St. Bonifatius

Katholisches Leben in der Mitte Berlins

Psalm

  • Psalm 131

    18.04.2018/Redaktion

    Psalm 131

    Der Frieden in Gott

    [Ein Wallfahrtslied.] Herr, mein Herz ist nicht stolz, /
    nicht hochmütig blicken meine Augen. Ich gehe nicht um mit Dingen, /
    die mir zu wunderbar und zu hoch sind.

    Ich ließ meine Seele ruhig werden und still; /
    wie ein kleines Kind bei der Mutter ist meine Seele still in mir.

    Israel, harre auf den Herrn /
    von nun an bis in Ewigkeit!

  • Psalm 130

    18.04.2018/Redaktion

    Psalm 130

    Bitte in tiefer Not

    [Ein Wallfahrtslied.] Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir: /

    Herr, höre meine Stimme! Wende dein Ohr mir zu, /
    achte auf mein lautes Flehen!

    Würdest du, Herr, unsere Sünden beachten, /
    Herr, wer könnte bestehen?

    Doch bei dir ist Vergebung, /
    damit man in Ehrfurcht dir dient.

    Ich hoffe auf den Herrn, es hofft meine Seele, /
    ich warte voll Vertrauen auf sein Wort.

    Meine Seele wartet auf den Herrn /
    mehr als die Wächter auf den Morgen. Mehr als die Wächter auf den Morgen /

    soll Israel harren auf den Herrn. Denn beim Herrn ist die Huld, /
    bei ihm ist Erlösung in Fülle.

    Ja, er wird Israel erlösen /
    von all seinen Sünden.

  • Psalm 129

    18.04.2018/Redaktion

    Psalm 129

    Hoffnung in der Bedrängnis

    [Ein Wallfahrtslied.] Sie haben mich oft bedrängt von Jugend auf /
    so soll Israel sagen -,

    sie haben mich oft bedrängt von Jugend auf, /
    doch sie konnten mich nicht bezwingen.

    Die Pflüger haben auf meinem Rücken gepflügt, /
    ihre langen Furchen gezogen.

    Doch der Herr ist gerecht, /
    er hat die Stricke der Frevler zerhauen.

    Beschämt sollen alle weichen, /
    alle, die Zion hassen.

    Sie sollen wie das Gras auf den Dächern sein, /
    das verdorrt, noch bevor man es ausreißt.

    Kein Schnitter kann seine Hand damit füllen, /
    kein Garbenbinder den Arm.

    Keiner, der vorübergeht, wird sagen: /
    «Der Segen des Herrn sei mit euch.» - / Wir aber segnen euch im Namen des Herrn.

  • Psalm 119

    18.04.2018/Redaktion

    Psalm 119, Vers 41-48

    Ein Lobgesang auf Gottes Wort

    Herr, deine Huld komme auf mich herab /
    und deine Hilfe, wie du es verheißen hast.

    Dann kann ich dem, der mich schmäht, erwidern; /
    denn ich vertraue auf dein Wort.

    Entziehe meinem Mund nicht das Wort der Wahrheit! /
    Ich hoffe so sehr auf deine Entscheide.

    Ich will deiner Weisung beständig folgen, /
    auf immer und ewig.

    Dann schreite ich aus auf freier Bahn; /
    denn ich frage nach deinen Befehlen.

    Deine Gebote will ich vor Königen bezeugen /
    und mich nicht vor ihnen schämen.

    An deinen Geboten habe ich meine Freude, /
    ich liebe sie von Herzen.

    Ich erhebe meine Hände zu deinen Geboten; /
    nachsinnen will ich über deine Gesetze.

  • Psalm 118

    18.04.2018/Redaktion

    Psalm 118

    Eine Dankliturgie

    Danket dem Herrn, denn er ist gütig, /
    denn seine Huld währt ewig.

    So soll Israel sagen: /
    Denn seine Huld währt ewig.

    So soll das Haus Aaron sagen: /
    Denn seine Huld währt ewig.

    So sollen alle sagen, die den Herrn fürchten und ehren: /
    Denn seine Huld währt ewig.

    In der Bedrängnis rief ich zum Herrn; /
    der Herr hat mich erhört und mich frei gemacht.

    Der Herr ist bei mir, ich fürchte mich nicht. /
    Was können Menschen mir antun?

