St. Bonifatius

Katholisches Leben in der Mitte Berlins

In Gemeinschaft mit den Heiligen

29.10.2013 / Redaktion

die Tage werden kürzer und kälter. Die Natur draußen ist längst auf dem Rückzug. Die Blätter fallen von den Bäumen. Die nebligen Novembertage drücken auf das Gemüt. Viele Pflanzen sterben ab und weisen uns hin auf unsere eigene Vergänglichkeit. Die Feste Allerheiligen und Allerseelen wollen uns helfen, dass wir uns mit dieser Wirklichkeit auseinander setzen.

Allerheiligen und Allerseelen hängen eng zusammen. Das verdeutlicht besonders der Gräberbesuch. Wir pflegen die Verbindung zu unseren verstorbenen Eltern, Ehepartnern und Verwandten. Wir glauben, dass all das Gute, das sie vollbracht haben, nicht unter den Tisch der Geschichte fällt. Alle Verstorbenen, die auf Christus ihre Hoffnung gesetzt haben, dürfen ihren Erlöser erleben.

Die ersten Jünger bezeugten, dass Christus über den Tod hinaus seine Brücken zu den Glaubenden nicht abbricht, sondern das Reich Gottes auf Erden weiterbaut mit begrenzten und fehlerhaften Menschen. Er hat sich keine Supertalente ausgesucht. Durchschnittliche Typen hatten bei ihm eine Chance, selbst wenn sie gelegentlich versagt haben.

Die Bibel scheut sich nicht, Schwachpunkte der Apostel, die Verleugnung des Petrus, die Angst und Flucht der Jünger zu benennen. Unter diesen Voraussetzungen hat Jesus das Reich Gottes begonnen und aus Menschen wie sie Heilige gemacht.

Rom hat es einmal wie folgt beschrieben: „Heiligkeit besteht nicht in äußeren Ereignissen. Sie ist wesentlich Reichtum der Gnade und göttliches Leben. Dieses kann auch im Alltag in ungewöhnlicher Weise spürbar werden; nicht in spektakulären Taten, sondern in der beständigen Treue, die aus einer grenzenlosen Liebe wächst.“

Es kommt also darauf an, wie man seine Aufgabe ausfüllt, wie einer betet, arbeitet und wie jemand sein Leben in den Dienst an die Mitmenschen stellt.
Wenn wir das Leben von Heiligen näher kennenlernen, finden wir viele Anhaltspunkte, dass sie unseren täglichen Sorgen und Schwierigkeiten näher stehen als so manche Idole in unserer Gesellschaft. Im Credo beten wir: Ich glaube an die Gemeinschaft der Heiligen. Damit ist uns zugesagt, dass wir mit unserem Leben und Glauben in der Welt nicht alleine stehen, dass wir Teil sind einer großen Bewegung, eines großen Stromes, der sich durch die Geschichte zieht.

Die unsichtbare Brücke zu den Heiligen ist das Gebet. Wenn wir einen Heiligen um seine Fürsprache bitten, wird er uns kraft seiner Vollendung bei Gott mehr helfen können als vor seinem irdischen Tod. Darauf greift jede hl. Messe zurück, wo Gebete und Gesänge die Heiligen einbeziehen. Himmel und Erde werden durchlässig füreinander.
All das feiern wir wieder neu, wenn wir in unserer Pfarrgemeinde, eingebunden in die Weltkirche, uns zum Hochfest Allerheiligen und zum Gedächtnis Allerseelen versammeln.

Wie eingangs bemerkt, besteht das Angebot zum gemeinsamen Gräberbesuch. In diesem Jahr in veränderter Form. An zentraler Stelle auf den Friedhöfen finde eine kleine Andacht statt und von dort werden die Gräber nicht einzeln, sondern insgesamt gesegnet. Ort und Zeit entnehmen sie bitte den Vermeldungen und dem Hinweis an anderer Stelle in diesen Pfarrnachrichten.

Ihr Diakon Klaus-Peter Schaal