St. Bonifatius

Katholisches Leben in der Mitte Berlins

Psalm

  • Psalm 27

    18.04.2018/Redaktion

    Psalm 27

    Die Gemeinschaft mit Gott

    [Von David.]

    Der Herr ist mein Licht und mein Heil: /
    Vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist die Kraft meines Lebens: / Vor wem sollte mir bangen?

    Dringen Frevler auf mich ein, /
    um mich zu verschlingen, meine Bedränger und Feinde, / sie müssen straucheln und fallen.

    Mag ein Heer mich belagern: /
    Mein Herz wird nicht verzagen. Mag Krieg gegen mich toben: / Ich bleibe dennoch voll Zuversicht.

    Nur eines erbitte ich vom Herrn, /
    danach verlangt mich: Im Haus des Herrn zu wohnen / alle Tage meines Lebens, die Freundlichkeit des Herrn zu schauen / und nachzusinnen in seinem Tempel.

    Denn er birgt mich in seinem Haus /
    am Tag des Unheils; er beschirmt mich im Schutz seines Zeltes, / er hebt mich auf einen Felsen empor.

    Nun kann ich mein Haupt erheben /
    über die Feinde, die mich umringen. Ich will Opfer darbringen in seinem Zelt, Opfer mit Jubel; / dem Herrn will ich singen und spielen.

    Vernimm, o Herr, mein lautes Rufen; /
    sei mir gnädig und erhöre mich!

    Mein Herz denkt an dein Wort: «Sucht mein Angesicht!» /
    Dein Angesicht, Herr, will ich suchen.

    Verbirg nicht dein Gesicht vor mir; /
    weise deinen Knecht im Zorn nicht ab! / Du wurdest meine Hilfe. Verstoß mich nicht, verlass mich nicht, / du Gott meines Heiles!

    Wenn mich auch Vater und Mutter verlassen, /
    der Herr nimmt mich auf.

    Zeige mir, Herr, deinen Weg, /
    leite mich auf ebener Bahn trotz meiner Feinde!

    Gib mich nicht meinen gierigen Gegnern preis; /
    denn falsche Zeugen stehen gegen mich auf und wüten.

    Ich aber bin gewiss, zu schauen /
    die Güte des Herrn im Land der Lebenden.

    Hoffe auf den Herrn und sei stark! /
    Hab festen Mut und hoffe auf den Herrn!

  • Psalm 22

    18.04.2018/Redaktion

    Gottverlassenheit und Heilsgewissheit

    Psalm 22
    [Für den Chormeister. Nach der Weise «Hinde der Morgenröte». Ein Psalm Davids.]

    Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen, /
    bist fern meinem Schreien, den Worten meiner Klage?

    Mein Gott, ich rufe bei Tag, doch du gibst keine Antwort; /
    ich rufe bei Nacht und finde doch keine Ruhe.

    Aber du bist heilig, /
    du thronst über dem Lobpreis Israels.

    Dir haben unsre Väter vertraut, /
    sie haben vertraut und du hast sie gerettet.

    Zu dir riefen sie und wurden befreit, /
    dir vertrauten sie und wurden nicht zuschanden.

    Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, /
    der Leute Spott, vom Volk verachtet.

    Alle, die mich sehen, verlachen mich, /
    verziehen die Lippen, schütteln den Kopf:

    «Er wälze die Last auf den Herrn, /
    der soll ihn befreien! Der reiße ihn heraus, / wenn er an ihm Gefallen hat.»

    Du bist es, der mich aus dem Schoß meiner Mutter zog, /
    mich barg an der Brust der Mutter.

    Von Geburt an bin ich geworfen auf dich, /
    vom Mutterleib an bist du mein Gott.

    Sei mir nicht fern, denn die Not ist nahe /
    und niemand ist da, der hilft.

    Viele Stiere umgeben mich, /
    Büffel von Baschan umringen mich.

    Sie sperren gegen mich ihren Rachen auf, /
    reißende, brüllende Löwen.

    Ich bin hingeschüttet wie Wasser, /
    gelöst haben sich all meine Glieder. / Mein Herz ist in meinem Leib wie Wachs zerflossen.

    Meine Kehle ist trocken wie eine Scherbe, /
    die Zunge klebt mir am Gaumen, / du legst mich in den Staub des Todes.

    Viele Hunde umlagern mich, /
    eine Rotte von Bösen umkreist mich. / Sie durchbohren mir Hände und Füße.

    Man kann all meine Knochen zählen; /
    sie gaffen und weiden sich an mir.

    Sie verteilen unter sich meine Kleider /
    und werfen das Los um mein Gewand.

    Du aber, Herr, halte dich nicht fern! /
    Du, meine Stärke, eil mir zu Hilfe!

    Entreiße mein Leben dem Schwert, /
    mein einziges Gut aus der Gewalt der Hunde!

    Rette mich vor dem Rachen des Löwen, /
    vor den Hörnern der Büffel rette mich Armen!

    Ich will deinen Namen meinen Brüdern verkünden, /
    inmitten der Gemeinde dich preisen.

    Die ihr den Herrn fürchtet, preist ihn, /
    ihr alle vom Stamm Jakobs, rühmt ihn; / erschauert alle vor ihm, ihr Nachkommen Israels!

    Denn er hat nicht verachtet, /
    nicht verabscheut das Elend des Armen. Er verbirgt sein Gesicht nicht vor ihm; / er hat auf sein Schreien gehört.

    Deine Treue preise ich in großer Gemeinde; /
    ich erfülle meine Gelübde vor denen, die Gott fürchten.

    Die Armen sollen essen und sich sättigen; /
    den Herrn sollen preisen, die ihn suchen. / Aufleben soll euer Herz für immer.

    Alle Enden der Erde sollen daran denken /
    und werden umkehren zum Herrn: / Vor ihm werfen sich alle Stämme der Völker nieder.

    Denn der Herr regiert als König; /
    er herrscht über die Völker.

    Vor ihm allein sollen niederfallen die Mächtigen der Erde, /
    vor ihm sich alle niederwerfen, die in der Erde ruhen. [Meine Seele, sie lebt für ihn; /
    mein Stamm wird ihm dienen.] Vom Herrn wird man dem künftigen Geschlecht erzählen, /
    seine Heilstat verkündet man dem kommenden Volk; /
    denn er hat das Werk getan.

  • Psalm 23

    27.03.2018/Redaktion

    Psalm 23

    Der gute Hirt

    [Ein Psalm Davids.]

    Der Herr ist mein Hirte, /
    nichts wird mir fehlen. Er lässt mich lagern auf grünen Auen /
    und führt mich zum Ruheplatz am Wasser. Er stillt mein Verlangen; /
    er leitet mich auf rechten Pfaden, treu seinem Namen. Muss ich auch wandern in finsterer Schlucht, /
    ich fürchte kein Unheil; denn du bist bei mir, /
    dein Stock und dein Stab geben mir Zuversicht. Du deckst mir den Tisch /
    vor den Augen meiner Feinde. Du salbst mein Haupt mit Öl, /
    du füllst mir reichlich den Becher. Lauter Güte und Huld werden mir folgen mein Leben lang /
    und im Haus des Herrn darf ich wohnen für lange Zeit.