St. Bonifatius

Katholisches Leben in der Mitte Berlins

Pslam 69

18.04.2018 / Redaktion

Psalm 69

Der Hilferuf eines unschuldig Verfolgten

[Für den Chormeister. Nach der Weise «Lilien». Von David.]

Hilf mir, o Gott! /
Schon reicht mir das Wasser bis an die Kehle.

Ich bin in tiefem Schlamm versunken /
und habe keinen Halt mehr; ich geriet in tiefes Wasser, / die Strömung reißt mich fort.

Ich bin müde vom Rufen, /
meine Kehle ist heiser, mir versagen die Augen, / während ich warte auf meinen Gott.

Zahlreicher als die Haare auf meinem Kopf /
sind die, die mich grundlos hassen. Zahlreich sind meine Verderber, meine verlogenen Feinde. / Was ich nicht geraubt habe, soll ich erstatten.

Gott, du kennst meine Torheit, /
meine Verfehlungen sind dir nicht verborgen.

Wer auf dich hofft, Herr, du Herr der Heere, /
soll durch mich nicht scheitern; wer dich sucht, Gott Israels, / gerate durch mich nicht in Schande.

Denn deinetwegen erleide ich Schmach /
und Schande bedeckt mein Gesicht.

Entfremdet bin ich den eigenen Brüdern, /
den Söhnen meiner Mutter wurde ich fremd.

Denn der Eifer für dein Haus hat mich verzehrt; /
die Schmähungen derer, die dich schmähen, haben mich getroffen.

Ich nahm mich durch Fasten in Zucht, /
doch es brachte mir Schmach und Schande.

Ich ging in Sack und Asche, /
doch sie riefen Spottverse hinter mir her.

Man redet über mich in der Versammlung am Tor, /
von mir singen die Zecher beim Wein.

Ich aber bete zu dir, /
Herr, zur Zeit der Gnade. Erhöre mich in deiner großen Huld, / Gott, hilf mir in deiner Treue!

Entreiß mich dem Sumpf, /
damit ich nicht versinke. Zieh mich heraus aus dem Verderben, / aus dem tiefen Wasser!

Lass nicht zu, dass die Flut mich überschwemmt, /
die Tiefe mich verschlingt, / der Brunnenschacht über mir seinen Rachen schließt.

Erhöre mich, Herr, in deiner Huld und Güte, /
wende dich mir zu in deinem großen Erbarmen!

Verbirg nicht dein Gesicht vor deinem Knecht; /
denn mir ist angst. Erhöre mich bald!

Sei mir nah und erlöse mich! /
Befrei mich meinen Feinden zum Trotz!

Du kennst meine Schmach und meine Schande. /
Dir stehen meine Widersacher alle vor Augen.

Die Schande bricht mir das Herz, /
ganz krank bin ich vor Schmach; umsonst habe ich auf Mitleid gewartet, / auf einen Tröster, doch ich habe keinen gefunden.

Sie gaben mir Gift zu essen, /
für den Durst reichten sie mir Essig.

Der Opfertisch werde für sie zur Falle, /
das Opfermahl zum Fangnetz.

Blende ihre Augen, sodass sie nicht mehr sehen; /
lähme ihre Hüften für immer!

Gieß über sie deinen Grimm aus, /
dein glühender Zorn soll sie treffen!

Ihr Lagerplatz soll veröden, /
in ihren Zelten soll niemand mehr wohnen.

Denn sie verfolgen den Mann, den du schon geschlagen hast, /
und mehren den Schmerz dessen, der von dir getroffen ist.

Rechne ihnen Schuld über Schuld an, /
damit sie nicht teilhaben an deiner Gerechtigkeit.

Sie seien aus dem Buch des Lebens getilgt /
und nicht bei den Gerechten verzeichnet.

Ich aber bin elend und voller Schmerzen; /
doch deine Hilfe, o Gott, wird mich erhöhen.

Ich will den Namen Gottes rühmen im Lied, /
in meinem Danklied ihn preisen.

Das gefällt dem Herrn mehr als ein Opferstier, /
mehr als Rinder mit Hörnern und Klauen.

Schaut her, ihr Gebeugten, und freut euch; /
ihr, die ihr Gott sucht: euer Herz lebe auf!

Denn der Herr hört auf die Armen, /
er verachtet die Gefangenen nicht.

Himmel und Erde sollen ihn rühmen, /
die Meere und was sich in ihnen regt.

Denn Gott wird Zion retten, /
wird Judas Städte neu erbauen. Seine Knechte werden dort wohnen und das Land besitzen, /

ihre Nachkommen sollen es erben; /
wer seinen Namen liebt, soll darin wohnen.