St. Bonifatius

Katholisches Leben in der Mitte Berlins

Zum Marienmonat

Geschnitzte Marienfigur vor einer weißen Wand

29.04.2012 / Redaktion

Der Monat Mai bringt uns, wenn zwischen Ostern und Pfingsten die Natur sich wieder neu entfaltet, auch eine tiefe Erneuerung unseres Lebens, vom Winter der Sünde zum Frühling des Glaubens. Die Natur ist nicht frei, sich gegen diese Kraft des Früh­lings zu wehren; im Gegenteil: unsere Freiheit, die Gabe Gottes, durch die wir ihm ähnlich sind, muss selbst befreit werden durch eine gründlichere und umfas­sendere Gabe: was Gott selbst ist, die Liebe. Aber auch erlebte Beispiele solcher Leben schenkender Liebe.

Die Liebe Gottes zu uns zeigt sich in der österlichen Zeit in Jesus. Wenn wir ihn durch unse­re Unfähigkeit zu lieben erneut ans Kreuz schlagen, kommt er zu uns auferstanden. Nicht wie ein Stehaufmännchen, sondern in der Kraft des Heiligen Geistes, als der Sühnende, der Anwalt, der Versöhner, so dass wir teil an seinem Leben haben können.
„Davon seid ihr Zeugen“.

Das ist das Wunder der Barmherzigkeit Gottes. Das ist unsere Sicherheit, der Grund unseres Glau­bens und der Verkündigung. Durch diese Vereinigung unserer Herzen mit dem Herz Jesu, bewirkt der Heilige Geist, dass wir neu und frisch wieder wachsen können. Dass durch die Wirkung der Versöhnung mit uns selbst, untereinander und mit Gott eins werden, wodurch wir zu dem Vater ohne Angst und Vorbehalt ja sagen.

Es gibt noch eine Person, die auch ja gesagt hat, deren Ja das Heil in ganze Bewegung gestellt hat. Das ist Maria, die Mutter Jesu und unsere Mutter. Der Geist, dem sie mit ihrem Ja erlaubte, sie unter seinen Schatten zu nehmen, wurde seit Pfingsten auf alle Getauften gerufen. Danach können wir, wie Maria, getreu unserem Ja leben und frei, sicher, mutig das Heil in Christus, dem Sohn Gottes, verkünden. Es ist auch die tiefe Erfahrung der Kirche bemerkt zu haben, wie Maria jeden, der sie anruft, zu ihrem Sohn führt. Das hatte ich persönlich erlebt letztes Jahr als Beichtvater in Medjugorje.

Die Apostelgeschichte (1,14) erzählt, wie die Jünger Jesu „dort alle verharrten eines Her­zens im Gebet, zusammen mit den Frauen und mit Maria, der Mutter Jesu, und mit seinen Brü­dern“; und weiter beten sie (4, 29—31): „Doch jetzt, Herr, sieh auf die Drohungen und gib deinen Knechten die Kraft, mit allem Freimut dein Wort zu verkünden. Streck deine Hand aus, damit Heilungen und Zeichen und Wunder geschehen durch den Namen deines heiligen Knechtes Jesus.“ Als sie gebetet hatten, bebte der Ort, an dem sie versam­melt waren, und alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und sie verkündeten freimütig das Wort Gottes.«

Papst Benedikt XVI. hat bei der Generalaudienz am 18.4.2012 erklärt:

"Gebet ist immer eine wesentliche Antwort auf Fragen und Probleme unseres Lebens: die Dinge vor Gott hin­stel­len und damit in einem größeren Rahmen lösen…"

Die Gemeinde sucht, das Geschehen im Licht des Glaubens zu lesen und so den richtigen Weg zu finden. Und sie betet nicht um Erfolg, nicht um Schutz.

Sie betet darum, dass der Mut des Glaubens uns nicht verlässt, auch in allen Widersprüchen dieser Welt, (sondern) uns dann die Kraft gibt, auch anderen den Weg zu Gott und zu Christus zu zeigen und so die Welt ins Rechte zu bringen.

Es wird uns erzählt, als die Gemeinde mitsammen kraftvoll gebetet hatte, „bebte der Ort“.

Das heißt, sagte der Papst, der Glaube ist eine Kraft, der die Erde verändern, der die Menschen ver­ändern, der die Welt … in die richtige Weise hinein gestalten kann… . Die Frucht des gemein­samen Gebetes ist der Heilige Geist, ist der Geist, der Einheit schafft und der uns hilft, zu glau­ben und mit dem Glauben zu leben und anderen den Weg zum Leben zu zeigen.

Deshalb ist es nicht nur schön im Monat Mai mit Maria zu beten. Es ist wichtig, sich im Gebet an Maria zu wenden. Das Gebet zu Maria ist eine hervorragende Weise, um die Kraft des Heiligen Geistes in unserem Leben, im Leben unserer Pfarrei zu bitten. Durch dieses Gebet werden wir die Barmherzigkeit Jesu erfahren und weiter verkündigen zum Heil aller Menschen. Aus diesem Grund werden wir die Mai­andacht jeden Dienstag um 17 Uhr feiern. Gesegnete und frohe Osterzeit!

Pfr. Eric Godet