St. Bonifatius

Katholisches Leben in der Mitte Berlins

Aus der Christlichen Welt im Mai 2013

19.04.2013 / Redaktion

Bemerkenswert bei der Amtseinführung von Papst Franiskus I. war, dass erstmals seit der Kirchenspaltung von 1054 der Ökumenische Patriarch Bartholomeios I. von Konstantinopel, er ist Oberhaupt der Weltorthoxie, teilnahm. Gemeinsam mit anderen Oberhäuptern orientalischer Kirchen hatte er mit Papst Franziskus am Petrusgrab gebetet. Eine Geste von starker Symbolkraft. Der Patriarch bezeichnete die Einheit mit der Römisch-Katholischen Kirche möglich, wenn auch nicht unmittelbar bevorstehend.

Ein weiteres ökumenisches Treffen fand statt, als der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirchen Deutschlands Präses Nikolaus Schneider den Papst besuchte. Unter anderem wurde auch über die bevorstehende 500-Jahr-Feier der Reformation gesprochen und wie sich die katholische Kirche dabei präsentieren könnte.

Der ägyptische Präsident hat im Fernsehen des Landes verbreiten lassen, dass ein Angriff gegen die koptische Kathedrale von Kairo ein Angriff auf ihn persönlich sei. Hintergrund waren Attacken einer moslemischen Menschenmenge auf die Kirche und Trauergäste im Anschluss an eine Beerdigung. Auf christlicher Seite gab es zwei Tote und Verletzte. Papst Tawadros II. (koptisch für Theodor) bemerkte, dass der Angriff auf die kopitsche Kathedrale von Kairo wie ein Angriff auf den Vatikan sei. Der koptische Bischof für Deutschland Anba Damian forderte, dass nicht Worte sondern Taten von Seiten der Verantwortlichen in Ägypten folgen müssten.

Unter Papst Benedikt XVI. hatte die oberste Autorität des sunnitischen Islams, die al-Ahzar-Universität in Kairo, die Gesprächsbeziehungen mit dem Vatikan abgebrochen. Als Grund war genannt worden, dass sich der Vatikan in die inneren Angelegenheiten Ägyptens eingemischt habe, da er auf die Schutzwürdigkeit der koptischen Christen im Lande hingewiesen hatte. Der Großimam der Universität Ahmed al-Tayyeb ließ nun erklären, dass er mit dem Vatikan unter Papst Franziskus I. einen Dialog der Liebe beginnen wolle.

Die ca. 200.000 in Deutschland lebenden alt-orientalischen Christen haben sich zu einem Zentralrat Orientalischer Christen in Deutschland zusammengeschlossen. Beauftragte der Syrisch-Orthodoxen, der Koptisch-Orthodoxen, der mit Rom unierten Chaldäischen Kirche, der Apostolischen Kirche des Ostens und der Eritreisch-Orthodoxen Tewahedo-Kirche wollen im Zentralrat zusammen arbeiten. Die Kirchen hatten sich im Jahr 451 von der Römischen Reichskirche getrennt (nach dem ökumenischen Konzil von Chalkedon).

Gerhard Schmidt-Grillmeier