St. Bonifatius

Katholisches Leben in der Mitte Berlins

Aus der christlichen Welt im Septmber 2012

30.09.2012 / Redaktion

Generalsekretär Peter Karanja von Kenias Kirchenrat forderte für die zahlreichen Angriffe auf Kirchen Entschädigung. Christen seien getötet, verstümmelt oder verletzt worden. Premierminister Raila Odinga erklärte, dass die Verantwortlichen Zwietracht zwischen Christen und Moslems säen wollten.

Die Evangelische Kirche in Deutschland hat einen neuen Propst in Jerusalem: Wolfgang Schmidt. Traditionell steht er der von Kaiser Wilhelm II. gestifteten Erlöserkirche in der Jerusalemer Altstadt vor.

In Castelgandolfo warnte Papst Benedikt XVI., anlässlich einer Messe mit einigen seiner ehemaligen Studenten, vor einer Intellektualisierung von Glaube und Theologie. Das Treffen findet seit 1977 regelmäßig statt, und ist vom ehemaligen Professor Joseph Ratzinger auch als Papst beibehalten worden.

Carlo Maria Kardinal Martini (früher Erzbischof von Mailand) hat kurz vor seinem Tod mit 85 Jahren noch ein Interview in deutscher Sprache gegeben. Er empfahl, die Leitungsgremien der Kirche zu reformieren. Weiter sprach er davon, dass die Sakramente nicht als Instrument der Diszipli­nierung oder Belobigung benützt werden dürften. Vielmehr seien sie ein Heilsmittel und eine Einladung auch für Suchende und Bedürftige.

Nach beleidigenden Szenen in einem in den USA veröffentlichten anti-islamischen Hetzfilm, kam es in einigen moslemischen Ländern zu Ausschreitungen. So wurde in Libyen der amerikanische Botschafter ermordet und auch die deutsche Botschaft im Sudan angegriffen. In Ägypten forderte eine der regierenden Muslimbruderschaft nahestehende Persönlichkeit sogar, dass den Kopten Ägyptens die Staatsangehörigkeit entzogen werden sollte, wenn sie Gefühle von Moslems verletzten.

Der Papst beendete seinen Libanon-Besuch. Im Vorfeld hatte die deutsche Presse – wie üblich – überwiegend von Protesten gegen den Besuch berichtet. Dieser selbst war dann ein großartiger Erfolg – auch viele friedensbereite Moslems begrüßten das Kirchenoberhaupt. Dessen Besuch galt auch den altorientalischen Kirchen, denen er damit seine Unterstützung in ihrem Bemühen nach Frieden übermitteln wollte. Er warb um eine bessere Zusammenarbeit der Kirchen untereinander und für friedlichen Dialog und Zusammenarbeit mit den Muslimen der Region. Gleichzeitig bat er darum, dass Christen die Region nicht verlassen sollten, denn sie seien dort seit Jahrhunderten ansässig.

Wie um den friedvollen Besuch vergessen machen zu wollen, erfolgten dann im Libanon – zeitverschoben – wütende Massenproteste, angestachelt von islamistischen Kräften, mit Hassparolen gegen „den Westen“. Auslöser war wieder das Hetzvideo.

G. Schmidt-Grillmeier