St. Bonifatius

Katholisches Leben in der Mitte Berlins

Ökumenischer Gebetsgottesdienst für die verfolgten Christen im Nahen Osten

Demonstration von der Kathedrale zum Brandenburger Tor

Demonstration von der Kathedrale zum Brandenburger Tor | © Gerhard Schmidt-Grillmeier

18.08.2014 / Redaktion

Am 17.8.2014 fand in der St.-Hedwigs-Kathedrale ein Gebetsgottesdienst für die Verfolgten, Vertriebenen und Ermordeten im Nahen Osten – insbesondere im Irak und in Syrien statt.

Die letzten beiden Jahre waren in den Pfarrnachrichten Informationen über die Altorientalischen Christen erschienen. Mittlerweile hat sich deren Situation – nicht nur im Irak oder in Syrien – dermaßen zugespitzt, dass viele nur mehr ihr Überleben durch Emigration gesichert sehen. Doch wer von ihnen ist dazu in der Lage. Beschämend ist das Schweigen der moslemischen Welt zu den Verbrechen, die im Namen des Islam begangen werden – wobei nicht nur Christen drangsaliert werden, sondern auch Angehörige anderer Religionen oder und nationaler Minderheiten. Zu fragen ist aber auch, ob im sogenannten Christlichen Abendland genügend getan wird, um die Not zu lindern oder gar zu beenden.

Immerhin wurde jetzt in Berlin ein Zeichen gesetzt. Die Hedwigskathedrale war brechend voll. Geistliche der verschiedenen orientalischen Christen aber auch der westlichen Kirchen sprachen Gebete. Die Orientalen auf aramäisch, der Sprache Jesu. Weihbischof Dr. Heinrich hielt eine sehr bewegende Ansprache, die auf die entsetzliche Not der Menschen hinwies. Dazwischen sang ein Chor einer der orientalischen Gemeinden Berlins auf aramäisch. Ein Priester hielt eine sehr emotionale Rede auf Aramäisch und dann auf Deutsch und wies auf die Verantwortung von einigen moslemischen Staaten hin, die die Terroristen der IS, des „Islamischen Staats“, unterstützen. Auch ein Wort des früheren Erzbischofs Kardinal Woelki wurde verlesen, der dabei Papst Franziskus zitierte, wonach es keinen Krieg im Namen Gottes geben könne.

Nach dem Friedensgebet fand eine beeindruckende Demonstration von der Kathedrale zum Brandenburger Tor statt. Teilnehmer waren die Vertreter der christlichen Kirchen, aber auch von betroffenen Minderheiten aus dem Nahen Osten, z. B. der Kurden. Persönlich hat mich sehr das selbst gewählte Zeichen der Menschen, der arabische Buchstabe „N“ – für Nazarener – auf ihren T-Shirts. Mit dem Zeichen werden von den Terroristen der IS Häuser gekennzeichnet in denen sich Christen aufhalten, was die Bewohner praktisch zum Freiwild für unbeschreibliche Verbrechen erklärt.

Gerhard Schmidt-Grillmeier