St. Bonifatius

Katholisches Leben in der Mitte Berlins

Es ist Sternsingerzeit!

02.02.2019 / Redaktion

Dieser Artikel handelt von Texte auswendig lernenden Kindern, Lebenswelten überschreitenden Begegnungen und einer kleinen Hütte, in der für alle Platz war.
Unter dem diesjährigen Motto „Wir gehören zusammen“ trafen sich die Sternsinger, die im Alter zwischen fünf und vierzehn Jahren waren, bereits im Advent 2018, um sich auf die Mission, den Segen zu den verschiedensten Menschen zu bringen, vorzubereiten. Da der Pfarrsaal bekanntermaßen aktuell noch nicht nutzbar ist, richteten die Organisatoren, die ihre Sache wieder wunderbar gemacht haben, alles im Clubraum her. Die jüngsten Sternsinger lernten dabei die Texte einfach auswendig, da sie des Lesens noch nicht mächtig waren. Sie besuchen noch nicht die Schule und wollten dennoch bei der Sternsingeraktion mitmachen. Sie standen den älteren Sternsinger in der Ausübung ihrer Aufgabe in nichts nach. Da sich in diesem Jahr nicht so viele Kindern zum Sternsingen gemeldet hatten, wurden einige altere Sternsinger aufgrund von „Gruppenlücken“ quasi „nachnominiert“, so dass es erneut gelungen ist, eine gute Mischung von Sternsingern zu akquirieren. Da ich selbst noch immer keinen einzigen geraden Ton treffe, hat es mir wieder riesigen Spaß gemacht, die Sternsingeraktion mit Gebärden zu begleiten. Der eine oder andere Sternsinger hat sich die eine oder andere Gebärde mit nach Hause genommen, so dass nun alle Sternsinger 2019 sehr zu meiner Freude problemlos zumindest den Segen „Christus segne dieses Haus“ gebärden können.

Den ersten Höhepunkt bildete aus meiner Sicht der Aussendungsgottesdienst am 4. Januar 2019, bei dem der Erzbischof von Berlin, Dr. Heiner Koch, die Sternsinger standesgemäß mit „Ihr Könige“ ansprach und sie mit der Bedeutung ihrer Mission vertraut machte. Anschließend konnten die Sternsinger verschiedene Arten von Behinderungen durch verschiedene Aktivitäten am eigenen Leib erfahren. Ich kam mit verschiedenen Kindern über die Gebärdensprache ins Gespräch und war sehr erfreut über das große Interesse.
Ein weiterer Höhepunkt war für mich wieder der Besuch in der Nuntiatur. Wie bereits im vergangenen Jahr wurden wir sehr herzlich und mit voller Freude und großem Respekt empfangen. Um die Segenssammlung zu aktualisieren, mussten wir in „heilige Höhen“ steigen. Diesen Auftrag erledigten die Sternsinger sehr routiniert und mit einer großen Portion an Selbstverständlichkeit. Anschließend tauschte man sich bei Saft, Kaffee und allerlei Nascherei über die Voraussetzung einer Amtsübernahme zum Nuntius aus... Dabei zeigte sich unser Nuntius, Erzbischof Nikola Eterović, als sehr volksnah, es war ein sehr lebendiges Gespräch. Das hat mir, und bestimmt auch den Kindern, sehr gefallen.
Mit diesem Wissen und dem Segen im Gepäck zogen am Wochenende vom 12. bis zum 13. Januar 2019 23 Sternsinger unserer Gemeinde dann zu Summa Summarum 70 Hausbesuchen los. Auf diesen Wegen ließen sie sich auch nicht vom wirklich ekeligen Wetter nicht beirren und sammelten dabei die unglaublich segenbringende und helfende Summe von 3.025,21 Euro für gehandicapte Kinder in Peru und weltweit. Neben Haushalten verschiedenster Art wurden u. a. auch ein Altenheim, ein Buchhandel und der „Kreuzberger Himmel“ besucht. Im „Kreuzberger Himmel“ wurden wir anfänglich mit einer kleinen Portion Irritation aber mit viel Gastfreundlichkeit empfangen, so dass dort nun auch ein „20*C+M+B+19“ auf dem Türrahmen für jeden Gast zu sehen ist.
Vor dem Engagement unserer Sternsinger ziehe ich persönlich den Hut und freue mich schon aufs nächste Jahr, wenn es wieder heißt: „Der Segen bleibt hier für Euch ‚unsichtbar‘. Wir kommen gern wieder im nächsten Jahr.“

Steffi Scheinemann