    Der Herr ist bei mir, er ist mein Helfer; /
    ich aber schaue auf meine Hasser herab.

    Besser, sich zu bergen beim Herrn, /
    als auf Menschen zu bauen.

    Besser, sich zu bergen beim Herrn, /
    als auf Fürsten zu bauen.

    Alle Völker umringen mich; /
    ich wehre sie ab im Namen des Herrn.

    Sie umringen, ja, sie umringen mich; /
    ich wehre sie ab im Namen des Herrn.

    Sie umschwirren mich wie Bienen, /
    wie ein Strohfeuer verlöschen sie; / ich wehre sie ab im Namen des Herrn.

    Sie stießen mich hart, sie wollten mich stürzen; /
    der Herr aber hat mir geholfen.

    Meine Stärke und mein Lied ist der Herr; /
    er ist für mich zum Retter geworden.

    Frohlocken und Jubel erschallt in den Zelten der Gerechten: /
    «Die Rechte des Herrn wirkt mit Macht!

    Die Rechte des Herrn ist erhoben, /
    die Rechte des Herrn wirkt mit Macht!»

    Ich werde nicht sterben, sondern leben, /
    um die Taten des Herrn zu verkünden.

    Der Herr hat mich hart gezüchtigt, /
    doch er hat mich nicht dem Tod übergeben.

    Öffnet mir die Tore zur Gerechtigkeit, /
    damit ich eintrete, um dem Herrn zu danken.

    Das ist das Tor zum Herrn, /
    nur Gerechte treten hier ein.

    Ich danke dir, dass du mich erhört hast; /
    du bist für mich zum Retter geworden.

    Der Stein, den die Bauleute verwarfen, /
    er ist zum Eckstein geworden.

    Das hat der Herr vollbracht, /
    vor unseren Augen geschah dieses Wunder.

    Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat; /
    wir wollen jubeln und uns an ihm freuen.

    Ach, Herr, bring doch Hilfe! /
    Ach, Herr, gib doch Gelingen!

    Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn. /
    Wir segnen euch vom Haus des Herrn her. /

    Gott, der Herr, erleuchte uns. Mit Zweigen in den Händen /
    schließt euch zusammen zum Reigen / bis zu den Hörnern des Altars!

    Du bist mein Gott, dir will ich danken; /
    mein Gott, dich will ich rühmen.

    Dankt dem Herrn, denn er ist gütig, /
    denn seine Huld währt ewig.

  • Psalm 97

    18.04.2018/Redaktion

    Psalm 97

    Aufruf zur Freude über den Herrscher der Welt

    Der Herr ist König. Die Erde frohlocke. /
    Freuen sollen sich die vielen Inseln.

    Rings um ihn her sind Wolken und Dunkel, /
    Gerechtigkeit und Recht sind die Stützen seines Throns.

    Verzehrendes Feuer läuft vor ihm her /
    und frisst seine Gegner ringsum.

    Seine Blitze erhellen den Erdkreis; /
    die Erde sieht es und bebt.

    Berge schmelzen wie Wachs vor dem Herrn, /
    vor dem Antlitz des Herrschers aller Welt.

    Seine Gerechtigkeit verkünden die Himmel, /
    seine Herrlichkeit schauen alle Völker.

    Alle, die Bildern dienen, werden zuschanden, /
    alle, die sich der Götzen rühmen. / Vor ihm werfen sich alle Götter nieder.

    Zion hört es und freut sich, /
    Judas Töchter jubeln, Herr, über deine Gerichte.

    Denn du, Herr, bist der Höchste über der ganzen Erde, /
    hoch erhaben über alle Götter.

    Ihr, die ihr den Herrn liebt, hasst das Böse! /
    Er behütet das Leben seiner Frommen, / er entreißt sie der Hand der Frevler.

    Ein Licht erstrahlt den Gerechten /
    und Freude den Menschen mit redlichem Herzen.

    Ihr Gerechten, freut euch am Herrn /
    und lobt seinen heiligen Namen!

  • Psalm 71

    18.04.2018/Redaktion

    Psalm 71

    Gott, die Zuflucht bis ins Alter

    Herr, ich suche Zuflucht bei dir. /
    Lass mich doch niemals scheitern!

    Reiß mich heraus und rette mich in deiner Gerechtigkeit, /
    wende dein Ohr mir zu und hilf mir!

