St. Bonifatius

Katholisches Leben in der Mitte Berlins

Psalm 31

18.04.2018 / Redaktion

Psalm 31

Gott, die sichere Zuflucht

[Für den Chormeister. Ein Psalm Davids.]

Herr, ich suche Zuflucht bei dir. /
Lass mich doch niemals scheitern; / rette mich in deiner Gerechtigkeit!

Wende dein Ohr mir zu, /
erlöse mich bald! Sei mir ein schützender Fels, / eine feste Burg, die mich rettet.

Denn du bist mein Fels und meine Burg; /
um deines Namens willen wirst du mich führen und leiten.

Du wirst mich befreien aus dem Netz, das sie mir heimlich legten; /
denn du bist meine Zuflucht.

In deine Hände lege ich voll Vertrauen meinen Geist; /
du hast mich erlöst, Herr, du treuer Gott.

Dir sind alle verhasst, die nichtige Götzen verehren, /
ich aber verlasse mich auf den Herrn.

Ich will jubeln und über deine Huld mich freuen; /
denn du hast mein Elend angesehn, / du bist mit meiner Not vertraut.

Du hast mich nicht preisgegeben der Gewalt meines Feindes, /
hast meinen Füßen freien Raum geschenkt.

Herr, sei mir gnädig, denn mir ist angst; /
vor Gram zerfallen mir Auge, Seele und Leib.

In Kummer schwindet mein Leben dahin, /
meine Jahre verrinnen im Seufzen. Meine Kraft ist ermattet im Elend, / meine Glieder sind zerfallen.

Zum Spott geworden bin ich all meinen Feinden, /
ein Hohn den Nachbarn, ein Schrecken den Freunden; / wer mich auf der Straße sieht, der flieht vor mir.

Ich bin dem Gedächtnis entschwunden wie ein Toter, /
bin geworden wie ein zerbrochenes Gefäß.

Ich höre das Zischeln der Menge - Grauen ringsum. /
Sie tun sich gegen mich zusammen; / sie sinnen darauf, mir das Leben zu rauben.

Ich aber, Herr, ich vertraue dir, /
ich sage: «Du bist mein Gott.»

In deiner Hand liegt mein Geschick; /
entreiß mich der Hand meiner Feinde und Verfolger!

Lass dein Angesicht leuchten über deinem Knecht, /
hilf mir in deiner Güte!

Herr, lass mich nicht scheitern, /
denn ich rufe zu dir. Scheitern sollen die Frevler, / verstummen und hinabfahren ins Reich der Toten.

Jeder Mund, der lügt, soll sich schließen, /
der Mund, der frech gegen den Gerechten redet, / hochmütig und verächtlich.

Wie groß ist deine Güte, Herr, /
die du bereithältst für alle, die dich fürchten und ehren; du erweist sie allen, / die sich vor den Menschen zu dir flüchten.

Du beschirmst sie im Schutz deines Angesichts /
vor dem Toben der Menschen. Wie unter einem Dach bewahrst du sie / vor dem Gezänk der Zungen.

Gepriesen sei der Herr, der wunderbar an mir gehandelt /
und mir seine Güte erwiesen hat zur Zeit der Bedrängnis.

Ich aber dachte in meiner Angst: /
Ich bin aus deiner Nähe verstoßen. Doch du hast mein lautes Flehen gehört, / als ich zu dir um Hilfe rief.

Liebt den Herrn, all seine Frommen! /
Seine Getreuen behütet der Herr, / doch den Hochmütigen vergilt er ihr Tun mit vollem Maß.

Euer Herz sei stark und unverzagt, /
ihr alle, die ihr wartet auf den Herrn.