St. Bonifatius

Katholisches Leben in der Mitte Berlins

Aus der christlichen Welt im Januar 2012

31.12.2011 / Redaktion

Die Deutsche Bischofskonferenz hatte am 1.12.2011 gemeinsam mit „missio“ zu einer Pressekonferenz in die Katholische Akademie in Berlin eingeladen. Anwesend war auch der Apostolische Administrator des Erzbistums Lahore, Pakistan, Bischof Sebastian Francis Shaw OFM .

Der Bamberger Erzbischof Dr. Ludwig Schick, Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz stellte in seinem Eröffnungsreferat zum Thema „Christen in Pakistan“ ausdrücklich fest, dass es nicht darum ginge, den Islam generell als christenfeindlich hinzustellen. Er wies darauf hin, dass sein Erzbistum einen sehr guten Kontakt zum Senegal habe und dort würden Christen und Muslime einträchtig zusammenarbeiten, was sich auch positiv auf die Entwicklung des ganzen Landes auswirke.

Trotzdem sei die Situation in vielen islamisch geprägten Ländern für Christen, aber auch für viele nichtchristliche Minderheiten und auch für manche muslimischen Gruppen sehr bedenklich, z.T. bedrohlich und massiv angewachsen. Das gleiche gelte in spätkommunistischen Ländern wie z.B. China. Grundsätzlich werde der andere Glaube toleriert, doch wenn er sich für Menschenrechte einsetze werden die Gläubigen der Verfolgung ausgesetzt.

Am Beispiel Pakistan ist hier besonders der Blasphemie-Paragraf (Artikel 295) hervorzuheben. Blasphemie sei jede herabwürdigende Äußerung über den Propheten. Zurzeit seien ca. 1000 Fälle anhängig, davon betreffen fast 200 Christen. Nur 1,7 % der Bevölkerung sei christlich! Christen könnten nicht Richter werden. Ihr Zeugnis habe vor Gericht wenig Wert. Bis vor kurzem gab es ein Gesetz, nach dem Internetseiten, die eines von 1500 Wörtern, die als unislamisch gelten, beinhalten, general für Pakistan gesperrt sind.
Eines dieser Worte ist „Jesus Christ“! Im Moment wird das aber vor einem Gericht neu behandelt. Durch die Weltpresse geht immer noch der Fall der Katholikin Asia Bibi, die zum Tode verurteilt worden war, nur weil sie bei einem Streit mit Landarbeiterinnen geäußert habe, dass sie Christin sei. Dieser Fall wird auf Grund der internationalen Proteste neu verhandelt.