St. Bonifatius

Katholisches Leben in der Mitte Berlins

Aus der Christlichen Welt im Januar 2013

04.01.2013 / Redaktion

Auf neutralem Boden – in der Berliner Botschaft des Fürstentums Liechtenstein hat kurz vor Weihnachten der syrisch-orthodoxe Erzbischof von Aleppo Gregorios Yohanna Ibrahim auf die katastrophale Lage der Christen in Syrien hingewiesen. In Aleppo hatten anfangs März 200.000 Christen der unterschiedlichsten Denominationen gelebt – jetzt nur mehr ein Drittel davon.
Viele flohen in die Nachbarländer – wo ihre Zukunft aber auch nicht gesichert ist. Z.B. leben im türkischen Tur Abdin (Gründungsort der Syrisch-Orthodoxen Kirche) jetzt nur mehr weniger als 1000 christliche Familien. Die Zahl der Christen im Nahen Osten ist stark rückläufig. Der Erzbischof appellierte an die Muslime, dass sie Christen ermutigen, in diesen Ländern zu bleiben und zu erkennen, dass die Koexistenz mit Christen auch für sie eine Bereicherung darstelle.

Erzbischof von Konstantinopel besucht Frankreich

Im Dezember hatte Bartholomäus I. Erzbischof von Konstantinopel, dem Neuen Rom, und Ökumenischer Patriarch (Anrede: Seine Allheiligkeit) Frankreich besucht und war als nominelles Oberhaupt aller orthodoxen Christen mit allen Ehren empfangen worden. Vor einigen Jahren hatte die Staatsanwaltschaft von Istanbul ihm ene Vorladung wegen Amtsmissbrauch zustellen lassen. Grund war, dass er den jahrhundertealten Titel weiterhin führte. Unter dem Druck der Europäischen Union wurden dann aber sogar einige widerrechtlich enteignete Grundstücke an das Patriarchat zurückgegeben.

Patriarch von Jerusalem weiht Weihnachtsbaum ein

Der Lateinische Patriarch von Jerusalem (Titel: Seine Seligkeit) Fouad Twal hat erstmals am Jaffator in Jerusalem unter großer Teilnahme (auch einiger Juden und Moslems) einen Weihnachtsbaum geweiht. Er meinte, es handle sich um ein Symbol unseres Glaubens. Er zelebrierte auch die Mitternachtsmesse in Bethlehem unter Beisein des Palästinenser-Präsidenten Mahmud Abbas und dem jordanischen Außenministers als Vertreter des Königs.

Amtsantritt des griechisch-orthodoxen Patriarchen

Zum Amtsantritt (des am 17.12. in einem Kloster bei Beirut gewählten) neuen griechisch-orthodoxen Patriarchen von Antiochien und des gesamten Nahen Ostens Johannes X. sandte der Papst eine Grußbotschaft. Sein Vorgänger Patriarch Ignatius IV. Hazim war im Alter von 92 Jahren verstorben und war unter großen Anteilnahme im umkämpften Damaskus beigesetzt worden.

Weihnachtspredigt von Erzbischof Woelki

Der Erzbischof von Berlin Kardinal Woelki hat in seiner Weihnachtspredigt eindringlich auf die Besorgnis erregende Situation der Christen in vielen Ländern unserer Erde hingewiesen. Christen sind die am meisten verfolgte Religionsgemeinschaft weltweit! Er bat um das Gebet für die Drangsalierten.

Taizé Welttreffen in Rom

Etwa 40.000 junger Menschen (unter ihnen auch etliche koptische Christen aus Ägypten) hatten sich zum Jahreswechsel zu dem ökumenischen Welttreffen der Gemeinschaft von Taizé eingefunden. Der Prior Frére Alois rief die Kirchen auf, größere Anstrengungen für eine Gemeinschaft aller christlichen Kirchen zu unternehmen. Der Papst hielt eine Ansprache und bekräftigte den Willen dazu. Das Treffen 2013/14 soll am Rhein bei Straßburg an der Grenze zwischen dem Elsass und Baden stattfinden.