St. Bonifatius

Katholisches Leben in der Mitte Berlins

Mit Maria auf dem Weg

19.04.2013 / Redaktion

Liebe Gemeinde,
die lange Winterzeit liegt nun hinter uns. Vor uns öffnet sich der schöne Monat Mai. Mit ihm verbinden wir das Entfalten der Natur in prächtigen Blüten, sprießendem Grün und dem Gezwitscher vieler Vögel.

Auch das Kirchenjahr hält viele Höhepunkte für uns im Mai bereit. Wir feiern die Hochfeste Christi Himmelfahrt, Pfingsten, Heiligste Dreifaltigkeit und das Hochfest des Leibes und Blutes Christi, mit dem der Monat Mai zu Ende geht. In besonderer Weise sind wir darüber hinaus mit der Mutter unseres Herrn verbunden. Die katholische Tradition hat ihr in der Liturgie eine besondere Verehrung eingeräumt. Zum Engel des Herrn, den die Kirche täglich betet, sind es die Maiandachten, die Gläubige seit alters her mit Freude feiern.

Maria die Mutter unseres Herrn ist mit uns auf unserem Glaubensweg. Wenn wir die oben genannten Hochfeste feiern, denken wir an die biblische Zeit. Maria hat den Weggang ihres Sohnes miterlebt. In ihrem Glauben und in ihrer tiefen Liebe zu Jesus hat sie wohl noch mehr als die Apostel erkannt, dass die Auferstehung und Himmelfahrt Jesu der Welt Hoffnung und Freude bringt. Ebenso ist es an Pfingsten. Den Heiligen Geist hat Maria zusammen mit den Jüngern im Gebet erwartet. Sie wusste, welche Bedeutung dem Gebet um den Heiligen Geist zukommt. Sie wusste auch, dass dieses Gebet zu allen Zeiten Erhörung findet.

Maiandachten bedenken zuweilen das Verhältnis von Maria und Elisabeth. Wir erinnern uns, Maria erfährt vom Engel, dass ihre Verwandte bald Mutter werden soll.

Voll Freude macht sie sich auf den Weg und eilt zu ihr. Sie will das Geheimnis der Erlösung weiterverkünden und ihrer Verwandten Elisabet helfend beistehen. Für unser heutiges Glaubensleben können wir daraus entnehmen, dass Glaube sich auswirken muss in Liebe. Der Glaubende tut alles, was er mit eigener Kraft tun kann und wozu Gott ihm Kraft gibt.

Elisabet und Maria. Zwei Menschen begegnen sich einander. Viele Menschen begegnen sich täglich und begegnen sich in Wahrheit nie. Viele treffen sich oft. Aber nur wenige treffen sich wirklich. Echte Begegnungen sind selten. Sie geschehen dort, wo ein guter Geist herrscht. Heiliger Geist, wie uns die Schrift sagt. Es genügt ein Gruß oder ein Blick und zwei Menschen finden einander.

Unserer Pfarrgemeinde St. Bonifatius wünsche ich im Marienmonat Mai eine Atmosphäre in der gute Begegnungen möglich sind.

  • Bei der Mitfeier der Hochfeste eine Tiefe Begegnung mit Jesus Christus,
  • in den Maiandachten die Begegnung mit der Mutter unseres Herrn und die Erkenntnis, dass sie unseren Glaubensweg begleite,
  • Im Alltag die Erkenntnis, dass ich Gott dort begegne wo ich heute bin. Gott ist in unserer Welt, das hat er gezeigt von der Offenbarung im brennenden Dornbusch bis zum Tod seines Sohnes am Kreuz und zur Auferstehung.

Warum sollte ich ihn also anderswo suchen?

Ihr Diakon Klaus-Peter Schaal