    Sei mir ein sicherer Hort, /
    zu dem ich allzeit kommen darf. Du hast mir versprochen zu helfen; / denn du bist mein Fels und meine Burg.

    Mein Gott, rette mich aus der Hand des Frevlers, /
    aus der Faust des Bedrückers und Schurken!

    Herr, mein Gott, du bist ja meine Zuversicht, /
    meine Hoffnung von Jugend auf.

    Vom Mutterleib an stütze ich mich auf dich, /
    vom Mutterschoß an bist du mein Beschützer; / dir gilt mein Lobpreis allezeit.

    Für viele bin ich wie ein Gezeichneter, /
    du aber bist meine starke Zuflucht.

    Mein Mund ist erfüllt von deinem Lob, /
    von deinem Ruhm den ganzen Tag.

    Verwirf mich nicht, wenn ich alt bin, /
    verlass mich nicht, wenn meine Kräfte schwinden.

    Denn meine Feinde reden schlecht von mir, /
    die auf mich lauern, beraten gemeinsam;

    sie sagen: «Gott hat ihn verlassen. /
    Verfolgt und ergreift ihn! / Für ihn gibt es keinen Retter.»

    Gott, bleib doch nicht fern von mir! /
    Mein Gott, eil mir zu Hilfe!

    Alle, die mich bekämpfen, /
    sollen scheitern und untergehn; über sie komme Schmach und Schande, / weil sie mein Unglück suchen.

    Ich aber will jederzeit hoffen, /
    all deinen Ruhm noch mehren.

    Mein Mund soll von deiner Gerechtigkeit künden /
    und von deinen Wohltaten sprechen den ganzen Tag; / denn ich kann sie nicht zählen.

    Ich will kommen in den Tempel Gottes, des Herrn, /
    deine großen und gerechten Taten allein will ich rühmen.

    Gott, du hast mich gelehrt von Jugend auf /
    und noch heute verkünde ich dein wunderbares Walten.

    Auch wenn ich alt und grau bin, /
    o Gott, verlass mich nicht, damit ich von deinem machtvollen Arm der Nachwelt künde, / den kommenden Geschlechtern von deiner Stärke /
    und von deiner Gerechtigkeit, Gott, die größer ist als alles. Du hast Großes vollbracht. /
    Mein Gott, wer ist wie du?

    Du ließest mich viel Angst und Not erfahren. /
    Belebe mich neu, / führe mich herauf aus den Tiefen der Erde!

    Bring mich wieder zu Ehren! /
    Du wirst mich wiederum trösten.

    Dann will ich dir danken mit Saitenspiel /
    und deine Treue preisen; mein Gott, du Heiliger Israels, / ich will dir auf der Harfe spielen.

    Meine Lippen sollen jubeln, /
    denn dir will ich singen und spielen, / meine Seele, die du erlöst hast, soll jubeln.

    Auch meine Zunge soll von deiner Gerechtigkeit reden den ganzen Tag. /
    Denn alle, die mein Unglück suchen, müssen vor Scham erröten und scheitern.

  • Pslam 69

    18.04.2018/Redaktion

    Psalm 69

    Der Hilferuf eines unschuldig Verfolgten

    [Für den Chormeister. Nach der Weise «Lilien». Von David.]

    Hilf mir, o Gott! /
    Schon reicht mir das Wasser bis an die Kehle.

    Ich bin in tiefem Schlamm versunken /
    und habe keinen Halt mehr; ich geriet in tiefes Wasser, / die Strömung reißt mich fort.

    Ich bin müde vom Rufen, /
    meine Kehle ist heiser, mir versagen die Augen, / während ich warte auf meinen Gott.

    Zahlreicher als die Haare auf meinem Kopf /
    sind die, die mich grundlos hassen. Zahlreich sind meine Verderber, meine verlogenen Feinde. / Was ich nicht geraubt habe, soll ich erstatten.

    Gott, du kennst meine Torheit, /
    meine Verfehlungen sind dir nicht verborgen.

    Wer auf dich hofft, Herr, du Herr der Heere, /
    soll durch mich nicht scheitern; wer dich sucht, Gott Israels, / gerate durch mich nicht in Schande.

    Denn deinetwegen erleide ich Schmach /
    und Schande bedeckt mein Gesicht.

    Entfremdet bin ich den eigenen Brüdern, /
    den Söhnen meiner Mutter wurde ich fremd.

