St. Bonifatius

Katholisches Leben in der Mitte Berlins

Psalm 71

18.04.2018 / Redaktion

Psalm 71

Gott, die Zuflucht bis ins Alter

Herr, ich suche Zuflucht bei dir. /
Lass mich doch niemals scheitern!

Reiß mich heraus und rette mich in deiner Gerechtigkeit, /
wende dein Ohr mir zu und hilf mir!

Sei mir ein sicherer Hort, /
zu dem ich allzeit kommen darf. Du hast mir versprochen zu helfen; / denn du bist mein Fels und meine Burg.

Mein Gott, rette mich aus der Hand des Frevlers, /
aus der Faust des Bedrückers und Schurken!

Herr, mein Gott, du bist ja meine Zuversicht, /
meine Hoffnung von Jugend auf.

Vom Mutterleib an stütze ich mich auf dich, /
vom Mutterschoß an bist du mein Beschützer; / dir gilt mein Lobpreis allezeit.

Für viele bin ich wie ein Gezeichneter, /
du aber bist meine starke Zuflucht.

Mein Mund ist erfüllt von deinem Lob, /
von deinem Ruhm den ganzen Tag.

Verwirf mich nicht, wenn ich alt bin, /
verlass mich nicht, wenn meine Kräfte schwinden.

Denn meine Feinde reden schlecht von mir, /
die auf mich lauern, beraten gemeinsam;

sie sagen: «Gott hat ihn verlassen. /
Verfolgt und ergreift ihn! / Für ihn gibt es keinen Retter.»

Gott, bleib doch nicht fern von mir! /
Mein Gott, eil mir zu Hilfe!

Alle, die mich bekämpfen, /
sollen scheitern und untergehn; über sie komme Schmach und Schande, / weil sie mein Unglück suchen.

Ich aber will jederzeit hoffen, /
all deinen Ruhm noch mehren.

Mein Mund soll von deiner Gerechtigkeit künden /
und von deinen Wohltaten sprechen den ganzen Tag; / denn ich kann sie nicht zählen.

Ich will kommen in den Tempel Gottes, des Herrn, /
deine großen und gerechten Taten allein will ich rühmen.

Gott, du hast mich gelehrt von Jugend auf /
und noch heute verkünde ich dein wunderbares Walten.

Auch wenn ich alt und grau bin, /
o Gott, verlass mich nicht, damit ich von deinem machtvollen Arm der Nachwelt künde, / den kommenden Geschlechtern von deiner Stärke /
und von deiner Gerechtigkeit, Gott, die größer ist als alles. Du hast Großes vollbracht. /
Mein Gott, wer ist wie du?

Du ließest mich viel Angst und Not erfahren. /
Belebe mich neu, / führe mich herauf aus den Tiefen der Erde!

Bring mich wieder zu Ehren! /
Du wirst mich wiederum trösten.

Dann will ich dir danken mit Saitenspiel /
und deine Treue preisen; mein Gott, du Heiliger Israels, / ich will dir auf der Harfe spielen.

Meine Lippen sollen jubeln, /
denn dir will ich singen und spielen, / meine Seele, die du erlöst hast, soll jubeln.

Auch meine Zunge soll von deiner Gerechtigkeit reden den ganzen Tag. /
Denn alle, die mein Unglück suchen, müssen vor Scham erröten und scheitern.