St. Bonifatius

Katholisches Leben in der Mitte Berlins

25 Jahre Stamm St. Bonifatius

© Christiane Vogler

30.01.2011 / Redaktion

Es begann eigentlich schon im Jahr 1984. Damals bildete sich eine Pfadfindergruppe aus Kommunionkindern in St. Bonifatius.
Unterstützt vom Stamm Heilig Kreuz in Wilmersdorf entstand so erst eine "Siedlung" der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG), die am Valentinstag des Jahres 1986 schließlich zum "vollwertigen" Stamm wurde.

Was hat das Leben im Stamm seit dieser Zeit ausgemacht?
Sicher waren die Zeltlager Highlights eines jeden Pfadfinderjahres. Nach den Anfängen in Deutschland durften zuerst die Älteren auf internationalen Lagern in England und Österreich Auslandserfahrung sammeln; 1992 fuhr dann der ganze Stamm nach Böhmen. Im Jahr danach verließen die Pfadfinder und Rover zum ersten Mal den sicheren Boden unter den Füßen und veranstalteten einen Segeltörn. Eine teure Angelegenheit, die auch deshalb gelang, weil die Teilnehmer im Vorfeld das erste Stammesvarieté organisierten. Auch für die Teilnahme am Weltpfadfindertreffen in Holland 1995 und für das Stammeslager im Jahr danach wurde mit Varietés Geld verdient.

Nach Sommerlagern in Österreich und NRW fuhr 2002 der gesamte Stamm zum Segeln auf dem Ijsselmeer. Sicher finanziell etwas unaufwändiger, aus verschiedenen Gründen aber nicht weniger aufregend, waren die Fahrten nach Kaschubien und die tschechische Republik.

Es wäre müßig, hier alle weiteren Lager aufzuzählen, und schließlich haben die Pfadfinder im Laufe der Jahre ja auch andere Sachen gemacht. Sie haben in der Geisterbahn auf dem Gemeindefest ältere Damen fast zu Tode erschreckt; sie haben abenteuerliche Bauten aus schwarzen Zeltplanen für den Adventsbasar errichtet; sie haben tonnenweise Müll aus dem Wasserbecken am Kreuzberg geschaufelt; sie haben Stadtspiele veranstaltet; sie haben Stolpersteine verlegt; sie haben gegen Gewalt und gegen Fast-Food demonstriert; sie haben Geld für Straßenkinder gesammelt und sie haben immer gerne und ausgiebig gefeiert.

Dass das Bestehen nicht selbstverständlich ist, zeigen andere Fälle. Der "Mutterstamm" Heilig Kreuz existiert nicht mehr. Das Bemühen, in der Gemeinde St. Marien-Liebfrauen selbst einen "Ableger" zu gründen, wurde im letzten Herbst, nach neun Jahren, eingestellt. Für bestehende wie vergangene Gruppen gilt aber gleichermaßen, dass die Erfahrungen entscheidend sind, die Kinder und Jugendliche in ihrer Gemeinschaft machen konnten. Die Wölflinge von damals haben inzwischen selber Kinder, die fast im Wölflingsalter sind. Vielleicht werden deren Erlebnisse eines Tages auch zur Stammesgeschichte gehören.

Christiane Vogler