    Denn der Eifer für dein Haus hat mich verzehrt; /
    die Schmähungen derer, die dich schmähen, haben mich getroffen.

    Ich nahm mich durch Fasten in Zucht, /
    doch es brachte mir Schmach und Schande.

    Ich ging in Sack und Asche, /
    doch sie riefen Spottverse hinter mir her.

    Man redet über mich in der Versammlung am Tor, /
    von mir singen die Zecher beim Wein.

    Ich aber bete zu dir, /
    Herr, zur Zeit der Gnade. Erhöre mich in deiner großen Huld, / Gott, hilf mir in deiner Treue!

    Entreiß mich dem Sumpf, /
    damit ich nicht versinke. Zieh mich heraus aus dem Verderben, / aus dem tiefen Wasser!

    Lass nicht zu, dass die Flut mich überschwemmt, /
    die Tiefe mich verschlingt, / der Brunnenschacht über mir seinen Rachen schließt.

    Erhöre mich, Herr, in deiner Huld und Güte, /
    wende dich mir zu in deinem großen Erbarmen!

    Verbirg nicht dein Gesicht vor deinem Knecht; /
    denn mir ist angst. Erhöre mich bald!

    Sei mir nah und erlöse mich! /
    Befrei mich meinen Feinden zum Trotz!

    Du kennst meine Schmach und meine Schande. /
    Dir stehen meine Widersacher alle vor Augen.

    Die Schande bricht mir das Herz, /
    ganz krank bin ich vor Schmach; umsonst habe ich auf Mitleid gewartet, / auf einen Tröster, doch ich habe keinen gefunden.

    Sie gaben mir Gift zu essen, /
    für den Durst reichten sie mir Essig.

    Der Opfertisch werde für sie zur Falle, /
    das Opfermahl zum Fangnetz.

    Blende ihre Augen, sodass sie nicht mehr sehen; /
    lähme ihre Hüften für immer!

    Gieß über sie deinen Grimm aus, /
    dein glühender Zorn soll sie treffen!

    Ihr Lagerplatz soll veröden, /
    in ihren Zelten soll niemand mehr wohnen.

    Denn sie verfolgen den Mann, den du schon geschlagen hast, /
    und mehren den Schmerz dessen, der von dir getroffen ist.

    Rechne ihnen Schuld über Schuld an, /
    damit sie nicht teilhaben an deiner Gerechtigkeit.

    Sie seien aus dem Buch des Lebens getilgt /
    und nicht bei den Gerechten verzeichnet.

    Ich aber bin elend und voller Schmerzen; /
    doch deine Hilfe, o Gott, wird mich erhöhen.

    Ich will den Namen Gottes rühmen im Lied, /
    in meinem Danklied ihn preisen.

    Das gefällt dem Herrn mehr als ein Opferstier, /
    mehr als Rinder mit Hörnern und Klauen.

    Schaut her, ihr Gebeugten, und freut euch; /
    ihr, die ihr Gott sucht: euer Herz lebe auf!

    Denn der Herr hört auf die Armen, /
    er verachtet die Gefangenen nicht.

    Himmel und Erde sollen ihn rühmen, /
    die Meere und was sich in ihnen regt.

    Denn Gott wird Zion retten, /
    wird Judas Städte neu erbauen. Seine Knechte werden dort wohnen und das Land besitzen, /

    ihre Nachkommen sollen es erben; /
    wer seinen Namen liebt, soll darin wohnen.

  • Psalm 52

    18.04.2018/Redaktion

    Psalm 52

    Die Überheblichkeit des Bösen - das Vertrauen des Frommen

    [Für den Chormeister. Ein Weisheitslied Davids, als der Edomiter Doëg zu Saul kam und ihm meldete: David ist in das Haus des Ahimelech gegangen.]

    Was rühmst du dich deiner Bosheit, du Mann der Gewalt, /
    was prahlst du allzeit vor dem Frommen?

    Du Ränkeschmied, du planst Verderben; /
    deine Zunge gleicht einem scharfen Messer.

    Du liebst das Böse mehr als das Gute /
    und Lüge mehr als wahrhaftige Rede. [Sela]

    Du liebst lauter verderbliche Worte, /
    du tückische Zunge.

