St. Bonifatius

Katholisches Leben in der Mitte Berlins

Weltjugendtag 2016 in Krakau

31.08.2016 / Redaktion

Auf dem XXXI. Weltjugendtag konnte ich zusammen mit ca. 600 Teilnehmern aus dem Erzbistum Berlin und Magdeburg wirklich erleben, was Weltkirche bedeutet. In der letzten Juli-Woche sprudelte Krakau (Polen) nur so über von Jugendlichen aus aller Welt: Hongkong, Korea, Kalifornien, Island, natürlich Italien, Frankreich, Gabun, Peru, Brasilien...

Gut erkennbar an ihren bunten WJT-Rucksäcken und Fahnen der Länder, Regionen und Diözesen pulsierte die Stadt mit der Freude und Lebendigkeit der Jugendgruppen – und übrigens ohne dass der Verkehr kollabierte: Polen war ein wunderbarer Gastgeber! Bis Mittwoch brachten vormittags die Katechesen der Bischöfe (für uns in Deutsch) näher, was Leben aus Barmherzigkeit bedeutet, und man konnte so auch Gruppen aus dem eigenen Land mal kennenlernen (bei uns z.B. die Bewegung „Jugend 2000“). Nachmittags konnte man sich durch die quirlige Stadt treiben lassen, am Dienstag gab es eine gemeinsame Andacht aller deutschsprachigen Pilger im Sanktuarium der Hl. Sr. Faustina und des Hl. Johannes Paul II. Ab Donnerstags waren wir zusammen mit dem Papst unterwegs: Zuerst zur Begrüßung auf dem riesigen Blonia-Feld nahe der Altstadt, Freitags beim bewegenden Kreuzweg, am Samstag gut 10 km pilgernd zum „Campus Misericordiae“, einem Gelände so groß wie ein bis zwei Flughäfen. Spätestens hier konnte man wirklich fliegen lernen: Umgeben von 3 Millionen begeisterten jungen Pilgern und Papst Franziskus, der in seinen Ansprachen nicht nur weiß, den Ton zu treffen, sondern ins Gewissen redet („Ich sehe Jugendliche, die sich verhalten als seien sie schon in Rente“), erklärt („Unsere Glauben ist keine Beziehung zu einer Idee oder einem Objekt – es ist eine lebendige Beziehung zu einer Person: Jesus Christus“) aufmuntert und ermutigt („Steht auf von eurer bequemen Couch . . . und hinterlasst eine Spur!“).
Übrigens war auch Petrus gnädig, und schickte den Regen erst Sonntagnachmittag, als alle schon ihrer Sendung in die Welt folgten.
Der Weltjugendtag ist ein unvergessliches, bewegendes, ja sogar prägendes Erlebnis. Hier wird Kirche zu einer Welt-Erfahrung, das Glaubenszeugnis für junge Menschen lebendig und aufgeladen, hier weht der eine Heilige Geist, der alle vereint und in Bewegung setzt. Keiner – und erst recht kein Jugendlicher – sollte diese einmalige Erfahrung verpassen.

In diesem Sinne: O wie schön ist Panama! (Reiner Pittinger)