St. Bonifatius

Katholisches Leben in der Mitte Berlins

Gen Himmel

Diakon: Ein Amt in vielfältiger Lebensform

Diakon Schönfeld und Diakon Ciglia © Ernst / Diakon Schönfeld und Diakon Ciglia

31.05.2014 / Redaktion

Andrea Ciglia wurde am 10. Mai in einer Eucharistiefeier in der St.-Johannes-Basilika durch Weihbischof Dr. Heinrich zum Diakon geweiht. Aus Polen, Italien und aus dem Erzbistum Berlin waren viele Gläubige zur Mitfeier gekommen.

Jetzt sind also zwei Diakone zum Dienst in unserer Pfarrgemeinde St. Bonifatius beauftragt. Andrea Ciglia als Diakon auf dem Ausbildungsweg zum Priester und ich als Ständiger Diakon. Wir beide haben Anteil an dem einen Weihesakrament, das sich aufteilt in Diakonen-, Priester- und Bischofsweihe. Wer zum Priester und Bischof geweiht wird, verliert nicht die zuvor erhaltene Diakonenweihe.

So erleben Sie, liebe Gemeindemitglieder, in der kommenden Zeit zwei Diakone in unterschiedlichen Lebensformen. Der eine zur Ehelosigkeit und zum Priestertum berufen, der andere seit vielen Jahren verheiratet und auf eine lange Berufstätigkeit außerhalb der Kirche zurückblickend.

Die Entwicklung des Diakonats in der Kirchengeschichte ist schnell erzählt. In der ersten Jerusalemer Gemeinde wurde Stephanus mit 6 anderen Männern zum Dienst an den Tischen der Apostel auserwählt (vgl. Apostelgeschichte 6,ff). So begann dieses frühe Amt in der Kirche seinen Lauf. Leider hielten sich in der Kirchengeschichte die Diakone nicht an ihre Berufung, den Dienst an den Armen. Sie strebten nach Posten und der Verwaltung materieller Güter. Der Diakonat verlor an Bedeutung, die ursprüngliche Aufgabenstellung wurde u.a. von den neu entstandenen Ordensgemeinschaften übernommen. Diakon war nur noch eine Stufe auf dem Weg zum Priestertum. Mit dem II. Vatikanischen Konzil wurde der Diakonat als eigenständiges Amt erneuert. Der Ständige Diakonat hat sich erfreulicherweise in der röm. kath. Kirche etabliert. In Deutschland gibt es ungefähr 3000 Ständige Diakone, die überwiegend in einem zivilen Beruf tätig sind. Im Erzbistum Berlin sind Diakone überwiegend hauptamtlich tätig.

Diakon heißt: Diener, Bote, Mittelsmann. Ein Diakon ist ein Mittelsmann Christi, der vor Ort in einem konkreten Feld menschlicher Not eine spezielle Herausforderung lebt. Der Diakon lebt in der Art Jesu in der Beziehung zu Gott und in der Begegnung mit Menschen. Er findet Orientierung am Wort Gottes und schöpft Kraft aus dem Gebet. Wie Jesus die Menschen gesucht und in den Mittelpunkt gestellt, besonders die Kranken, die Armen, die Leidenden, die Schuldig gewordenen, so versucht es in Jesu Nachfolge der Diakon. Diakone sind Getaufte wie alle Gläubigen. Für ihren besonderen Dienst lassen sie sich von Gott mit ihrem ganzen Leben und all ihren Fähigkeiten in Besitz nehmen. Gott stärkt sie sakramental für ihren Dienst. Das bewirkt die Weihe. Wo der Diakon seinen Dienst tut, handelt Christus, der Diener der Menschen, in ihm. Der Diakon macht Christus gegenwärtig, besonders bei den Bedrängten und Hilflosen.

Liebe Gemeinde, freuen wir uns, dass unsere Kirche so vielfältig ist, dass Gott auch heute noch Berufungen schenkt, ob zum Priestertum oder zum Ständigen Diakonat! Einladen möchte ich Sie, für unseren Priesterkandiaten Andrea Ciglia weiter zu beten, für seine Zeit in unserer Gemeinde und für seinen weiteren Weg im Erzbistum Berlin.

Ihr Diakon Klaus-Peter Schaal