
    was prahlst du allzeit vor dem Frommen?

    Du Ränkeschmied, du planst Verderben; /
    deine Zunge gleicht einem scharfen Messer.

    Du liebst das Böse mehr als das Gute /
    und Lüge mehr als wahrhaftige Rede. [Sela]

    Du liebst lauter verderbliche Worte, /
    du tückische Zunge.

    Darum wird Gott dich verderben für immer, /
    dich packen und herausreißen aus deinem Zelt, / dich entwurzeln aus dem Land der Lebenden. [Sela]

    Gerechte werden es sehen und sich fürchten; /
    sie werden über ihn lachen und sagen:

    «Seht, das ist der Mann, /
    der nicht zu Gott seine Zuflucht nahm; auf seinen großen Reichtum hat er sich verlassen / und auf seinen Frevel gebaut.»

    Ich aber bin im Haus Gottes wie ein grünender Ölbaum; /
    auf Gottes Huld vertraue ich immer und ewig.

    Ich danke dir, Herr, in Ewigkeit; /
    denn du hast das alles vollbracht. Ich hoffe auf deinen Namen im Kreis der Frommen; / denn du bist gütig.

  • Psalm 71

    Psalm 71

    Gott, die Zuflucht bis ins Alter

    Herr, ich suche Zuflucht bei dir. /
    Lass mich doch niemals scheitern!

    Reiß mich heraus und rette mich in deiner Gerechtigkeit, /
    wende dein Ohr mir zu und hilf mir!

    Sei mir ein sicherer Hort, /
    zu dem ich allzeit kommen darf. Du hast mir versprochen zu helfen; / denn du bist mein Fels und meine Burg.

    Mein Gott, rette mich aus der Hand des Frevlers, /
    aus der Faust des Bedrückers und Schurken!

    Herr, mein Gott, du bist ja meine Zuversicht, /
    meine Hoffnung von Jugend auf.

    Vom Mutterleib an stütze ich mich auf dich, /
    vom Mutterschoß an bist du mein Beschützer; / dir gilt mein Lobpreis allezeit.

    Für viele bin ich wie ein Gezeichneter, /
    du aber bist meine starke Zuflucht.

    Mein Mund ist erfüllt von deinem Lob, /
    von deinem Ruhm den ganzen Tag.

    Verwirf mich nicht, wenn ich alt bin, /
    verlass mich nicht, wenn meine Kräfte schwinden.

    Denn meine Feinde reden schlecht von mir, /
    die auf mich lauern, beraten gemeinsam;

    sie sagen: «Gott hat ihn verlassen. /
    Verfolgt und ergreift ihn! / Für ihn gibt es keinen Retter.»

    Gott, bleib doch nicht fern von mir! /
    Mein Gott, eil mir zu Hilfe!

    Alle, die mich bekämpfen, /
    sollen scheitern und untergehn; über sie komme Schmach und Schande, / weil sie mein Unglück suchen.

    Ich aber will jederzeit hoffen, /
    all deinen Ruhm noch mehren.

    Mein Mund soll von deiner Gerechtigkeit künden /
    und von deinen Wohltaten sprechen den ganzen Tag; / denn ich kann sie nicht zählen.

    Ich will kommen in den Tempel Gottes, des Herrn, /
    deine großen und gerechten Taten allein will ich rühmen.

    Gott, du hast mich gelehrt von Jugend auf /
    und noch heute verkünde ich dein wunderbares Walten.

    Auch wenn ich alt und grau bin, /
    o Gott, verlass mich nicht, damit ich von deinem machtvollen Arm der Nachwelt künde, / den kommenden Geschlechtern von deiner Stärke /
    und von deiner Gerechtigkeit, Gott, die größer ist als alles. Du hast Großes vollbracht. /
    Mein Gott, wer ist wie du?

    Du ließest mich viel Angst und Not erfahren. /
    Belebe mich neu, / führe mich herauf aus den Tiefen der Erde!

    Bring mich wieder zu Ehren! /
    Du wirst mich wiederum trösten.

