St. Bonifatius

Katholisches Leben in der Mitte Berlins

Seit es Christen gibt, gibt es auch Christenverfolgung!

Bundesweiter Flashmob gegen Christenverfolgung - 11.1.2014 - Augsburg/

24.05.2015 / Redaktion

Fast ist es schon eine Routinemeldung und wir nehmen es, so scheint es, nur noch am Rande wahr. Christen werden verfolgt und getötet. Fast wöchentlich erreichen uns solche Schreckensnachrichten. Und es scheint, dass sich nicht nur die Medienlandschaft, sondern auch die ganze westliche Welt mit diesem zunehmenden Phänomen abgefunden haben. In den letzten Jahren häuften sich die Übergriffe auf Christen. War früher das Thema Christenverfolgung ein Thema für den Geschichtsunterricht, wird es zunehmend wieder ein Thema der Gegenwart. Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Verfolgung der Christen und ihrem Ausgangspunkt? Auch Christus wurde verfolgt und getötet und auch die Apostelgeschichte erzählt von ähnlichen Ereignissen, die den Jüngern wiederfuhren. Nehmen wir die Ostererzählungen: Als der Auferstandene den Jüngern begegnet, haben diese sich „hinter verschlossenen Türen“ verschanzt, aus Furcht vor den Juden, wie es heißt (Joh 20,19). Und im Lukasevangelium prophezeit Jesus: „Und ihr werdet um meines Namens willen von allen gehasst werden!“ (Lk 21,17) Alle Apostel, außer Johannes, überlebten die erste Welle der Christenverfolgung nicht. „Warum verfolgst du mich?“ fragt Christus den Paulus, damals noch Saulus. Und vielleicht liegt die Antwort genau in der Gegenfrage des Paulus: „Wer bist du?“ Denn Christus antwortet: „Ich bin Jesus! – den du verfolgst“ In dieser Aussage liegt nämlich ein Wahrheitsanspruch.
Wenn heute einfache Menschen von den IS-Terroristen gefragt werden, welchen Glauben sie haben, und diese dann Antworten: ich bin Christ, reicht das aus um sie zu liquidieren. Was ist das für ein Wahrheitsanspruch, der solch einen Widerstand hervorruft? Wenn wir in die Evangelien schauen, dann fällt auf, dass Jesus die bestehende Ordnung zugunsten einer neuen Form des Zusammenlebens hinterfragt, deren Regeln sich weniger aus Tradition, Sitte und Kalkül ergeben, sondern von der Liebe her sich entwickelt (Vgl. Verfolgt wie Jesus, Tagespost Nr.42, S.9). Jesus irritiert die kulturellen und religiösen Grundlagen – auch heute. In vielen Wellen der Christenverfolgung begegnet uns immer wieder dieses Muster: Die neue Lehre trifft auf die alte Ordnung (Ebd.). Und auch unsere Zeit ist davon nicht ausgenommen. Fachleute schätzen, dass 100 Millionen Christen wegen ihres Glaubens in Schule, Ausbildung und Beruf, in Gesellschaft und Politik systematisch benachteiligt werden. Am vergangenen Karfreitag hat Papst Franziskus im Kolosseum an diese Benachteiligung erinnert und sogar die Verfolgung der Christen in überwiegend islamisch geprägten Ländern angeprangert. Und bei uns? In Europa? In Deutschland? Hier ist insbesondere die unangepasste katholische Kirche, die in einer sexualisierten Leistungs- und Ellenbogengesellschaft stört (Ebd.), Zielscheibe des Spottes und des Lächerlichkeit. Wie gehen wir damit um? Haben wir den Mut uns zu Christus und seiner Kirche zu bekennen? Habe ich den Mut, wenn ich gefragt werde, mich zu den Werten meines katholischen Glaubens zu bekennen? Kann ich mein „Je suis Jesus“ sagen?

Pfr. Cornelius