St. Bonifatius

Katholisches Leben in der Mitte Berlins

Altorientalische Kirchen

10.03.2013 / Redaktion

Man mag vielleicht denken, was gehen uns diese Kirchen an. Fast unbemerkt leben aber – bedingt durch die Einwanderung aus dem nordafrikanischen und nahöstlichen Raum – bei uns auch Christen dieser Kirchen. Zum Teil haben sie sogar – mit Unterstützung ihrer katholischen und evangelischen Glaubensbrüder – eigene Gemeinden hier gründen können.

Meine Erkenntnisse habe ich überwiegend aus dem Internet und der Literatur. Ich hatte mich schon vor vielen Jahren mit den Kirchen auseinandergesetzt – wobei mich weniger die theologischen, sondern mehr die kulturellen und geschichtlichen Hintergründe interessierten.
Bei einem einwöchigen Aufenthalt in Jerusalem besuchte ich systematisch die verschiedenen Gotteshäuser. Manchmal sind diese Kirchen so arm, dass sie sich nur kleine Kellerräume leisten können. Doch sie wollten – genauso wie die mächtigen Lateiner (die Römisch-Katholische Kirche), Griechen (die Kirchen des byzantinischen Ritus) und die nachreformatorischen Kirchen – in der Stadt des Wirkens Jesu Christi präsent sein. Ich selber wurde manchmal mit erstaunten Blicken beäugt, da sich sonst kaum ein Europäer in ihre Gottesdienste verirrt.

Die Kirchengeschichte ist von Anfang an durch viele Auseinandersetzungen und Deutungen geprägt. Die Konzileversuchten, allgemein gültige Regeln zu erlassen. Die Altorientalischen Kirchen teilen mit uns das gleiche Glaubensbekenntnis, welches 325 auf dem Konzil von Nicäa beschlossen wurde. Sie erkennen dann noch die Konzile von Konstantinopel (381) und Ephesus (431) an – da erfolgte dann allerdings die Abspaltung von der Römischen Reichskirche (die sowohl die Kirche Roms als auch von Byzanz – Konstantinopel – war).

Nicht zu den Orientalisch-Orthodoxen Kirchen zählen wiederum Kirchen, die z.B. den byzantinischen Ritus angenommen haben (Russisch-Orthodoxe Kirche), oder die mit Rom unierten Ostkirchen.

Ich wollte in den nächsten Artikeln einige dieser Kirchen vorstellen und hoffe auf das Interesse der Leser.

Gerhard Schmidt-Grillmeier