    Dann will ich dir danken mit Saitenspiel /
    und deine Treue preisen; mein Gott, du Heiliger Israels, / ich will dir auf der Harfe spielen.

    Meine Lippen sollen jubeln, /
    denn dir will ich singen und spielen, / meine Seele, die du erlöst hast, soll jubeln.

    Auch meine Zunge soll von deiner Gerechtigkeit reden den ganzen Tag. /
    Denn alle, die mein Unglück suchen, müssen vor Scham erröten und scheitern.

  • Psalm 97

    Psalm 97

    Aufruf zur Freude über den Herrscher der Welt

    Der Herr ist König. Die Erde frohlocke. /
    Freuen sollen sich die vielen Inseln.

    Rings um ihn her sind Wolken und Dunkel, /
    Gerechtigkeit und Recht sind die Stützen seines Throns.

    Verzehrendes Feuer läuft vor ihm her /
    und frisst seine Gegner ringsum.

    Seine Blitze erhellen den Erdkreis; /
    die Erde sieht es und bebt.

    Berge schmelzen wie Wachs vor dem Herrn, /
    vor dem Antlitz des Herrschers aller Welt.

    Seine Gerechtigkeit verkünden die Himmel, /
    seine Herrlichkeit schauen alle Völker.

    Alle, die Bildern dienen, werden zuschanden, /
    alle, die sich der Götzen rühmen. / Vor ihm werfen sich alle Götter nieder.

    Zion hört es und freut sich, /
    Judas Töchter jubeln, Herr, über deine Gerichte.

    Denn du, Herr, bist der Höchste über der ganzen Erde, /
    hoch erhaben über alle Götter.

    Ihr, die ihr den Herrn liebt, hasst das Böse! /
    Er behütet das Leben seiner Frommen, / er entreißt sie der Hand der Frevler.

    Ein Licht erstrahlt den Gerechten /
    und Freude den Menschen mit redlichem Herzen.

    Ihr Gerechten, freut euch am Herrn /
    und lobt seinen heiligen Namen!

  • Pslam 69

    Psalm 69

    Der Hilferuf eines unschuldig Verfolgten

    [Für den Chormeister. Nach der Weise «Lilien». Von David.]

    Hilf mir, o Gott! /
    Schon reicht mir das Wasser bis an die Kehle.

    Ich bin in tiefem Schlamm versunken /
    und habe keinen Halt mehr; ich geriet in tiefes Wasser, / die Strömung reißt mich fort.

    Ich bin müde vom Rufen, /
    meine Kehle ist heiser, mir versagen die Augen, / während ich warte auf meinen Gott.

    Zahlreicher als die Haare auf meinem Kopf /
    sind die, die mich grundlos hassen. Zahlreich sind meine Verderber, meine verlogenen Feinde. / Was ich nicht geraubt habe, soll ich erstatten.

    Gott, du kennst meine Torheit, /
    meine Verfehlungen sind dir nicht verborgen.

    Wer auf dich hofft, Herr, du Herr der Heere, /
    soll durch mich nicht scheitern; wer dich sucht, Gott Israels, / gerate durch mich nicht in Schande.

    Denn deinetwegen erleide ich Schmach /
    und Schande bedeckt mein Gesicht.

    Entfremdet bin ich den eigenen Brüdern, /
    den Söhnen meiner Mutter wurde ich fremd.

    Denn der Eifer für dein Haus hat mich verzehrt; /
    die Schmähungen derer, die dich schmähen, haben mich getroffen.

    Ich nahm mich durch Fasten in Zucht, /
    doch es brachte mir Schmach und Schande.

    Ich ging in Sack und Asche, /
    doch sie riefen Spottverse hinter mir her.

    Man redet über mich in der Versammlung am Tor, /
    von mir singen die Zecher beim Wein.

    Ich aber bete zu dir, /
    Herr, zur Zeit der Gnade. Erhöre mich in deiner großen Huld, / Gott, hilf mir in deiner Treue!

    Entreiß mich dem Sumpf, /
    damit ich nicht versinke. Zieh mich heraus aus dem Verderben, / aus dem tiefen Wasser!

