St. Bonifatius

Katholisches Leben in der Mitte Berlins

Gottes Schöpfung bewahren – damit alle leben können!

02.03.2010 / Redaktion

Liebe Gemeinde,
die diesjährige Aktion von Misereor in der Fastenzeit lautet:

Gottes Schöpfung bewahren – damit alle leben können!

„Wenn es dunkel wurde, legten wir uns schlafen“, berichtet die 38-jährige Witwe Batta. „Was sollten wir auch anderes tun ohne Licht?“ Bis vor Kurzem gab es im Dorf Kuppullakota im indischen Bundesstaat Andhra Pradesh weder Strom noch Licht – wie in den meisten der entlegenen Dörfer, in die Indiens Ureinwohner, die Adivsi, seit Jahrhunderten abgedrängt werden. Sie verloren – und verlieren – durch Waldrodung, Bergbau und Großstaudämme ihre ursprünglichen Lebensräume.

Für die naturverbundenen Menschen, die von der Jagd, dem Sammeln von Pflanzen und Früchten und dem Feldanbau leben, ist jeder Tag ein Kampf ums Überleben: Die Adivasi gehören zu den Ärmsten in Indien. Hilfe erfahren sie von „Laya“ – einer langjährigen Partnerorganisation von MISEREOR. Mit Laya lernen sie, ihre Felder nachhaltiger zu bewirtschaften und ihre Familien besser zu ernähren. Vor allem jedoch der Zugang zu erneuerbaren Energien eröffnet den Adivasi ganz neue Lebensperspektiven.

Lernen und neue Chancen nutzen

Ein Meilenstein der Hilfe sind die Solarlampen. Eine leuchtet jetzt auch im Heim von Battas Familie. „Dank des Lichts können meine Kinder jetzt abends lernen“, freut sie sich. „Und ich flechte nach der Hausarbeit noch Teller aus Blättern. Das bringt etwas Geld in unsere Familienkasse.“ Morgens steht Batta mit der Sonne auf – und kann nun mit mehr Ruhe die harte Feldarbeit erledigen und sich um ihre Familie kümmern. Denn sie steht nicht mehr im schnellen Wettlauf mit dem Tageslicht. „Das Licht der Lampen macht mein Leben besser“, sagt Batta glücklich.

Auch 2010 dürfen wir uns auf den Weg machen, um uns weiter einzuüben, dass wir persönlich im Kleinen, wie gemeinsam im Großen uns für Gerechtigkeit und Frieden, sowie die Bewahrung der Schöpfung einsetzen. Unser Leben darf von dem Wunsch „nach Leben für alle“ geprägt sein. Die alten Tugenden der Fastenzeit: Gebet, Fasten und Almosen geben, geben uns dabei eine Hilfe unser Leben neu nach Gottes Willen auszurichten. Deshalb lade ich Sie im Besonderen zu unseren sonntäglichen Kreuzwegen ein.

Ein Höhepunkt im März wird sicher sein, wenn wir den emeritierten Weihbischof Wolfgang Weider als Gastprediger am 3. Fastensonntag (7. März, 10.30 Uhr) empfangen und die Möglichkeit eines Predigtnachgespräches erhalten. Er wird zum Thema: „Der Sakramentale Dienst des Priesters“, anlässlich des ausgerufenen Priesterjahres predigen. Im Anschluss an den Gottesdienst findet ein Predigtnachgespräch im Pfarrsaal statt.

Herzlich lade ich auch zum Bußgang der Berliner Katholiken am Samstag, 13. März, beginnend in St. Bonifatius mit der Statio um 16.45 Uhr ein. Die Vorabendmesse in St. Bonifatius wird dann entfallen, da der Abschlussgottesdienst mit unserem Herrn Kardinal Sterzinski wie üblich in der St.-Johannes-Basilika gefeiert werden wird.

Schließlich möchte ich schon vorab zum Mitfeiern der Heiligen Woche einladen, die mit dem Palmsonntag, am 28. März beginnt. Zur inneren Vorbereitung der Feier der Auferstehung Christi beten wir am 30. März um 19.00 Uhr in St. Bonifatius eine Bußandacht mit anschließender Gelegenheit zum persönlichen Empfang des Bußsakramentes. Die besonderen Beichtgelegenheiten entnehmen Sie bitte diesen Pfarrnachrichten oder dem Aushang in den Schaukästen bzw. den sonntäglichen Vermeldungen.

Allen wünsche ich eine segensreiche Fastenzeit,
Ihr Pfarrer Ulrich Kotzur