St. Bonifatius

Katholisches Leben in der Mitte Berlins

Eine Tasse mit der Aufschrift "Gut" symbolisiert den Bauvortschritt

Gemeindefahrt nach Armenien 2018

02.12.2018 / Redaktion

Die diesjährige Gemeindefahrt hatte ein etwas ungewöhnliches, doch lohnendes Ziel: Armenien, das im Jahre des Herrn 301 als erstes Land das Christentum übernahm. Es liegt hoch im Südkaukasus und schloss früher den Berg Ararat – ein Vulkan von 5156 m Höhe – ein. Heute liegt dieser in der Türkei, ist aber von der Hauptstadt Eriwan in nur 70 km Entfernung sehr eindrucksvoll mit seinem schneebedeckten Gipfel zu sehen. Ein kleines, bettelarmes Land von der Größe Belgiens mit drei Millionen Einwohnern, von denen ein Drittel in der Hauptstadt leben. Viel mehr Armenier sind außerhalb des Landes. Unsere Gruppe von 42 Personen kam vorwiegend aus St. Bonifatius und St. Johannes, aber es waren auch einige aus anderen Gemeinden und einzelne aus dem übrigen Bundesgebiet dabei. Da sich die meisten gut von der Gemeinde oder früheren Reisen kannten, war die Laune sehr heiter, wozu auch das fröhliche Naturell unseres Pfarrers beitrug. Nicht zu vergessen, dass bei den armenischen Mahlzeiten stets ein Schnaps gereicht wurde, der gelegentlichen Regen und Anstrengungen vergessen machte.

Wir kamen nach einem Nachtflug frühmorgens in Eriwan an und begannen unsere Bustour nach kurzer Rast. Die Leiterin Nelli war sehr humorvoll und erklärte uns das Land in bestem Deutsch. Wir besuchten die Kathedrale von Edschmiatsin, das geistliche Zentrum des Katholikos, des Leiters der armenisch-apostolischen Kirche. Es war an diesem Tag der 2800. Jahrestag von Eriwan, und am Platz der Republik gab es eine große Feier. Wir besuchten das Kloster Sagmosavankh, einsam gelegen an einer tiefen Schlucht sowie das Kloster Chor Virap, in Weingärten nur 30 km vom Ararat entfernt. Sehr eindrucksvoll war auch das Kloster Tatev, das durch eine fünf km lange Seilbahn auf seiner abgelegenen Höhe zu erreichen war. Viele weitere Klöster, vorzeitliche Steinsetzungen, eine Karawanserei für die Seidenstraße auf einem Pass und der Sevan See waren die Ziele unserer Fahrten durch die schroffe, einsame Bergwelt Armeniens. Einen Höhepunkt bildete das Höhlenkloster Geghard, wo wir in einem fast dunklen Raum den sehr eindrucksvollen Gesang eines fünfstimmigen Frauenchores erleben konnten. Zweimal konnten wir in armenisch katholischen Gemeinden Gottesdienst feiern. Die armenischen Geistlichen in den Klöstern haben uns oft sehr freundlich empfangen und die Eigenarten der Kirchen erklärt.

Peter Schenk