    Darum wird Gott dich verderben für immer, /
    dich packen und herausreißen aus deinem Zelt, / dich entwurzeln aus dem Land der Lebenden. [Sela]

    Gerechte werden es sehen und sich fürchten; /
    sie werden über ihn lachen und sagen:

    «Seht, das ist der Mann, /
    der nicht zu Gott seine Zuflucht nahm; auf seinen großen Reichtum hat er sich verlassen / und auf seinen Frevel gebaut.»

    Ich aber bin im Haus Gottes wie ein grünender Ölbaum; /
    auf Gottes Huld vertraue ich immer und ewig.

    Ich danke dir, Herr, in Ewigkeit; /
    denn du hast das alles vollbracht. Ich hoffe auf deinen Namen im Kreis der Frommen; / denn du bist gütig.

  • Psalm 31

    18.04.2018/Redaktion

    Psalm 31

    Gott, die sichere Zuflucht

    [Für den Chormeister. Ein Psalm Davids.]

    Herr, ich suche Zuflucht bei dir. /
    Lass mich doch niemals scheitern; / rette mich in deiner Gerechtigkeit!

    Wende dein Ohr mir zu, /
    erlöse mich bald! Sei mir ein schützender Fels, / eine feste Burg, die mich rettet.

    Denn du bist mein Fels und meine Burg; /
    um deines Namens willen wirst du mich führen und leiten.

    Du wirst mich befreien aus dem Netz, das sie mir heimlich legten; /
    denn du bist meine Zuflucht.

    In deine Hände lege ich voll Vertrauen meinen Geist; /
    du hast mich erlöst, Herr, du treuer Gott.

    Dir sind alle verhasst, die nichtige Götzen verehren, /
    ich aber verlasse mich auf den Herrn.

    Ich will jubeln und über deine Huld mich freuen; /
    denn du hast mein Elend angesehn, / du bist mit meiner Not vertraut.

    Du hast mich nicht preisgegeben der Gewalt meines Feindes, /
    hast meinen Füßen freien Raum geschenkt.

    Herr, sei mir gnädig, denn mir ist angst; /
    vor Gram zerfallen mir Auge, Seele und Leib.

    In Kummer schwindet mein Leben dahin, /
    meine Jahre verrinnen im Seufzen. Meine Kraft ist ermattet im Elend, / meine Glieder sind zerfallen.

    Zum Spott geworden bin ich all meinen Feinden, /
    ein Hohn den Nachbarn, ein Schrecken den Freunden; / wer mich auf der Straße sieht, der flieht vor mir.

    Ich bin dem Gedächtnis entschwunden wie ein Toter, /
    bin geworden wie ein zerbrochenes Gefäß.

    Ich höre das Zischeln der Menge - Grauen ringsum. /
    Sie tun sich gegen mich zusammen; / sie sinnen darauf, mir das Leben zu rauben.

    Ich aber, Herr, ich vertraue dir, /
    ich sage: «Du bist mein Gott.»

    In deiner Hand liegt mein Geschick; /
    entreiß mich der Hand meiner Feinde und Verfolger!

    Lass dein Angesicht leuchten über deinem Knecht, /
    hilf mir in deiner Güte!

    Herr, lass mich nicht scheitern, /
    denn ich rufe zu dir. Scheitern sollen die Frevler, / verstummen und hinabfahren ins Reich der Toten.

    Jeder Mund, der lügt, soll sich schließen, /
    der Mund, der frech gegen den Gerechten redet, / hochmütig und verächtlich.

    Wie groß ist deine Güte, Herr, /
    die du bereithältst für alle, die dich fürchten und ehren; du erweist sie allen, / die sich vor den Menschen zu dir flüchten.

    Du beschirmst sie im Schutz deines Angesichts /
    vor dem Toben der Menschen. Wie unter einem Dach bewahrst du sie / vor dem Gezänk der Zungen.

    Gepriesen sei der Herr, der wunderbar an mir gehandelt /
    und mir seine Güte erwiesen hat zur Zeit der Bedrängnis.

    Ich aber dachte in meiner Angst: /
    Ich bin aus deiner Nähe verstoßen. Doch du hast mein lautes Flehen gehört, / als ich zu dir um Hilfe rief.

    Liebt den Herrn, all seine Frommen! /
    Seine Getreuen behütet der Herr, / doch den Hochmütigen vergilt er ihr Tun mit vollem Maß.

    Euer Herz sei stark und unverzagt, /
    ihr alle, die ihr wartet auf den Herrn.