    Lass nicht zu, dass die Flut mich überschwemmt, /
    die Tiefe mich verschlingt, / der Brunnenschacht über mir seinen Rachen schließt.

    Erhöre mich, Herr, in deiner Huld und Güte, /
    wende dich mir zu in deinem großen Erbarmen!

    Verbirg nicht dein Gesicht vor deinem Knecht; /
    denn mir ist angst. Erhöre mich bald!

    Sei mir nah und erlöse mich! /
    Befrei mich meinen Feinden zum Trotz!

    Du kennst meine Schmach und meine Schande. /
    Dir stehen meine Widersacher alle vor Augen.

    Die Schande bricht mir das Herz, /
    ganz krank bin ich vor Schmach; umsonst habe ich auf Mitleid gewartet, / auf einen Tröster, doch ich habe keinen gefunden.

    Sie gaben mir Gift zu essen, /
    für den Durst reichten sie mir Essig.

    Der Opfertisch werde für sie zur Falle, /
    das Opfermahl zum Fangnetz.

    Blende ihre Augen, sodass sie nicht mehr sehen; /
    lähme ihre Hüften für immer!

    Gieß über sie deinen Grimm aus, /
    dein glühender Zorn soll sie treffen!

    Ihr Lagerplatz soll veröden, /
    in ihren Zelten soll niemand mehr wohnen.

    Denn sie verfolgen den Mann, den du schon geschlagen hast, /
    und mehren den Schmerz dessen, der von dir getroffen ist.

    Rechne ihnen Schuld über Schuld an, /
    damit sie nicht teilhaben an deiner Gerechtigkeit.

    Sie seien aus dem Buch des Lebens getilgt /
    und nicht bei den Gerechten verzeichnet.

    Ich aber bin elend und voller Schmerzen; /
    doch deine Hilfe, o Gott, wird mich erhöhen.

    Ich will den Namen Gottes rühmen im Lied, /
    in meinem Danklied ihn preisen.

    Das gefällt dem Herrn mehr als ein Opferstier, /
    mehr als Rinder mit Hörnern und Klauen.

    Schaut her, ihr Gebeugten, und freut euch; /
    ihr, die ihr Gott sucht: euer Herz lebe auf!

    Denn der Herr hört auf die Armen, /
    er verachtet die Gefangenen nicht.

    Himmel und Erde sollen ihn rühmen, /
    die Meere und was sich in ihnen regt.

    Denn Gott wird Zion retten, /
    wird Judas Städte neu erbauen. Seine Knechte werden dort wohnen und das Land besitzen, /

    ihre Nachkommen sollen es erben; /
    wer seinen Namen liebt, soll darin wohnen.

  • Salve Regina

    Sei gegrüßt, o Königin,
    Mutter der Barmherzigkeit,
    unser Leben, uns're Wonne
    und uns're Hoffnung, sei gegrüßt.
    Zu dir rufen wir verbannte Kinder Evas,
    zu dir seufzen wir
    trauernd und weinend in diesem Tal der Tränen.
    Wohlan denn, uns're Fürsprecherin,
    wende deine barmherzigen Augen uns zu,
    und nach diesem Elend zeige uns Jesus,
    die gebenedeite Frucht deines Leibes.
    O gütige, o milde, o süße Jungfrau Maria.

  • Schuldbekenntnis

    Ich bekenne Gott, dem Allmächtigen,
    und allen Brüdern und Schwestern,
    dass ich Gutes unterlassen und Böses getan habe:
    ich habe gesündigt in Gedanken, Worten und Werken:
    durch meine Schuld,
    durch meine Schuld,
    durch meine große Schuld.
    Darum bitte ich die selige Jungfrau Maria,
    alle Engel und Heiligen
    und euch, Brüder und Schwestern,
    für mich zu beten bei Gott, unserem Herrn.

  • Vater unser

    Vater unser im Himmel, geheiligt werde Dein Name.

    Dein Reich komme.

    Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.
    Unser tägliches Brot gib uns heute.

    Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
    Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

    Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.