St. Bonifatius

Katholisches Leben in der Mitte Berlins

Weihejubiläum - 25 Jahre Diakon Winfried Schönfeld

© Winfried Schönfeld

27.09.2013 / Redaktion

25 Jahre bin ich nun Diakon im Erzbistum Berlin – ein Zwischenziel und ein Anlass zurückzudenken.

Geboren im März 1943 in Schlesien, ganz in der Nähe der Hl. Hedwig bei Trebnitz. 1946 folgte Flucht und Vertreibung in die neue Heimat Lübeck. 13 Jahre lang (1947 bis 1960) lebte ich dort in einem Flüchtlingslager. Es folgte die Ausbildung zum Elektroinstallateur, dann zwei Jahre Bundeswehr und 1964 der Umzug nach Berlin, wo ich 1968 die Lehrerin Christine Lefering heiratete. Drei Kinder und fünf Enkelkinder vergrößerten die Familie.

Ab 1967 Studium zum Sozialpädagogen, wo ich dann bis 1988 im Jugendamt Schöneberg tätig war. Diese Zeit war geprägt vom kirchlichen Leben: Vorsitzender der Kolpingsfamilie St.Konrad, Pfarrgemeinderat, Mitglied im Diözesanvorstand des Kolpingwerkes, Kommunionhelfer und, und... Im Mai 1985 zogen wir in den „Kreuzberger Vatikan“, der Wohnanlage rund um die St.Bonifatiuskirche. Bischof Joachim Meisner selbst rief mich auf den Weg zum Diakon. Es folgte das Fernstudium bei der Domschule zu Würzburg, der Diakonatskreis und die praktische Ausbildung hier in Berlin, bis ich von Kardinal Meisner am 29. Oktober 1988 – kurz vor seinem Weggang nach Köln – in meiner Kreuzberger Heimatpfarrei und Patronatskirche St. Bonifatius geweiht wurde.

Zunächst kam ich als Krankenhausseelsorger ins Marienkrankenhaus in Lankwitz und ins Bethelkrankenhaus, bis mich Weihbischof Weider im Mai 1992 als Seelsorger in die Justizvollzugsanstalt (JVA) Moabit schickte; 1998 in die JVA Charlottenburg und 2002 in die JVA Tegel. Bedingt durch die Finanzkrise des Bistums ging (musste) ich 2003 in die Altersteilzeit gehen, bei Beibehaltung der bisherigen Aufgaben. Hinzu kam noch der plötzliche Tod meines Mitbruders P. Clemens SM. Nun war ich lange Zeit allein für das größte Gefängnis in Deutschland zuständig. Dies war für mich wohl die schwerste, aber auch die intensivste Zeit in Tegel.

Diakonweihe Winfried Schönfeld © Winfried Schönfeld

Für den Dienst der Liturgie und Verkündigung wurde ich in die Gemeinde „Mater Dolorosa“ in Lankwitz eingesetzt. Hier übernahm ich viele pastorale und liturgische Dienste – vom Predigtdienst, der Minis-trantenarbeit, viele Altenbesuche, bis hin zu den vielen Beerdigungen und den weniger vielen Taufen und Trauungen. Wegen der Altersteilzeit wurde ich von der Gemeinde im März 2003 offiziell entpflichtet. Trotz der Entpflichtung habe ich den Dienst aber noch bis August 2010 „ehrenamtlich“ fortgeführt.
Von allen liturgischen Diensten unvergesssen ist mir die Assistenz beim sel. Papst Johannes Paul II. auf dem Petersplatz in Rom, zur Seligsprechung Adolph Kolpings.

Zu jung für den Ruhestand (ab 2008) habe ich meine liturgischen Dienste in der St. Hedwigskathedrale als „Kathedraldiakon“ fortgeführt, bei sehr vielen Pontifikalämtern, aber auch an den Sonn- und Werktagen. Dies wurde ergänzt durch die Mitarbeit im Katheralforum, bei der Gestaltung der Mittagsmeditationen in der Kathedrale, aber auch wenn irgendwo im Dekanat „Not am Mann“ war und ich gebraucht wurde.

Am Dienstag, dem 29. Oktober, feiere ich nun mein 25jähriges Weihejubiläum – auch in St. Hedwig um 18.00 Uhr mit Weihbischof em. Wolfgang Weider.

Einen Dankgottesdienst in meiner Heimatgemeinde St. Bonifatius feiere ich am Sonntag, den 3. November um 10.30 Uhr, und in meiner Diakonatsgemeinde „Mater Dolorosa“ am Sonntag, den 10. November um 11.00 Uhr.